
Seit dem 1. September 2025 können in Deutschland Alzheimer-Patient:innen im Frühstadium mit dem Antikörper Lecanemab behandelt werden. Gute Pillen – Schlechte Pillen berichtet seit Herbst 2024 über das Mittel: Damals beriet die Europäische Arznemittelbehörde (EMA) über die Zulassung von Lecanemab in der EU (Si apre in una nuova finestra) – und wollte dem Antikörper wegen zu hoher Risiken eine Absage erteilen. Dagegen wehrte sich der Hersteller und das Mittel wurde mit großen Auflagen zugelassen (Si apre in una nuova finestra).
Letzte Woche – anderthalb Jahre später – bescheinigte das höchste Gremium im deutschen Gesundheitswesen, der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA), Lecanemab keinen Zusatznutzen. Damit steht offiziell fest: Der Antikörper wirkt nicht besser als andere Alzheimer-Mittel.
Da die Behandlung mit Lecanemab aber um ein Vielfaches teurer ist als mit anderen Alzheimer-Mitteln, stellt sich die Frage, ob die aktuelle Entscheidung de facto das Aus für Lecanemab bedeutet.
In unserem aktuellen Heft lesen Sie mehrere Texte zum Thema Demenz: Vom Arzneimittel-Porträt bis zu Bluttests, die Demenz vorhersagen können sollen. Auch in diesem Newsletter stellen wir das Thema Demenz in den Mittelpunkt.
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Lecanemab – Was wir wissen und was nicht
Lecanemab ist seit April 2025 für die Behandlung von Alzheimer-Demenz EU-weit zugelassen und seit September in Deutschland verfügbar. Das Medikament wird als Infusion alle zwei Wochen verabreicht. Es soll die Erkrankung bei Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder beginnender Alzheimer-Demenz verlangsamen. Eine Heilung verspricht Lecanemab nicht. Was ist das Neue an Lecanemab? Was nützt es? Was sind die Risiken? Was kostet es? Und was ist der Mehrwert? Unser Überblick.
Aus unserem neuen Heft: Neu – aber auch besser? Lecanemab zur Behandlung von Alzheimer-Demenz (Si apre in una nuova finestra) (€)
Wegen Risiken: Zusätzliche Untersuchung bei Lecanemab
Bei der Behandlung mit dem Antikörper Lecanemab (Si apre in una nuova finestra) kann es zu Blutungen und Schwellungen im Gehirn kommen. Um diese rechtzeitig zu identifizieren, müssen die Alzheimer-Patient:innen öfter aufwendig untersucht werden als bisher gedacht. Was bedeutet das für die Behandlung?
Aus Heft 01/2026: Lecanemab bei Alzheimer: Mehr MRT-Kontrollen nötig (Si apre in una nuova finestra) (€)
Hype um neue Tests hilft Demenzpatient:innen nicht
Mit neuen Bluttests zur frühzeitigen Diagnose sollen sich im Vergleich zur Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit oder zu teuren PET-Untersuchungen mehr Möglichkeiten zur frühzeitigen Demenzdiagnostik ergeben. Einige wenige dieser Bluttests sind bereits zugelassen und verfügbar oder werden bald erhältlich sein. Sie werden nicht nur zur leichteren und weniger belastenden Demenzdiagnostik, sondern auch zum Ausschluss der Erkrankung vermarktet. Und wer möchte nicht gerne wissen, dass er oder sie keine Demenz bekommen wird?
Aus unserem neuen Heft: Alzheimer-Demenz durch Bluttests vorhersagen? (Si apre in una nuova finestra) (€)
Wie man mit vermeintlicher Demenzprävention Kasse macht
Die Schlagzeile „Gürtelrose (Si apre in una nuova finestra)-Impfung könnte Demenzrisiko senken“ wird dieser Tage ganz ernsthaft selbst in Fachforen diskutiert. Was bislang als Schutz gegen einen schmerzhaften Ausschlag bekannt ist, der durch Herpes Zoster entsteht, wird nun zur kognitiven Wunderwaffe erklärt. Ganz nach dem Motto: Mit falschen Hoffnungen erreicht man verängstigte Menschen am besten. In unserer Glosse kommentieren wir diese Praxis.
Aus unserem neuen Heft, frei lesbar: Glosse: Ein kleiner Pieks gegen das große Vergessen? (Si apre in una nuova finestra)
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Viele Grüße, Silke Jäger