In jeder Ausgabe stellen wir drei Wegbereiterinnen vor, die die Welt für Frauen verändert haben. Jede auf ihre Art.
Redaktion free.fem.minds Magazin

Emmeline Pankhurst
Alleinerziehende und militante Suffragette. Politikerin und Frauenrechtlerin, die ihren ganz eigenen Weg ging. Emmeline Pankhurst wurde 1858 in Manchester geboren, 1928 starb sie in London. Nach dem Tod ihres Mannes, dem Juristen Richard Pankhurst, sorgte Emmeline Pankhurst für ihre fünf Kinder allein und rief gleichzeitig zum Kampf für das Wahlrecht für Frauen auf. Sie gründete dazu 1903 die Women’s Social and Political Union (WSPU), die sich zum militanten Flügel der englischen Frauenbewegung entwickelte: „Wenn es für Männer richtig ist, für ihre Freiheit zu kämpfen, ist es auch für Frauen richtig, für ihre Freiheit und die ihrer Kinder zu kämpfen. Dies ist das Glaubensbekenntnis der militanten Frauen Englands.“ Ihre Worte führten eine ganze Bewegung an. Mit dem Motto „Taten statt Worte“ („Deeds Not Words“) demonstrierten die Suffragetten mit eingeworfenen Fensterscheiben und angezündeten leerstehenden Landsitzen und Kirchen radikal für die Gleichberechtigung von Frauen. Mit (spätem) Erfolg: 1928 wurde das Wahlrecht für Frauen in Großbritannien Wirklichkeit. (über Demokratiezentrum Wien)
Dr. Emilia Roig
30 Jahre ist es her, dass die US-Amerikanerin Kimberlé Williams Crenshaw den Begriff der Intersektionalität kreierte und damit das Erlebnisfeld der Mehrfachdiskriminierung von Menschen und insbesondere von Frauen sichtbar machte. Die Bürgerrechtsaktivistin und Juristin, die als Mitbegründerin der Critical Race Theory gilt, lehrt als Professorin unter anderem an der Columbia University. In Deutschland führt Dr. Emilia Roig diese Arbeit fort und arbeitet zu den Dimensionen von Intersektionalität und systemischer Diskriminierung. Die französische Bestseller-Autorin und Politikwissenschaftlerin gründete 2017 dazu das Center for Intersectional Justice (CIJ) in Berlin, um die Themen Gleichstellung und Antidiskriminierung in Deutschland und Europa durch eine intersektionale Perspektive zu verändern. Center for Intersectional Justice (CIJ) (www.emiliaroig.com). Ihr aktuelles Buch „Lieben“, erschienen bei Hanser Berlin, ist erneut ein Aufruf zum radikalen Umdenken. Diesmal in der Liebe.
Fátima Bosch
Die Frau, die sich nicht den Mund verbieten ließ. Und das auf einer Bühne zur Miss Universe. Doch still gefallen kam für die Teilnehmerin aus Mexiko nicht infrage. Die Mexikanerin Fátima Bosch wehrte sich vor wenigen Wochen gegen eine öffentliche Respektlosigkeit und verließ daraufhin zusammen mit mehreren anderen Teilnehmerinnen die Veranstaltung zur Miss Universe. Fatima Bosch war von Nawat Itsaragrisil, Direktor von Miss Universe vor versammelter Mannschaft scharf kritisiert worden. Er warf ihr vor, unprofessionell zu sein, am Ende verbot er ihr sogar den Mund und rief die Security. Sie ließ sich das nicht gefallen und verließ die Show. Ihr drohte die Disqualifikation, dennoch stellte sie in den sozialen Medien klar, dass niemand das Recht habe, ihr den Mund zu verbieten.
Am Ende wurde ihr die Teilnahme nicht verwehrt, einige der Juroren traten dagegen zurück. Am 21. November 2025 gewann Fátima Bosch den Titel zur Miss Universe. Der Miss Universe, die sich öffentlich zur Wehr setzte.