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Umweltfestival, Unterwasserwiesen und Ubuntu

Liebe Leser:innen,

letzten Sonntag sind bei der 50. Jubiläums-Sternfahrt mehr als 30.000 Menschen rund um Berlin aufs Fahrrad gestiegen. Auf einzig an diesem Tag autofreien Stadtautobahnen, gesperrten Hauptstraßen und sicheren Familienfahrradstrecken radelten sie für einen besseren Radverkehr in Berlin – mit Plakaten, Klingeln und Kindern im Gepäck. Geendet hat die legendäre Sternfahrt, organisiert vom Berliner Ableger des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (Si apre in una nuova finestra), passenderweise beim Umweltfestival am Brandenburger Tor.

Ich bin derweil auf ein geliehenes Lastenrad gestiegen, habe es mit so vielen Good Impact-Heften beladen, wie hineinpassten, und bin damit zum Umweltestival (Si apre in una nuova finestra) gedüst – wir waren dieses Jahr stolze Kooperationspartnerinnen der Veranstaltung, die seit 1995 für eine nachhaltige Zukunft trommelt.

Während auf den Podien über gesunde Böden diskutiert wurde und Groß und Klein an den über 200 Ständen mehr über die Zukunft unseres Planeten lernten, hatten wir jede Menge nette Besucher:innen an unserer Bude. Es wurde in unseren Heften geschmökert („Die sind so schön gestaltet!“ – hier (Si apre in una nuova finestra) könnt ihr unsere schönen Ausgaben bestellen, Credits gehen raus an unsere Grafikerinnen Judith und Eva), die Good-News-App (Si apre in una nuova finestra) heruntergeladen („Gute Nachrichten brauche ich dringend“) und über unsere aktuelle Recherche zu Seegraswiesen gefachsimpelt. 

Apropos Seegraswiesen: Ab heute könnt ihr euch für unseren Good Talk XXL am Donnerstag, 9. Juli um 18 Uhr im Publix anmelden (Si apre in una nuova finestra). Wir sprechen mit spannenden Gästen darüber, warum diese unscheinbaren Unterwasserwiesen echte Klimaschützerinnen und noch viel mehr sind – und was nötig ist, damit sie zurückkehren. Kommt vorbei!

Ein schönes Wochenende wünscht euch,

Bianca

Aus dem Magazin
(Si apre in una nuova finestra)

Good Talk XXL: Seegraswiesen

Seegras? Wie bitte? Ist das nicht dieses braune, modernde Zeug am Strand? Das im Spätsommer, ausgespuckt von den Wellen des Meers, in dunklen Wällen die Küsten säumt? Glibberig, stinkend, ein Killer für jedes Urlaubsgefühl? 

Nein. Das sind Algen. 

Seegras aber ist die stille Schönheit der Meere. In den flachen Arealen der Küsten wiegen sich seine hellgrünen Blätter im klaren Wasser, vor den Stränden der Balearen leuchten sie im Sonnenlicht lang und golden wie das Haar einer Meerjungfrau. 

Seegras ist die einzige Blütenpflanze im Meer. Sie lebt von Photosynthese, vermehrt sich wie Blumen über Befruchtung, aber kann sich auch klonen. Vor mehr als 150.000 Jahren wanderte diese Pflanze vom Land zurück ins Wasser. Heute gedeiht Seegras in weiten Wiesen von der Karibik bis zu den Balearen, von der Ostsee bis Australien. Seegras stinkt nicht, ist glatt und fein wie Papier. Ihr Wurzelwerk ist bis zu 3000 Jahre alt. 

Seegraswiesen sind unglaubliche Ökosysteme. Sie speichern pro Quadratmeter 30 bis 50 Mal mehr Kohlenstoff als Wälder, sind ein Paradies für Biodiversität, Kinderstube, Lebensraum und Nahrungsquelle für Tausende Tiere. Sie bremsen die Wellen an den Küsten, halten den Untergrund mit ihren Wurzeln fest. Die UN zählt Seegraswiesen zu „den Geheimwaffen“ im Kampf gegen den Klimawandel. Und doch wurden in den vergangenen 100 Jahren 30 Prozent der Wiesen zerstört. Durch Düngemittel, die ins Meer gelangen, durch die Verstädterung der Küsten, Fischerei und Tourismus. Es ist Zeit das zu ändern: Lasst die Seegraswiesen blühen.

Für den neuen, großen Schwerpunkt des Good Impact Magazins haben wir uns auf die Suche nach den Pionier:innen des Wandels begeben. Haben Menschen getroffen, die mit innovativen Lösungen für das Seegras kämpfen.  Wir waren auf den Balearen, an der Ostsee und in Dänemark, haben mit Wissenschaftler:innnen über Antibiotika aus Seegras gesprochen und Delikatessen aus der Meerespflanze ausfindig gemacht. 

Zum Erscheinen unseres Sonderheftes und der großen Online-Serie, gefördert von der Andrea von Braun Stiftung (Si apre in una nuova finestra), laden wir euch herzlich ein zum LIVE-Event XXL: 

GOOD TALK SEEGRASWIESEN

Mit spannenden Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis, NGOs und Unternehmen erkunden wir das ungewöhnliche Ökosystem. Was genau sind Seegraswiesen, wie funktionieren sie und wie können wir sie erhalten? Es gibt Seegraskunst und Soundlandschaften aus der Tiefe, in der das Leben blüht. Mit vielen kleinen Überraschungen – schön und leuchtend wie das Gras am Rande der Ozeane. 

  • Was: GOOD TALK XXL SEEGRASWIESEN

  • Wann: Donnerstag, 9. Juli 2026, 18 Uhr (bis ca. 21 Uhr)

  • Wo: Publix, Haus für demokratische Öffentlichkeit und Journalismus, Hermannstraße 90, 12051 Berlin

  • Barrierefrei und kostenlos. Mit kleinen Leckereien und erfrischenden Getränken

  • Um Anmeldung (Si apre in una nuova finestra) wird gebeten

Aus dem Magazin

„Ich bin, weil wir sind.“

Mein Kind hat diese Woche in der Uber Arena gesungen – mit 6.000 anderen Kindern. Ein gigantisches Chorprojekt von 6K United! (Si apre in una nuova finestra), mit einer 18-köpfigen Liveband und engagierten Lehrkräften. Eine Arena voller strahlender Kinder, helle Stimmen, die inbrünstig sangen: „Ich bin doch nur ein kleines Stück in unserem großen Wir. Ich bin, weil wir sind. Bin, weil wir sind.“ Mir schossen die Tränen in die Augen. So einfach, so wahr – und in hyperindividuellen Gesellschaften selten. 

Was hierzulande als Ausnahmeerscheinung in rührenden Kinderchören beschworen wird, ist im südostafrikanischen Malawi staatstragend: Ubuntu. Es bedeutet so viel wie Menschlichkeit oder Nächstenliebe und dass ein Individuum nur durch die Gemeinschaft existiert. Diese alte Philosophie ist im bitterarmen Malawi ausschlaggebend für die Stabilität des Landes, das weder Bürgerkriege kennt noch viel Kriminalität hat. Wie das zusammenhängt? Julian Hilgers war vor Ort.

Schätz mal!

Richtig geschätzt?

(Si apre in una nuova finestra)

Letzte Woche haben wir euch gefragt:  

Um wieviel Grad ließen sich einer aktuellen Studie aus Südafrika und Ghana zufolge Innenräume auf dem afrikanischen Kontinent durch eine reflektierende Dachfarbe runterkühlen?

Richtige Antwort: Um bis zu vier Grad Celsius.

Hitze ist gefährlich. Besonders für arme Communities, die meist keinen Zugang zu kühlenden Räumen haben. In afrikanischen Ländern südlich der Sahara gelten 50 Prozent der Menschen durch ihre Wohn- oder Arbeitsbedingungen als extrem hitzegefährdet – etwa in Townships wie Khayelitsha, wo die Temperaturen oft auf über 35 Grad steigen.

Was tun? Forschende des „Habvia“-Projekts der Universität Kapstadt haben die Dächer von 240 privaten Gebäuden in Südafrika und Ghana, vor allem in gefährdeten Communities, mit einer reflektierenden Farbe gestrichen. Dank spezieller Polymere kann sie das Infrarotlicht der Sonne reflektieren. Die Folge: Die Räume waren zur heißesten Zeit des Tages um bis zu vier Grad kühler. Die Forschenden haben nicht nur die Innentemperatur gemessen, sondern auch die Gesundheitsdaten der Bewohner:innen: Dank der kühleren Räume schliefen sie deutlich besser. Das führte zu nachweisbar niedrigerem Blutdruck und höherem Wohlbefinden, vor allem bei Kindern. Kinder und ältere Menschen gelten als besonders hitzegefährdet, ihre Körper können die Hitze schlecht regulieren. Wie viele Menschen in Südafrika an den Folgen von Hitze sterben, ist statistisch nicht erfasst. Zur Einordnung: In der EU sind 2024 über 63.000 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben – mehr als durch Verkehrsunfälle.

In hitzegefährdeten Communities im südlichen Afrika könnte die Farbe ein  Gamechanger sein. Sie wird lokal in Südafrika hergestellt und ist günstig in der Produktion. Nun sollen die Dächer der ersten Schulen und Kliniken damit gestrichen werden.

Übrigens: Die allermeisten von euch haben mit vier Grad richtig geschätzt. Wir müssen uns wohl nach noch unglaublicheren Zahlen umsehen. Falls ihr über solche Zahlen stolpert, schickt sie uns gern an redaktion@goodimpact.eu (Si apre in una nuova finestra).

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Cashews und getrocknete Mangos mit Wirkung

(Si apre in una nuova finestra)

Die meisten Cashews aus Westafrika werden zum Knacken nach Asien verschifft – nicht so bei gebana. Das Fairtrade-Unternehmen verarbeitet Bio-Cashews und getrocknete Bio-Mangos vollständig in seiner neuen Fabrik in Burkina Faso. Damit schafft gebana Arbeitsplätze und langfristiges Einkommen für Bauernfamilien. Mit dem Code NNDE26N6GD 10 € sparen! Gültig ab 40 € bis 31.7.26.

Wochenrückblick

Sieben Tage, sieben Good News

Hier sind unsere Nachrichten für realistische Optimist:innen: Die sieben besten Good News der Woche aus unserer Redaktion:

  • 🚮​ Deutschland produziert so wenig Müll wie seit 15 Jahren nicht mehr

    In Deutschland ist das Müllaufkommen 2024 auf den niedrigsten Stand seit 2009 gesunken. Insgesamt fielen 362,7 Millionen Tonnen Abfall an – das sind 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders bei Bau- und Abbruchabfällen ging die Menge deutlich zurück. Quelle: ZEIT ONLINE (Si apre in una nuova finestra)

  • 🧡 Mehr als 25.000 Menschen tragen ein Organspende-Tattoo

    Ein kleines Tattoo setzt ein großes Zeichen: Mehr als 25.000 Menschen in Deutschland tragen inzwischen das „Opt.Ink (Si apre in una nuova finestra)“-Tattoo, das ihre Bereitschaft zur Organspende zeigt. Die Initiative will das Thema sichtbarer machen und Menschen dazu anregen, über Organspende zu sprechen und eine bewusste Entscheidung zu treffen. Quelle: FR (Si apre in una nuova finestra)

  • ​​​💊​ Fortschritte bei der Behandlung von Mukoviszidose

    Neue Therapien verändern das Leben von Menschen mit Mukoviszidose grundlegend: Laut einer aktuellen Studie steigt die Lebenserwartung inzwischen auf bis zu 70 Jahre. Moderne Medikamente verbessern die Behandlung erheblich und ermöglichen vielen Betroffenen ein längeres und aktiveres Leben. Quelle: ORF (Si apre in una nuova finestra)

  • 🌳​ „Hambi“ bleibt!

    Nach jahrelangen Protesten gegen die Rodung steht nun fest: Der Hambacher Forst soll dauerhaft unter Schutz gestellt werden. Zudem wollen Land, Kommunen und Naturschutzverbände den Wald vergrößern, besser vernetzen und zu einem Wildnisgebiet entwickeln – ein historischer Erfolg für den Natur- und Klimaschutz. Quelle: TAGESSCHAU (Si apre in una nuova finestra)

  • 🫶​ Freiwilliges Soziales Jahr in Österreich so beliebt wie nie

    Immer mehr junge Menschen in Österreich leisten ein Freiwilliges Soziales Jahr – 2025 waren es 1.900. Zum Vergleich: Vor gut 15 Jahren waren es nur bis 400 Teilnehmende pro Jahr. Bessere gesetzliche Regeln haben dazu geführt, dass sich mehr Junge engagieren. Quelle: DER STANDARD (Si apre in una nuova finestra)

  • ​​✅​ Das Gefühl von Selbstwirksamkeit nimmt zu

    Menschen in Deutschland glauben heute stärker als noch vor 20 Jahren, ihr Leben selbst gestalten zu können. Das zeigt eine Langzeitstudie mit mehr als 42.000 Personen. Besonders Frauen und Menschen mit niedrigerem Einkommen erleben heute mehr Selbstwirksamkeit als frühere Generationen. Quelle: WDR COSMO (Si apre in una nuova finestra)

  • ​​​🎵​ Musikmachen mit Gedanken

    Die inklusive iBand Saar aus dem Saarland nutzt eine neue Technik, die Hirnströme in Musik verwandeln kann. Menschen mit körperlichen Behinderungen können so allein durch Gedanken Töne auslösen – und künftig vielleicht sogar ganze Melodien spielen. Quelle: TAGESSCHAU (Si apre in una nuova finestra)

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„Vielen Dank für Ihre Arbeit. Ganz wichtig in einer Zeit, in der Zeitungen eher negativ berichten, um den Profit zu steigern. Tolles Projekt!

„Das ist gut für uns alle! Danke für den Einsatz! 🫶😀

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Liebe Grüße aus dem GoodBuy Store,

Simon

Ein Bild von Simon aus dem GoodBuy Team

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👋Bis nächste Woche

Wir wünschen dir ein schönen Start ins Wochenende. Bleibt optimistisch!

Dein Good Impact Team,

Anja, Bianca, Sophie, Selina, Simon & Juliane

Bilder des Good Impact Teams
Das Good Impact Team

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