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Gestresst? Ausgelaugt? Am Ende? Wo immer mehr Eltern Hilfe finden

In Kurkliniken suchen überforderte Mütter und Väter Unterstützung. Hier sagt die Psychologin Pilar Velazquez, was Eltern in angespannten Lebenslagen benötigen – und wie sie an einen Kurplatz kommen.

Zuerst erschienen im Spiegel, 12. März 2026 (Öffnet in neuem Fenster)

Frau Velazquez, Sie führen die Rehaklinik Saarwald, eine Einrichtung für Mütter, Väter und pflegende Angehörige im Verbund des Müttergenesungswerks. Wer ist gerade bei Ihnen auf Kur?

Velazquez: Das ist immer eine bunte Mischung. Zu uns kommen Ärztinnen und Anwälte, Lehrerinnen, Hausfrauen, einfach alle.

Für wen kommt eine solche Maßnahme infrage?

Velazquez: Ich höre oft, dass Frauen im Vorfeld gefragt werden: Warum brauchst du eine Kur, bei dir ist doch alles in Ordnung! Dabei sollte man kommen, bevor man zusammenbricht. Eine Mutter- beziehungsweise Vater-Kind-Kur ist eine Vorsorgemaßnahme, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorbeugen oder stabilisieren soll, das zu verstehen ist ganz wichtig. So ein Klinikaufenthalt ist daher das Richtige für alle, die etwas in ihrem Leben verändern möchten und die sich dabei Unterstützung wünschen.

Foto: Faride Araujo/Unsplash

Wie hilft eine Kur dabei?

Velazquez: Wenn man gezielt und bewusst eine Auszeit nimmt, kann man die eigene Situation aus einer anderen Perspektive betrachten. Vielen tut es auch gut, sich mal intensiv um sich selbst und ihren Körper kümmern zu können und auch mit den Kindern auf eine ganz andere Art Zeit zu verbringen, als das im Alltag möglich ist. In einer Klinik muss niemand selbst putzen, kochen oder arbeiten.

Wie in einem Hotel.

Velazquez: Nein. Wer Urlaub machen will, ist in einer Mutter-Kind-Klinik fehl am Platz. Die Maßnahme wird von den Krankenkassen finanziert. Anspruch haben Personen, die in aktueller Familienverantwortung sind, und deren Gesundheitsprobleme müssen damit in Zusammenhang stehen. Es sollte darum gehen, herauszufinden: An welchen Punkten kann und will ich etwas ändern, um zukünftig gesünder und belastbarer zu sein – für mich und für meine Familie? Eine klare Vorstellung davon, was die Maßnahmen sind und leisten, schützt vor falschen Erwartungen. Wenn sich Menschen dann beschweren, weil der Service oder das Essen nicht so sind wie in einem Restaurant, dann ist das für sie und für uns frustrierend.

Seit wann arbeiten Sie in Mutter-Kind-Kliniken?

Velazquez: Ich bin Psychologin und arbeite seit 17 Jahren in dieser Klinik, seit 2021 leite ich sie.

Pilar Velazquez, Jahrgang 1979, ist Psychologin und leitet seit vier Jahren die Rehaklinik Saarwald für Mütter, Väter und pflegende Angehörige.

Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Velazquez: Sehr viel. Früher hatten wir über den Winter geschlossen, weil es gar nicht genügend Bedarf und Kostenzusagen für einen ganzjährigen Betrieb gegeben hat. Das ist heute ganz anders, wir haben immer offen und sind immer voll, auch über die Feiertage. Da kommen dann vor allem Patientinnen und Patienten mit schwierigen Familienkonstellationen, die die Chance nutzen wollen, gerade an Weihnachten Entlastung zu erleben. Insgesamt wird es jedes Jahr mehr.

Haben Sie eine Idee, woran das liegt?

Kategorie Texte

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