Servus, ihr Helden der absurden Geschichte!
Hier ist wieder eure Tonya. Heute habe ich richtig große Neuigkeiten im Gepäck: Wir planen unser erstes gemeinsames Get-together! Wo es hingeht und wie ihr dabei sogar unfreiwillig Teil der Heldendumm-Lore werden könnt, verrate ich euch gleich. Außerdem habe ich endlich mal den digitalen Besen geschwungen und sorge mit ein bisschen Hausmeisterei für mehr Durchblick.
Während Philipp euch in der aktuellen Podcast-Folge in wackelige Höhen entführt, schauen wir uns im Quickie das wohl frustrierendste Buch der Menschheitsgeschichte an. Ein 600 Jahre altes Rätsel, an dem selbst Supercomputer verzweifeln – und das ganz zufällig der Startschuss für Daniels nächstes großes Projekt sein könnte.
Viel Spaß beim Lesen und Vorfreuen!

Steady-Freuden
Vielen Dank an:
Johannes, Jasmin, Korbinian, Patrick, Britta, Enrico, Milena, Lara, Simon, Jos, Dario, Nathalie, Katja, Isabella, Tina, Jeanine, Mike, Tim, Anne, Roland, HG, Amira, Kay, Andrea, Eva, Franz, Hartmut, Stephan, Andreas, Michaela, Hendrik, Cookie, Jochen, Sarah, Falk, Prokrastinator, Susanne, Katrin, Bjoern, Yvonne, Noah, Stephan, Samantha, Kai, Amelie, Marthe, Barbara, Sven, Olivier, Felix, Janine, Timo, Tobias, Hanne, Julius, Michael und Edith.
Danke euch allen – ohne euch wäre das hier nur halb so dumm und gar nicht so heldenhaft.
Ein wenig Hausmeisterei
Heute stehen zwei Dinge auf unserer Agenda: eine kleine Hausmeisterei und eine richtig große Ankündigung.
Erstens: Ordnung ins Chaos! Mir ist aufgefallen, dass uns ein vernünftiger Überblick über all unsere Kanäle und Portale fehlt. Deshalb gibt es ab sofort ganz unten im Newsletter – direkt nach meiner Verabschiedung – eine feste „Linksammlung“. Dort findet ihr immer alles Wichtige auf einen Blick, damit ihr stets auf dem neuesten Stand seid. Demnächst ziehen diese Links dann auch gesammelt auf https://info.heldendumm.de/ (Si apre in una nuova finestra) um. Sobald sich irgendwo etwas ändert, erfahrt ihr es hier im Newsletter als Erstes. Kurz, schmerzlos und maximal praktisch!
Zweitens: Das Heldendumm-Treffen 2026! Kommen wir zum spannenderen Teil. Ich habe euch im letzten Newsletter ja schon angeteasert, dass wir ein kleines Heldendumm-Treffen planen. Um es gleich vorwegzunehmen: Es wird kein klassischer Live-Auftritt wie zuletzt in Lüdenscheid. Wir dachten eher an ein gemütliches Get-together in einem Café, gefolgt von einer kleinen „Wanderung“ (in dicken Anführungszeichen, denn laut Google Maps sprechen wir von einem knallharten 15-Minuten-Fußweg).
Das Ziel dieser Extremexpedition? Der reale Schauplatz einer zukünftigen Heldendumm-Episode! Daniel möchte euch dorthin führen und eure wildesten Theorien direkt vor Ort aufnehmen: Was zum Geier könnte an diesem Ort passiert sein? Eure (vermutlich völlig absurden und grandios falschen) Spekulationen werden dann später in die eigentliche Episode geschnitten. So werdet ihr ganz offiziell ein Teil der Heldendumm-Lore für die Ewigkeit!
Habt ihr Bock? Dann zückt die Kalender und markiert euch das Wochenende der KW 21, also den 23. und 24. Mai 2026.
Ein exaktes Datum samt Uhrzeit haben wir noch nicht, da wir das anvisierte Café erst noch vorwarnen müssen – nicht, dass die gute Belegschaft von einem plötzlichen Ansturm fan(t)a(s)tischer Heldendumm-Anhänger komplett überrannt wird. Aber die grobe Richtung steht: Es geht nach Wesel, einer schönen Stadt in NRW, nicht weit von der niederländischen Grenze.
Der Plan: Ein entspannter Nachmittag, ein bisschen quatschen, viel lachen und einfach eine gute Zeit haben. Die genaue Adresse, den finalen Tag und die Uhrzeit reichen wir nach, sobald alles in trockenen Tüchern ist.
Wir freuen uns jedenfalls jetzt schon wie Bolle auf euch!
Reingehört?
Philipp hat uns zuletzt ordentlich fliegen lassen. Nicht weit, nicht majestätisch, aber ohne zu stürzen, und das ist das wichtigste!
Hört jetzt rein in »Flieg Adler, flieg!« (Si apre in una nuova finestra)!
(Si apre in una nuova finestra)Heldendumm Quickie: Ein wildes Buch
Stellt euch vor, ihr schreibt ein Buch. Ihr gebt euch richtig Mühe. Ihr zeichnet hunderte kleiner Bilder, füllt über 200 Seiten mit feinsäuberlicher Tinte und lasst es binden. Und dann, 600 Jahre später, beißen sich die klügsten Köpfe der Menschheit, militärische Codeknacker und Supercomputer kollektiv die Zähne daran aus, auch nur einen einzigen verdammten Satz davon zu lesen.
Wir schreiben das Jahr 1912. Der polnische Antiquar Wilfrid Voynich stöbert in einer jesuitischen Bibliothek in Italien herum und findet ein Buch, das so aussieht, als hätte es ein Zeitreisender auf einem ordentlichen Pilztrip verfasst. Es ist klein, misst nur etwa 23 mal 16 Zentimeter, besteht aus feinem Pergament und ist vollgekritzelt mit einer Schrift, die absolut niemand lesen kann. Die Buchstaben sehen aus wie eine Mischung aus elbisch, lateinischen Schnörkeln und dem, was ein Arzt auf einen Rezeptblock kritzelt, wenn der Kuli fast leer ist.
Aber es wird noch besser. Wenn man den Text schon nicht lesen kann, dann helfen doch bestimmt die Bilder, oder? Falsch gedacht.
Das Buch ist in verschiedene Sektionen unterteilt. Da gibt es den botanischen Teil, der Pflanzen zeigt. Das Problem: Fast keine dieser Pflanzen existiert auf der Erde. Es sind botanische Frankensteins – Wurzeln von der einen Pflanze, Blätter von einer anderen. Dann gibt es einen astrologischen Teil mit Sternzeichen, die wir zwar erkennen, die aber von winzigen, nackten Frauen in Mülleimern (oder etwas, das so aussieht) flankiert werden.
Und dann ist da der absolute Fiebertraum: die sogenannte „balneologische“ Sektion. Hier baden unzählige kleine, nackte Damen fröhlich in einem absurden Netzwerk aus grünen, schleimigen Röhren, Becken und Schläuchen, das aussieht wie der Bauplan einer außerirdischen Kläranlage.

Fakt ist: Wir wissen bis heute nicht, wer es geschrieben hat, wofür es gut ist oder was verdammt nochmal drinsteht.
Aber wir haben ein paar harte Fakten, und die machen die Sache nur noch wilder. Eine Radiokarbon-Datierung hat ergeben, dass das Pergament (also die Tierhaut, auf der geschrieben wurde) aus dem frühen 15. Jahrhundert stammt, ziemlich genau zwischen 1404 und 1438. Und die Tinte wurde kurz danach aufgetragen. Es ist also keine moderne Fälschung. Es ist ein echtes, mittelalterliches Artefakt.
Noch frustrierender ist die Linguistik. Wenn man einfach nur wild Buchstaben aneinanderreiht, entsteht ein statistisches Chaos. Das Voynich-Manuskript aber folgt dem sogenannten Zipfschen Gesetz, einer mathematischen Regel, die in allen natürlichen menschlichen Sprachen vorkommt. Das bedeutet: Es ist kein sinnloser Buchstabensalat. Da ist eine Struktur. Da ist eine Grammatik. Es ist eine Sprache oder ein genialer Code – wir sind nur einfach zu dumm, ihn zu knacken. Sogar die Codeknacker aus dem Zweiten Weltkrieg, die Hitlers Enigma-Maschine zerlegt haben, haben sich nach dem Krieg in ihrer Freizeit an diesem Buch versucht. Ihr Ergebnis: kollektives Schulterzucken.
Doch wie kam dieses absurde Werk überhaupt in die Neuzeit? Und hier wird die Geschichte zu einem echten historischen Krimi.
Der älteste nachweisbare Besitzer war der exzentrische Kaiser Rudolf II., der im späten 16. Jahrhundert in Prag residierte. Er kaufte das Buch für stolze 600 Golddukaten (heute ein kleines Vermögen), weil er glaubte, es sei das Werk eines berühmten mittelalterlichen Magiers. Aber wer hat es ihm verkauft?
Hier wird es hochspannend. Die historischen Brotkrumen führen fast unweigerlich zu einem hochrangigen Diplomaten, Mathematiker und Astrologen aus dem 16. Jahrhundert. Ein Mann, der die größte Privatbibliothek Englands besaß und als enger Berater am Hof von Queen Elizabeth I. wichtige und einflussreiche Positionen einnahm. Es gilt als äußerst wahrscheinlich, dass dieser brillante, aber auch sehr spezielle Engländer das unlesbare Buch einst in seiner gigantischen Sammlung hatte und es (oder jemand aus seinem direkten Umfeld) dem Kaiser für einen Haufen Gold andrehte. Ob er es selbst irgendwo aufgetrieben oder einfach den ultimativen Scam der Renaissance durchgezogen hat, bleibt ein Geheimnis.
Und apropos Geheimnis, 16. Jahrhundert und obskure Berater am englischen Hof ... Erinnert ihr euch? Daniel hat uns in den letzten Episoden hoch und heilig versprochen, unbedingt mal eine Episode über das wilde Thema Alchemie zu machen. Nun, sagen wir einfach: Hier laufen die Fäden langsam, aber sicher zusammen. Genau dieses historische Setting ist nämlich das Fundament für eine kommende Heldendumm-Episode, an der Daniel gerade brütet. Mehr wird absolut nicht gespoilert! Die eigentlichen Details bleiben unter Verschluss, aber das Voynich-Manuskript könnte am Ende nur ein Puzzleteil in einer noch viel bizarreren Geschichte sein.
Bis dahin bleibt uns nur, dieses 600 Jahre alte Rätsel zu bestaunen. Vielleicht ist es der Schlüssel zur Unsterblichkeit. Vielleicht ist es das Notizbuch eines verrückten Gelehrten. Oder vielleicht – und das wäre die größte Heldendummheit von allen – war es einfach nur der teuerste und aufwendigste Streich, den jemals jemand einem leichtgläubigen Kaiser gespielt hat.
Quelle: Cipher manuscript - Yale University Library (Si apre in una nuova finestra)
Und das war’s schon für diese Ausgabe!
Bleibt heldenhaft,
Tonya Bone-ita Riesenhuber
P.S.: Wie werden Skelette von Kannibalen genannt?
“Leergut“ ☠️🍾
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