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Immer noch Immigrant

Gestern saß ich in meiner Muttersprache am Tisch im Romano auf der Derech Yafo, Tel Aviv. Ich sitze natürlich mehrmals die Woche mit meiner Muttersprache am Tisch, wenn meine Kinder bei mir sind. Enge deutsche Freunde habe ich hingegen in Tel Aviv wenig. Dafür gleich 4 Besties, die mit Französisch aufgewachsen sind. Mit den meisten Freundinnen rede ich aber eh auf Englisch.

Ich bin seit fast 16 Jahren in Israel, aber immer noch habe ich kaum wirklich gute Freundschaften auf Ivrit. Der Grund dafür ist glaube ich recht einfach, denn Hebräisch ist natürlich die Sprache, die meinen Alltag beherrscht. Ob Schul-Whatsapp-Gruppe oder sämtliche Bürokratie, Ärzte (davon gibts im Moment ne Menge, bin ja schließlich in Israel schwanger) und andere Angelegenheiten des Überlebens - alles findet auf Hebräisch statt. Mein gesprochenes Hebräisch ist super. Mein Geschriebenes kann sich dank Diktier-Funktion auch sehen lassen. Lesen jedoch strengt mich immer noch an. Und die Wahrheit ist auch, wenn ich mit all dem Alltagshebräisch fertig bin, hab ich keinen Bock mehr, in meiner 2. Fremdsprache zu reden.

Denn Hebräisch, I can‘t help it, steht immer noch, nach 16 Jahren, für eine Fremdheit, die ich vielleicht nie wieder loswerde. Ich strauchel immer noch damit, mich voll und ganz in dieser Sprache zu entfalten und gleichzeitig repräsentiert sie Elemente meiner selbst, die mittlerweile 100% zu mir gehören.

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