Solidarität über Ländergrenzen hinweg - das ist der Kern der Geschichte hinter dem Centraal Wuppertal Comité, zu deutsch einfach Wuppertal Komitee oder WK.
Hallo und herzlich willkommen zu meinem unregelmäßigen Newsletter zum Thema Erinnerungsarbeit. Schön, dass du da bist. Wenn du öfter von mir lesen willst, dann lass doch gerne ein Abo da!
Am Samstag, den 18. April 2026, war ich auf Einladung von “Wuppertaler Widerstand” in Amsterdam. Für mich die Gelegenheit, nochmal in der Damrak 44 vorbeizuschauen, die nur 500m vom Hauptbahnhof Amsterdam Centraal entfernt ist. In diesem Gebäude war 1937 das H.T.O., das “Holland Typing Office” der niederländischen Jüdin Sara Cato Meyer (oder Meijer") genannt Selma.
Selma Meyer war nicht nur Unternehmerin. In ihrem H.T.O. arbeiteten bis zu 40 Mitarbeiterinnen, die sie für Schreib- und Sekretariatsarbeiten an andere Firmen verlieh. Außerdem verkaufte sie zum Beispiel Schreibmaschinen. Der einzige Mann im Unternehmen kümmerte sich um die Buchhaltung. Selma war eine durch und durch politisch aktive Frau. Sie war zum Beispiel Sekretärin der niederländischen Division der “Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit”, sie war in der Roten Hilfe organisiert und engagierte sich für Kinder im Spanischen Bürgerkrieg. Sie war auch eine zeitlang Mitglied der niederländischen Sozialdemokrat*innen.

Auch das H.T.O. hat sie für ihre politischen Aktivitäten genutzt. Hier hat sie ab 1937 meinem Großvater und seinem Freund und Mitherausgeber Dr. Hans Ebeling alias “Plato” ein Redaktionsbüro zur Erstellung der Widerstandszeitschrift “Kameradschaft - Schriften junger Deutscher” zur Verfügung gestellt. Sie hat die Männer mit Papier und Schreibmaschinen versorgt. Ihnen Zugang zu deutschen Zeitungen und Zeitschriften ermöglicht, in denen sie recherchieren konnten. Sie hat die Artikel für die Widerstandszeitschrift setzen, übersetzen und vervielfältigen lassen. Sie hat per Presseverteiler diese Widerstandszeitschrift in alle Welt verschickt und auf einem Postkonto die Spenden gesammelt. Sie hat vor allem ihr Engagement für die Gruppe rund um “Die Kameradschaft” mit dem Leben bezahlt, nachdem die Nazis die Niederlande 1940 überfallen hatten.
Als ich am 18. April 2026 gegen Mittag vor dem ehemaligen H.T.O.-Gebäude in Amsterdam stehe, erinnert überhaupt nichts an die Vergangenheit dieses Gebäudes. Im Erdgeschoss ist ein Pfannekuchenhaus. Menschen essen und trinken dort, unterhalten sich in den verschiedensten Sprachen, während ich nach irgendetwas suche, das einen Hinweis darauf gibt, was sich hier vor fast 90 Jahren abgespielt hat. Ich finde nichts. Nicht mal eine Plakette. Ich würde so gerne mal reingehen in dieses Haus, in diesen Räumen stehen, in denen mein Großvater gearbeitet hat. Aber ich finde weder einen Eingang noch ein Klingelschild. Also ziehe ich weiter, um am verabredeten Treffpunkt auf die Reisegruppe aus Wuppertal zu treffen.
Ein kaum bekannter Massenprozess
Denn Selma Meyer, diese mutige, junge Unternehmerin, ist auch Teil dieser Erinnerungsreise, die unter anderem von Stephan Stracke vom “Wuppertaler Widerstand” organisiert wurde. Erinnert werden soll an den 90. Jahrestag der Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse und das Centraal Wuppertal Comité, das sich massiv für die Gewerkschafter*innen eingesetzt hat, die im Vorfeld dieser Prozesse massenhaft verhaftet wurden.

1.900 Menschen wurden zwischen 1935 und 1937 in Wuppertal, Remscheid, Solingen und Velbert von den Nazis eingesperrt. Gegen 649 Personen wurde ein Prozess wegen Vorbereitung zum Hochverrat geführt, der als die “Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse” in die Geschichte Einzug erhalten wird - auch wenn er lange kaum Eingang in die Geschichtsbücher fand. Allein 16 der Gefangenen starben in Haft bis zum Abschluss der Prozessserie am 6. März 1937, drei weitere Personen starben kurz nach ihrer Haftentlassung.
Auch wenn diese Prozesse heute nur noch wenigen bekannt sind - während des NS erlangten sie weltweit große, internationale Beachtung. Es gab viel Solidarität und Unterstützung für die Betroffenen - unter anderem vom Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB). Besondere Unterstützung aber kam aus den Niederlanden.
Gründung des Wuppertaler Komitees
Zunächst begann das “Centraal Wuppertal Comité” um Weihnachten 1935 damit, Geld für die Familien der Verhafteten zu sammeln. Zum Vorstand des W.K. gehörten Selma Meyer, A.C. Oerlemans, Nicoe Padt und Brechta Adama van Scheltema-Kleefstra. Der Forscher und Historiker Stephan Stracke hat inzwischen 123 Namen identifiziert, die dem W.K. angehörten. In dieser Liste findet sich viele bekannte niederländische Intellektuelle und Wissenschaftler*innen, Menschen aus der Arbeiter-, Frauen- und Friedensbewegung. Hier waren verschiedenste politische Richtungen vertreten und auch viele Juden:Jüdinnen.
Im aktuell erschienen Heft “Solidaire Hulp - Auf den Spuren des Wuppertal-Komitees” von Stephan Stracke, aus dem ich hier auch großzügig zitiere, werden die Hintergründe der internationalen Kampagne beleuchtet, die von KPD und Roter Hilfe ausgingen. An dieser Stelle sei vor allem erwähnt: Vor dem Hintergrund der Massenverhaftung von Gewerkschafter*innen im Ruhrgebiet ist es gelungen, internationale Solidarität über Parteigrenzen und Ressentiments hinweg zu organisieren. Das W.K. war ein gewichtiger Teil dieser Organisationsstruktur, aber nicht das einzige Komitee dieser Art. Und für mich als Sportjournalistin ist natürlich auch interessant, dass und wie das W.K. auch das Umfeld der Olympischen Spiele von 1936 genutzt hat, um auf das Schicksal der verhafteten Gewerkschafter*innen und der Prozesse aufmerksam zu machen.
Dass Selma Meyer den Vorsitz über dieses Komitee übernahm, hängt übrigens mit dem Auftritt der Wuppertaler Näherin Cläre Muth zusammen. Cläre Muth gehörte der KPD an. Ihr Mann Wilhelm wurde 1935 von der Gestapo verhaftet und starb nach wenigen Tagen in Haft. Cläre Muth emigrierte daraufhin in die Niederlande. Von der KPD-Leitung in Paris erhielt sie den Auftrag, niederländische Bürgerinnen und Bürger dafür zu gewinnen, ein Komitee zur Unterstützung der verhafteten Wuppertaler Gewerkschafter*innen zu bilden. Dazu trat sie unter anderem bei einer Veranstaltung des “Frouwen Comité” auf, bei der auch Selma Meyer anwesend war.
![Rückseite des Heftes "Solidaire Hulp" von Stephan Stracke. Darauf ein Auszug über die Wirkkraft des Wuppertal Komitee aus Sicht der Nazis: "Nach Abschluss der Ermittlungen »würdigte« die Gestapo die Arbeit des Wuppertal-Komitees: Die deutsche Staatsführung sollte
»zum Nachgeben veranlasst werden, d.h. die Angeklagten aus der Haft entlassen und die Weiterverfolgung der Hochverräter einstellen.
[...] In den demokratischen Ländern ist es schon immer üblich gewesen, auf diese Art und Weise auf die Rechtsprechung eines anderen Landes einzuwirken. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Demonstrationen, die wegen Sacco und Vanzetti in Deutschland veranstaltet wurden.« Das Komitee sei die »übelste Hetzzentrale gegen Deutschland [...] und [hätte] entscheidend dazu beigetragen [..], die breite Offentlichkeit des Auslandes gegen das Dritte Reich aufzuputschen.«"](https://assets.steadyhq.com/production/post/87377487-5c92-41ce-95ff-15895d5fd280/uploads/images/biuqzntxq3/IMG_6343.jpeg?auto=compress&w=800&fit=max&dpr=2&fm=webp)
Erinnerung und Spurensuche
Wahrscheinlich seid ihr jetzt gespannt darauf, wie es weitergeht. Aber an dieser Stelle sei auf die sehr umfangreiche und spannende Arbeit von Stephan Stracke verwiesen. Ein Newsletter kann dieser facettenreichen Geschichte gar nicht gerecht werden. Viel wichtiger ist, welche Auswirkungen diese Geschichte bis heute hat. Vor allem auf die Angehörigen der WK-Mitglieder, die die Verfolgung durch die Nazis nicht überlebt haben. Aber auch auf jene, die erst vor Kurzem erfahren haben, welche wichtige Rolle ihre Eltern und Großeltern in dieser grenzübergreifenden Geschichte gespielt haben.
Auf dieser Erinnerungsreise waren einige von ihnen dabei. Manche haben sogar den weiten Weg aus den USA auf sich genommen, um an dieser Veranstaltung teilnehmen und ihre Geschichte(n) erzählen zu können. Nicht ganz so weit war die Anreise von Eva van Santen, die heute in Leiden wohnt, aber in Amsterdam geboren wurde. Ihre Mutter war Johanna Moes, eine Ärztin im Armenviertel von Amsterdam. Während des Stadtrundgangs bleiben wir vor dem Haus stehen, in dem sie ihre ersten Lebensjahre verbracht hat. Sie erzählt mit leuchtenden Augen und voller Begeisterung davon, wie sie in der obersten Etage in einer Kammer Geflüchtete versteckt haben - hinter einem Schrank, der vor den Eingang geschoben war.

Hier haben nicht nur Jüdinnen und Juden Zuflucht gefunden, sondern auch deutsche Deserteure und Widerstandskämpfer*innen. Außerdem gab es eine Druckpresse, um Flugschriften zu produzieren. Auch Eva van Santens Vater war politisch aktiv. Es sprudeln so viele Anekdoten aus Eva van Santen heraus, einige davon ähnlich absurd wie die, die ich von meinem Vater kenne. Zum Beispiel über die Katze, die es gewagt hat in Zeiten der Not und des Hungers ein Päckchen Butter zu naschen. Eva erzählt, ihre Mutter war so wütend, dass sie die Katze totgeschlagen hat - und weil die Not so groß war, wurde die Katze im Anschluss nicht verscharrt, sondern gegessen. Aber vor allem erzählt sie vom Mut und beispiellosen Engagement ihrer Mutter, die sich trotz der Verantwortung für ein Kleinkind mit großem persönlichen Risiko gegen die Nazis engagiert hat.
Politik und Tränen
Im Anschluss an den Stadtrundgang gibt es eine vierstündige Veranstaltung im Amsterdamer Verzetsmuseum (Si apre in una nuova finestra). Eigentlich bin ich nicht gerne drinnen, wenn draußen die Sonne scheint. Zumal in einem abgedunkelten Raum. Aber obwohl ich an diesem Tag um 5:30 Uhr aufgestanden bin, um mit der Bahn pünktlich in Amsterdam zu sein (und ich war pünktlich!), bin ich die ganze Zeit hellwach. Denn die Berichte und Reden der Familienangehörigen ziehen mich in ihren Bann, bewegen mich, lassen mich nachdenken.
Auch über das persönliche Risiko, das heute viele wieder eingehen. Wie zum Beispiel die Nachfahrin der Wuppertaler Widerstandskämpfer August Gelhen junior und senior, sowie Hermann Gehlen. Sie ist extra aus den USA angereist, um dabei zu sein. Und es ist ihr wichtig zu sprechen, weil sie sich als Nachfahrin dieser Männer nicht nur verpflichtet sieht zu erinnern. Sie sieht sich auch verpflichtet gegen den Faschismus zu kämpfen, der heute in ihrem Land regiert. Und plötzlich kommt einem die vermeintliche Vergangenheit wieder so nah, dass auch das Bewusstsein für die Gefahr steigt. Ein Grund dafür, dass ich in diesem Newsletter ihren Namen nicht nenne.

Auch für Selma Meyer wurde ein eigener Redebeitrag organisiert, der auf den Recherchen von Bart de Kort fußte (“Van Vrouwen, Vreden en Verzet” - Biografie über Selma Meyer). Und natürlich durften politische Einlassungen nicht fehlen wie etwa durch Knut Giesler, dem Bezirksleiter der IG Metall NRW und Helge Lindh, Bundestagsabgeordneter der SPD. Es waren ausgerechnet diese beiden Redebeiträge, die bei den Anwesenden Nachfahr*innen für Unmut sorgten - und ich nehme mich da nicht aus.
Denn während mit großen Worten an den Mut der Widerstandskämpfer*innen und Unterstützer*innen des Wuppertal Komitees erinnert wurde, blieben die heutigen Verfehlungen in der deutschen Bundespolitik unangetastet. Und während der Rechtsextremismus in der AfD klar benannt wurde, fiel kein Sterbenswörtchen über die menschenfeindliche Politik, die gerade durch die Bundesregierung vorangetrieben wird. Kein Wort über die rassistischen Aussagen des Bundeskanzlers, kein Wort zu den massiven und demokratiegefährdenden Kürzungen in der historisch-politischen Bildung aktuell. Kein Wort darüber, dass eine Politik mitgetragen wird, die vor allem zu Lasten der Schwächsten in der Gesellschaft geht, wie zum Beispiel Armutsbetroffenen, Alten, Kranken, Kindern und Jugendlichen.
Klare Worte von Nachfahr*innen
Die Nachfahr*innen der Widerstandskämpfer und des W.K. waren hier unbestechlich. Sie fanden deutliche Worte zur aktuellen deutschen Bundespolitik, die auch in den Niederlanden genau beobachtet wird. Und deshalb fiel der Hinweis, dass es nichts bringe die Politik und Talkingpoints der Rechten zu übernehmen, um sie angeblich schwächen zu wollen, nicht zufällig im Anschluss an die Rede von Helge Lindh. Ich kann an der Stelle nur dafür sensibilisieren, als Politiker*in diese Bühnen mit einem größeren Bewusstsein dafür zu betreten, was das erlittene Leid der Familien durch die NS-Verfolgen auch heute noch in den Nachfahr*innen auslöst - und dass sie vielerorts sehr genau im Blick haben, wie die Machtverhältnisse sich entwickeln und wessen Interessen wo vertreten werden.
Ein größeres Bewusstsein dafür, wie Macht- und Diskriminierungsstrukturen funktionieren, und dass sie nicht davor zurückschrecken, das auch klar zu benennen. Die Angehörigen der Verfolgten und Ermordeten brauchen die Erinnerung nicht, denn sie gehört fest zu ihrem Alltag. Für sie sind diese Veranstaltungen ein Ort der Gemeinschaft, des gemeinsamen Trauerns, aber auch der gegenseitigen Stärkung. Auch deshalb nehmen viele eine so lange Reise auf sich, um diese Veranstaltungen zu besuchen. Das sind nicht die richtigen Orte, um sich parteipolitisch zu inszenieren.
Mühsame Spurensuche
Auch wenn es mir schwer fällt unter all den wichtigen und bewegenden Redebeiträgen nur einzelne hervorzuheben, möchte ich zum Schluss doch nochmal auf eine besondere Geschichte hinweisen. Auch hier ist es Stephan Stracke gewesen, der die Fäden am Ende zusammengeführt hat. Und alle, die mühsam die Puzzlesteine ihrer eigenen Familiengeschichte zusammenfriemeln werden nachvollziehen können, wie unschätzbar und wichtig diese Menschen sind, die sich aktiv dafür engagieren, hier fehlende Verbindungen beizutragen.
Prof. Robert F. Teitel aus Washington, geboren 1941 in Washington, Holocaustüberlebender. Auch sein Vater, Manjoe Teitel, Ingenieur und begnadeter Schachspieler, war Mitglied des Wuppertal Komitee. Er wurde 1942 im KZ Mauthausen ermordet. Teitels Mutter, Claire Jacobine Donsbach, stammt aus Düsseldorf und wurde 1906 geboren - im selben Jahr wie mein Großvater und nur wenige Kilometer von ihm entfernt. Roberts Vater ist Student an der Uni in Delft als er sich dem Wuppertal Komitee anschließt. Er reist unter anderem nach Wuppertal, um dort bei den Prozessen seine Unterstützung für die verhafteten Gewerkschafter*innen zu zeigen. Deshalb wird er noch in Deutschland auch von der Gestapo befragt - allerdings danach wieder freigelassen.

Als die Nazis in die Niederlande einmarschieren, wird Manjoe Teitel kurze Zeit später verhaftet. Als Manjoe in Mauthausen stirbt, ist sein Sohn Robert, der heute im Verzetsmuseum die Geschichte seiner Familie erzählt, gerade mal ein Jahr alt. Weil die Mutter für den Lebensunterhalt der Familie arbeiten muss, lebt Robert zeitweise bei Studienfreunden der Familie. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Besatzung der Niederlande durch die Nazis stirbt sie an den Folgen einer Tuberkuloseerkrankung. Robert wird Waise, lebt bei Freunden der Familie und in einem Waisenhaus. Erst als er zehn Jahre ist, gelingt es seinem Großvater, der sich nach Jerusalem retten konnte, den Enkel wieder in die Familie zu holen (auch hier gibt es eine abenteuerliche Geschichte, die sich im hinterlegten Link nachlesen lässt).
Mich rührt, mit welcher Akribie, der weit über 80-Jährige die Geschichte seiner Eltern aufbereitet hat. Wie viele Details er zusammengetragen hat. Mit welchem heiligen Ernst er, unterstützt von seiner Tochter, von seinen Eltern erzählt. Und wie das Engagement seines Vaters für das Wuppertal Komitee ein weiteres Steinchen im Familienmosaik ergänzt hat.

Bewusstsein für Gegenwart und Zukunft
Es sind diese Momente, die mir wieder vor Augen führen, warum auch ich mich in der Erinnerungsarbeit engagiere. Diese Momente, in denen ich begreife, dass das nicht nur Vergangenheitsbewältigung ist, sondern auch Gegenwartsbewältigung und Zukunftsarbeit. Warum ich weiter die Kraft finden will und muss die Geschichte meiner Familie zu erzählen. Und auch andere zu befähigen, dasselbe mit ihren Geschichten zu tun. In jeder einzelnen dieser Geschichten schlummert eine besondere Kraft. Eine ihr eigene Energie aus der nicht nur wir schöpfen, sondern auch andere.
Das ist übrigens auch der Grund, warum wir eine so große Vielfalt in der Erinnerungsarbeit brauchen. Warum wir auch die Geschichten und Erinnerungskämpfe von Menschen aus anderen Teilen der Welt brauchen. Weil wir darin Verbindung finden, Kraft und Solidarität. Wir können uns durch das eigene Leid hindurch die Hände reichen. Gemeinsam trauern über den Verlust. Und uns gemeinsam für eine Zukunft einsetzen, in der Menschen nicht in dieser Weise trauern müssen. Es ist eine Lebensaufgabe.
Vielen Dank an alle, die mir bis hierhin in meiner Erzählung gefolgt sind! Falls ihr diese Newsletterausgabe lesenswert findet, leitet sie doch gerne an andere weiter. Und falls ihr neu hier seid, lasst mir ein Abo da. Ich verspreche, nicht allzu häufig in eurer Inbox aufzutauchen.
Links zu dieser Ausgabe:
Das Heft “Solidaire Hulp” kann über die Seite des Vereins Wuppertaler Widerstand (Si apre in una nuova finestra) bestellt werden
Die Seite zu den Stolpersteinen der Familie Teitel (Si apre in una nuova finestra) (niederländisch)
Geschichte von Robert Teitel (Si apre in una nuova finestra)auf den Seiten des Amerikanischen Holocaust Museums (englisch)
Wikipedia-Seite zu Johanna Moes (Si apre in una nuova finestra) (niederländisch)