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Mädchen werden nicht wütend

STOP DEPRESSING - START EXPRESSING

Das gehört sich nicht. Mädchen haben nett und adrett zu sein, gefällig und lieb und sie achten darauf, dass die hübschen weißen Sonntagskleidchen auch ja keinen Fleck abbekommen. 
Und die Jungs? 
Die dürfen wüten und schreien und mit Grasflecken auf den Knien heimkommen. Sind halt Jungs. 

Auf diese Weise wurde ganzen Generationen die Echtheit eines Teils ihres Gefühlslebens abgesprochen. Und das passiert heute noch. 
Die Folge: 80% der Autoimmun­erkrankungen betreffen Frauen. Und das nicht, weil sie irgendwas falsch machen, sich falsch ernähren, zu wenig bewegen oder sonst etwas. Als Ursache dafür erkennt man heute (unter anderem) nicht ausgelebte Emotionen, die der Körper nicht zu Ende bewegen durfte. Die ganze damit verbundene Biochemie ist im Körper, in den Zellen steckengeblieben und richtet viele Jahre später dort Unheil an. („Wenn der Körper Nein sagt“ von Gabor Maté sei wärmstens zur Lek­türe empfohlen. Ebenso Arbeiten und Erkenntnisse zur Epigenetik und transgenerationalen Genetik.)

STOP DEPRESSING - START EXPRESSING

Ebenso gehen eine Reihe von menta­len Erkrankungen und ihre körper­lichen Begleiterscheinungen auf unter­drückte Gefühle zurück. 
Wir schluckten unsere (unschickliche) Wut herunter.
Wir hielten unsere Tränen zurück, denn Weinen macht hässlich.
Wir hörten: 
Stell dich nicht so an!
Ist doch halb so schlimm. 
Reiß dich zusammen!
Du kriegst gleich eine, dann weißt du, warum du heulst.

Und das nur, weil die Menschen in unserer Umgebung nicht mit unseren Emotionen umgehen konnten. Um ihretwillen sind wir zum Weinen aufs Klo gegangen, wenn wir Tränen überhaupt zuließen, haben wir uns innerlich abgehär­tet, um nicht zu viel zu fühlen, und bissen die Zähne aufeinander, denn wir wollten stark wirken und beweisen, dass es halb so schlimm war.
Niemand sollte je wieder von unseren Gefühlsaufwallungen be­lästigt werden - und schoben uns jede Nacht vorm Schlafengehen die Beißschiene in den Mund.

Jetzt haben wir den Salat. Die Psychosomatischen Kliniken sind voll, Therapieplätze gibt's keine und auf absehbare Zeit sogar noch weniger. Dann nehmen wir halt die Pillen, die sie uns verschreiben, damit wir wieder halbwegs funk­tionieren. (Ironie aus.)

Ich bin es leid, immer und immer wieder dieselben Muster mitzuerleben, dieselben Geschichten zu hören von Frauen, die ihre eigenen Träume hintanstellen, damit die Kinder ihre weißen Sonntagskleidchen gebügelt haben und der Mann sich ungestört dem Schrauben an seinem Auto hingeben kann und ja nicht mit Alltagskram belästigt wird; auch ich habe es heruntergeschluckt, wenn mein Chef Ideen, die der Abteilung viel Zeit gespart haben und von mir waren, als seine hingestellt hat, und hab es niemandem erzählt vor Scham, als der Lover meiner Schwiegermutter zudringlich geworden ist. Ich hab‘s in mich reingefressen, weil ich es von Kind an gewöhnt war, mich und meine Gefühle anderen nicht zuzumuten.

Ich bin es leid, diese Dinge runter­zuschlucken. Ich bin es leid, dass man mir sagt, was ich angeblich alles "muss". Ich werde nächstes Jahr 60 und es ist an der Zeit, all diesen Shit aus dem System zu kriegen. Ich will den Mist nicht mehr mit mir herumschleppen.

STOP DEPRESSING - START EXPRE­SSING

Ich kenne die unglaublich transfor­mierende Macht des (Art) Journa­lings. In zahllosen Stunden Praxis und Experimentieren am eigenen Leib habe ich erprobt, wie es wirkt, wenn ich mir erlaube, all das, was im System querliegt, was mir über die Leber gelaufen oder unter die Haut gegangen ist, auszudrücken, in Worte zu fassen, zu Papier zu bringen.
Und zwar nicht lieb und brav und hübsch in weißen Sonntagswörtchen, die nieman­dem wehtun, sondern laut und ehrlich und mit allen Schimpf­wörtern, die mir einfallen, gerichtet an die Person, die es betrifft, die verantwortlich ist für die Grenzüberschreitung, für die Verletzung, fürs Nicht-Ernst-Nehmen, fürs Falsch-Machen, für die Zurechtweisung
Ohne Schönfärberei, ungeschminkt, ungehemmt, gnadenlos ehrlich. Sie waren gnadenlos mit dir. Ob sie es nicht besser wussten oder nicht, ist dabei völlig egal. Du kannst ausdrücken, wie du es empfindest, ohne ihnen begegnen zu müssen. 
Auf dem Papier. 
In deinem geschützten Raum. 
Du lebst die Gefühle aus, weinst, schreist, stampfst mit den Füßen auf, ballst die Fäuste, lässt alles zu, was zu einem veritablen Wutausbruch dazugehört, wütende Grimasse inklusive und lautes Aaaaaargghhhhh! 

Und dann spürst du sie, die Befreiung. 
Es in endlich raus aus deinem Körper. Aus deinem System. Aus deinem Kopf. 
Du atmest aus.
Du nimmst das Papier, reißt es in kleine Stücke und verbrennst es. 
Oder schmierst Gesso drauf. 
Du lässt es los. 
Befreist dich davon. 
Wieder und wieder und bei jeder sich bietenden Gelegenheit, bis es normal wird, Traurigkeit und Wut wirklich zu fühlen, dich selbst in diesem Gefühl da sein zu lassen - mit allem, was dazugehört: der Grimasse, dem Aaaarghhhhh!, den geballten Fäusten, dem Stampfen deiner Füße.

STOP DEPRESSING - START EXPRESSING

Ich kann mir das mittlerweile er­lauben. Ich habe es oft gespürt, wie viel Kraft und Energie in meiner Wut steckt. Ich kann mich in diesem Gefühl halten und respektieren, und ich kann für dich den Raum öffnen und dich ebenfalls dorthin begleiten, diese Fähigkeit zu entwickeln. Denn das Unterdrücken deiner Gefühl ist antrainiert - und du kannst es wieder verlernen.

Gestern im Art Journaling Tribe sprachen wir darüber und eine sagte: „Ich hab meinen ganzen Frust da reingeschrieben und dann mit Gesso überpinselt. Ich war meine Wut los in dem Moment, und wenn ich es mit Gesso überpinselt habe, war es nicht nur auf dem Blatt weg, ich hab auch das Gefühl, es ist weg, dass aus dem Kopf raus ist, aus dem Körper raus ist. Ich fand das schon befreiend.“

Eine andere: „… erst einmal ausschimpfen lassen. Da ist dann alles rausgekommen und dann war Platz für was Neues und was Positives.“

Ich will dich gern mitnehmen dabei, diese Erfahrung zu machen, wie befreiend es ist, die eigene Wut, die Trauer, die Scham zuzulassen und auszudrücken.

Hier ist mein Angebot an dich: 
Wir treffen uns in ganz kleinem Rahmen von 4 Teilnehmerinnen online. Jede bei sich in dem Raum, in dem sie sich wohlfühlt. Wir treffen uns und schreiben jeweils eine „Tirade“, das ist eine ungefilterte Schimpfkanonade, die gern von Romanautor:innen verwendet wird bei der Entwicklung ihrer Figuren, nur, dass wir nichts Fiktives schreiben, sondern das, was uns ganz persönlich betrifft.

Dein Meeting-Fenster bleibt ano­nym, wenn dir das lieber ist. Und wir sprechen nicht über die Themen selbst, die uns wütend machen oder traurig. 
Aber wir sprechen
- über unser Gefühl vor und nach dem Schreiben
- über die Wut und die Trauer und wo wir sie im Körper spüren, während mir das Gefühl begleiten 
- und über die Erfahrungen, die wir beim und nach dem Schreiben machen.

Ich möchte mit Frauen starten, die sich emotional gefestigt fühlen. Wenn du gerade akut von Burnout oder Depression betroffen bist, sprich bitte vorher mit deiner/deinem Ärztin/Arzt oder Therapeut:in.

Es kommt vor, dass wir etwas zu sehr wollen und dann gegen unseren eigenen Impuls handeln. Das kann nach hinten losgehen und mentale Herausforderungen nur verstärken. Dafür kann ich jedoch keine Verantwortung übernehmen. Du bist erwachsen und weißt, wie viel du dir zumuten kannst.

Der Raum, den ich öffne, kann nicht kostenlos sein. Ich gebe meine Energie da rein.
Für den ersten Termin, bei dem wir das Tirade-Schreiben ausprobieren, investierst du 49 €.

Die Vorbereitung auf das Schreiben, das Schreiben der Tirade selbst und die Nachbegleitung dürften etwa 30 Minuten dauern. 15 Minuten intensives Schreiben sind schon eine lange Zeit - und doch verfliegt sie wie nichts, wenn man einmal in Fahrt ist.

Interessiert dich das? 
Dann antworte mir auf diese E-Mail und wir machen einen ersten Termin aus.

In diesem Sinne:
Stop depressing - start expressing!

Deine Andrea
Create your life and art journal 🌿

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