Gina Waibel ist eine Vollblutlehrerin: Sie gestaltet eigene Unterrichtsmaterialien, kreiert selber Sticker, die sie unter Schularbeiten klebt und teilt gemeinsame Projekte mit ihrer Klasse auf Instagram. Ihre Schüler:innen lieben sie, doch vom Kollegium wird sie so lange angefeindet, bis sie kündigt.
Die Chefredaktion: Als „Frau Waibel“ (Si apre in una nuova finestra) folgen dir über 100.000 Menschen auf Instagram. Wie kamst du auf die Idee, deinen Alltag als Lehrerin auf Social Media zu teilen?
Gina Waibel: 2023 hat Friedrich Merz die Söhne von Migranten als „kleine Paschas“ bezeichnet. Ich habe davon im Lehrerzimmer erfahren und bin direkt zu meiner Klasse gegangen. Die hat es auch mitbekommen, der Ausschnitt von Merz ist ja auf TikTok viral gegangen. Dann haben wir gemeinsam beschlossen, wir machen ein Gegenvideo dazu. Ich habe es hochgeladen und es ist viral gegangen. Die Schüler:innen haben dadurch gesehen, dass sie sich wehren können, das hat sie empowert. In den Kommentaren zu lesen, wie vielen Menschen sie dadurch aus der Seele sprechen, hat sie auch Wochen danach noch stolz gemacht. Da haben wir gemerkt, die Leute hören uns zu. Ab da haben die Schüler:innen bei Projekten immer wieder gesagt: „Teilen Sie das auf Instagram, Frau Waibel, damit andere Schulen die Projekte auch nachmachen.“
Wie war die Reaktion der Kolleg:innen?