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Was mache ich hier eigentlich?

Hallo,

es ist ein Jahr her, dass ich angekündigt habe, bald irgendwas auf Steady zu machen, genaueres würde ich mir noch überlegen.

Im Juli 2025 erschien dann der erste Newsletter. Ich hatte mich gerade selbstständig gemacht und fragte mich darin, welche Projekte ich in Angriff nehmen soll: (Öffnet in neuem Fenster)

"Soll ich ein erzählerisches Sachbuch über Migräne schreiben oder einen Fantasy-Roman? Eine Weiterbildung zur Traumatherapeutin machen oder Digitalberatung anbieten? Soll ich meiner mentalen Gesundheit zuliebe alle Social-Media-Apps vom Handy schmeißen oder ernsthaft und regelmäßig Content posten und als Creatorin durchstarten? Ja, das sind alles ernst gemeinte Vorschläge."

Was ich tatsächlich gemacht habe:

Vielen Dank für deine Zeit, dein Interesse, deine Antworten ❤️

Am Anfang wollte ich jedes Mal, wenn ich hundert neue LeserInnen gewonnen habe, ein Stickbild verlosen (Öffnet in neuem Fenster). Das ging aber nicht, ihr wurdet zu schnell zu viele. Mittlerweile lesen hier zehnmal so viele Menschen mit wie am Anfang.

42 Mitglieder unterstützen aktuell meine Arbeit und finanzieren mir so meinen Büroplatz und mein Stickzeug. Danke dafür! Ich verdiene mit allem, was ich außer diesem Newsletter so schreibe, mehr - trotzdem hebt nichts meine Laune zuverlässiger als die Mail mit der Info, dass jemand eine neue Mitgliedschaft (Öffnet in neuem Fenster) abgeschlossen hat.

🤝Vielleicht etwas für dich? Hier Mitglied werden! 🤝 (Öffnet in neuem Fenster)

Deine Wertschätzung für meine Inhalte bedeutet mir viel. Deswegen ist der Newsletter auch regelmäßiger erschienen als geplant. Vor einem Jahr dachte ich, ich schreibe ab und an. Tatsächlich schrieb ich (mit zwei Ausnahmen) jede Woche.

Damit steht "Innen & Außen" vor einer Grundsatzentscheidung:

Soll hier eine professionelle Content-Maschine draus werden, die sich selbst finanziert? Wie das klappen könnte, weiß ich: Viele Texte darüber schreiben, wie man gesünder, schöner, klüger, entspannter wird, und die hinter die Paywall packen.

Oder soll ich weiter nach Lust und Laune darüber sinnieren, was mich bewegt und darauf hoffen, es genug Leute interessiert, damit ich auf lange Sicht mit diesem, äh, Projekt nicht völlig draufzahle? Allerdings künftig nicht mehr jede Woche, damit das Buch-Exposé auch eine Chance hat?

Ich neige zu letzterem. Was wünschst du dir? (Öffnet in neuem Fenster) Schreib mir, wenn du Lust hast.

Ich will hier nicht erzählen, wie man eine gute Therapeutin findet - sondern darüber nachdenken, ob wirklich jeder eine braucht.

Ich will keine Tipps geben, wie man gut durch die Wechseljahre kommt - sondern fragen, wo Selbstermächtigung aufhört und Selbstoptimierung beginnt.

Ich will kein Rezept für antientzündliche Pralinen teilen - sondern erzählen, wie zur Hölle ich darauf kam, zuckerfreie Schokolade mit Flohsamenschalen könnte schmecken.

All diese Themen kommen bald.

Heute nur noch schnell, bevor meine 5000 Buchstaben aufgebraucht ist, ein paar Gedanken zu Therapie. Denn gestern war ich mit einer Freundin spazieren, sie ist einer der wenigen Menschen in meinem Bekanntenkreis, die keine Therapeutin hat.

Wir sprachen über ihren Sohn, der schon eine hat, und außerdem gerade Liebeskummer. Und wir sprachen über die vielen anderen Menschen in unserem Umfeld, die wegen Jobwechsel, Scheidungen und anderen Problemen in Therapie sind. Wir waren uns einig: Irgendwas läuft hier falsch. Mit Psychotherapie werden psychische Krankheiten behandelt. Nicht Lebenskrisen.

Ich schreibe seit mehr als zehn Jahren über psychische Themen, und da mir Entstigmatisierung wichtig ist, habe ich mich lange gescheut, diesen Punkt öffentlich zu benennen. Auch weil ich selbst wegen meiner Depressionen viel Therapie gemacht habe und Kritik sich anhören kann wie "Ich darf, du nicht".

Wie üblich es aber geworden ist, Therapie prophylaktisch für das normale Leben anzuwenden, beschreibt auch die Psychotherapeutin Franca Cerrutti im Spiegel. (Öffnet in neuem Fenster) Ich denke bei dem Thema immer an den Psychiater Thomas Pollmächer, der mir im Gespräch für mein Buch (Öffnet in neuem Fenster) sagte: "Viele Menschen bräuchten keine Psychotherapeuten, sondern einen Freund."

Die Schweizer Psychiaterin Esther Pauchard führte den Gedanken fort (Öffnet in neuem Fenster) und sagte: "Um einen Freund zu finden, muss man selbst ein Freund sein, und das ist anstrengend. Als Patient hingegen fühlen sich die Leute wie Kunden, sie bestellen, bewerten, befehlen, das erscheint manchen bequemer als eine echte Beziehung."

Was denkst du darüber? Schreib mir gerne. (Öffnet in neuem Fenster)Ich habe mich diesem Thema sicher nicht zum letzten Mal gewidmet.

Ein schönes Wochenende wünscht dir

Barbara

🙏Ich nehme mir für jede Ausgabe von "Innen & Außen" einige Stunden Zeit. Um mir das weiter zu ermöglichen, werde doch Mitglied (Öffnet in neuem Fenster).

🗣️ Falls du jemanden kennst, der diesen Newsletter mögen könnte - empfiehl ihn weiter (Öffnet in neuem Fenster).

📝 Falls du meine Themen interessant findest: Schreib nicht ab, sondern arbeite mit mir zusammen. (Öffnet in neuem Fenster)

Geschrieben

💌 EXKLUSIV FÜR MITGLIEDER 💌

Wollen Eltern etwa nur noch Mädchen? Influencerinnen betrauern blaues Konfetti auf der Gender-Reveal-Party und Studien zeigen: Töchter werden beliebter. Was dahintersteckt. (Steady (Öffnet in neuem Fenster))

"ADHS ist keine Kinderkrankheit, da wächst sich nichts aus": Du vergisst deine Termine, kannst schlecht aufräumen, hältst dich deshalb sogar für dement oder depressiv? Auch bei älteren Menschen kann ADHS dahinter stecken. Ich habe mit der Ärztin Astrid Neuy-Lobkowicz darüber gesprochen. (Spiegel-🎁-Link (Öffnet in neuem Fenster))

Bitte helfen: Zwischen psychisch Kranken und dem Hilfesystem stehen hohe Hürden. Beim Überwinden spielen Familie und Freunde eine wichtige Rolle. (Apotheken Umschau - leider nicht online, aber aktuell in deiner Apotheke)

Sind Auslandsreportagen wertvoller als Psychotexte? Seit klar ist, dass gedruckte Zeitungen nicht die Zukunft sind, wollen alle Journalisten den besten Platz auf der Homepage. Doch da steht schon das Interview über Sex. (Übermedien (Öffnet in neuem Fenster))

Gelesen
Ronald Reng: Der deutsche Sommer

Ich interessiere mich nicht für Fußball, das war 2006 auch schon so. Trotzdem kann ich dieses Buch kaum aus der Hand legen, jedes Kapitel endet so, dass ich sofort das nächste lesen will. Wie schafft man solche Cliffhänger in einer Geschichte, die jeder kennt, die viele miterlebt haben? Eine erzählerische Meisterleistung von Ronald Reng. (Öffnet in neuem Fenster)

"Deutschlands bekanntester Generationenforscher" Rüdiger Maas hat sich als Hochstapler entpuppt, schreiben Johanna Schoener und Martin Spiewak in der Zeit. (Öffnet in neuem Fenster)

Maas’ erstes Erziehungsbuch habe ich 2021 in der Süddeutschen Zeitung verrissen. (Öffnet in neuem Fenster)

Im Spiegel-Interview sagte Bundeskanzler Friedrich Merz: "Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen". Er bezieht sich damit auf Social Media, und es ist nicht der einzige seltsame Satz, den er von sich gibt (Spiegel-🎁-Link (Öffnet in neuem Fenster)).

Wenn Merz und seine Regierung so vor sich hin scheitern, habe ich immer zwei widerstreitende Gefühle:

1. Schadenfreude. Na, du alter Mann, hast gedacht, mit null Regierungserfahrung und viel Sendungsbewusstsein bekommst du es besser hin, als alle vor dir. Ist wohl doch nicht so einfach, dieses Regieren, hmm?

2. Angst. Ich würde mir sehr wünschen, dass diese Regierung mehr gebacken bekommt und weniger handwerkliche und kommunikative Fehler macht. Obwohl wenn ich nicht auf Merz' politischer Linie bin: Die Lage ist zu ernst.

Gehört

In der ARD Mediathek, sorry, auf (in? mit?) ARD Sounds (Öffnet in neuem Fenster) "Die schwarze Rose" von Dirk Schümer, und dann "Die schwarze Lilie" gleich hinterher. Zwei unterhaltsame Historienkrimis.

Warum deine Aufmerksamkeitsspanne gar nicht kaputt ist, erklärt Historiker Daniel Immerwahr hier im Gespräch mit dem Wirtschaftspsychologen Adam Grant. (Öffnet in neuem Fenster)

Gelitten
Migräne-Statistik: VIer Schmerztage, vier Tabletten

Migränestatistik. Immer noch alles super.

Gestickt

Feminismus in Frühlingsfarben - verlose ich demnächst. Wenn du gewinnen willst: Hier entlang (Öffnet in neuem Fenster).

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