Jetzt mal eins nach dem anderen
Du musst nicht gleich dein ganzes Leben auf den Kopf stellen, um in die richtige Balance zu kommen.

Das waren noch Zeiten, als ich auf die Frage, wie mein Tag so war, antwortete: „Och, ich habe Müllbeutel gekauft und Haferflocken eingeweicht.“ Seit Wochen weiß ich nicht mehr, wie man kocht und ein Bügeleisen bedient, die Geheimzahl meiner EC-Karte hab ich auch vergessen. Ich arbeite quasi 24/7, fühle mich zu gleichen Teilen erschlagen und belebt. Können wir bitte mal kurz anhalten für einen Moment, wenigstens so lange, bis ich einmal tief Luft geholt habe? Ich habe seit zwei Monaten gefühlt keinen Großeinkauf mehr erledigt, geschweige denn die Steuer und den Großputz, mein Schreibsalon hat große Ähnlichkeit mit der Bude eines Messys. Überall leere Bücherkartons und Packpapier, Lieferscheine liegen verstreut auf meinem Schreibtisch herum, dazwischen Espressotassen, Zeitschriften, Post-its und so weiter und so fort. Das Fenster Richtung Westen ist schmutzig, der Abendsonne ist das schnuppe. Wie schaffen es eigentlich alle anderen, Job, Familie, Haushalt, Liebe, Leben und all die Dramen unserer Tage und Nächte unter einen Hut zu bringen? Ich versage ja schon nach drei Monaten als Multi-Tasking-Superwoman, nur weil mein Business auf einmal ein bisschen Fahrt aufnimmt. Sind eigentlich schon Sommerferien? Nee, oder? Echt keinen blassen Schimmer. Bin heilfroh, dass ich eine Familie habe, die unser kleines Leben am Laufen hält und dafür sorgt, dass wir nicht verhungern, frische Wäsche und sauberes Geschirr haben. Neulich fragte mich meine Freundin Maj nach meiner Lesung in Seeshaupt doch tatsächlich, ob wir uns nicht mal wieder zu einem Coffee-Date verabreden wollen, das hätten wir ja ewig nicht gemacht, und ich antwortete mit leichter Geschäftigkeit in der Stimme: „Unbedingt! Wie sieht’s Ende August bei dir aus?“ Große Empörung. Es war Anfang Juli.
Das ist keine böse Absicht. Und ich will auch wirklich nicht den Eindruck erwecken, als sei ich nun eine gestresste Unternehmerin, die keine Zeit mehr für ihre allerbesten Freundinnen und fürs Leben hat. Aber irgendwie bin ich es wohl doch
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