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Unrast #13: Aufwachen in Tokio

Erinnerungen an den 13. März 2020

Stille, nur das leise Surren der Klimaanlage. Die Bettdecke liegt schwer auf mir, ein Kissen fest an die Brust gedrückt. Die Storen öffnen sich langsam: Hochhäuser, grauer Himmel, Regentropfen kriechen die Fensterscheibe hinunter. Bei gutem Wetter könne man den Mount Fuji sehen, hatte die Frau an der Rezeption gesagt.

Während ich zu mir komme, spüre ich ein leichtes Ziehen in den Schläfen und im Nacken. Ich taste nach meinem Telefon. 5 Uhr.

Eine leere Bierdose aus dem Family Mart gegenüber steht auf dem Fensterbrett. Ich sollte es noch einmal mit Schlaf probieren. Aber ich will hinaus in die Strassenschluchten, vorbei an den Hochhäusern, hinein in die kleinen Quartiere.

Ich werfe das Kissen von mir, setze mich auf die Bettkante und trinke einen Schluck Wasser, schlüpfe in die Pantoffeln. Sie lagen gestern neben der sorgfältig gefalteten Yukata auf dem Bett für mich bereit.

Nach dem Zähneputzen greife ich nach dem Körbchen für das Sento. Ich schiebe die Schlüsselkarte in die Tasche, die Zimmertür schliesst sanft hinter mir. Mit dem Lift gleite ich nach oben. Ich werde die Erste im dampfenden Becken auf dem Hoteldach sein.

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Argomento Erinnerungen