von Christoph Fetzer und Bernd Schwickerath
Zu jedem Play-off-Tag in der DEL (und manchmal auch in der DEL2) gibt es von uns drei kurze Gedanken.
Die Ergebnisse von Freitag, 24. April:
DEL2-Finale:
Kassel Huskies - Krefeld Pinguine 2:5 (Serie 0:4)
DEL-Finale:
Adler Mannheim - Eisbären Berlin 3:7 (Serie: 0:1)

1. Der KEV ist (hoffentlich) wieder da
Die Fans waren vorbereitet. Als sich die Mannschaft der Krefeld Pinguine nach ihrem vierten Finalsieg am Freitagabend in Kassel vor dem Gästeblock für das traditionelle Meisterfoto aufstellte, war im Hintergrund ein Banner zu sehen. „Der KEV ist wieder da“, stand drauf. Und normalerweise müsste man jetzt sagen: So ist es, nach vier Jahren DEL2 haben die Krefelder endlich die Meisterschaft geholt und sind nun zurück in der ersten Liga.
Ob es wirklich so kommt, steht aber ja bekanntlich in den Sternen. Noch immer gibt es kein definitives Ja oder Nein von Gesellschafter Peer Schopp, ob der KEV sein Aufstiegsrecht überhaupt wahrnimmt. Schon vor Monaten sagte er, dass es dafür mehr braucht als sportlichen Erfolg. Eben vor allem Geld, und das sei nicht im gewünschten Maße vorhanden. Aber es entwickele sich zumindest in die richtige Richtung: „Ich muss sagen, dass wir mittlerweile sehr viel Zuspruch haben und viel Unterstützung aus dem Gesellschafterkreis bekommen. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir diese Hürde meistern werden“, sagt Schopp dem WDR. „Ich würde sagen, wir sind bei einem 60:40-Szenario. Ich kann es immer noch nicht hundert Prozent versprechen. Aber wir sind auf jeden Fall auf einem sehr sehr guten Weg."
Richtig wäre das allemal. Nicht nur, weil ein Standort wie Krefeld einfach in die erste Liga gehört. Sondern auch, weil dort in den vergangenen Jahren viel richtig gemacht wurde. Nach den Chaos-Jahren am Tabellenende der DEL erfanden sich die Pinguine neu – wurden seriös und gingen es behutsam an. Das gefiel auch dem Umfeld, das die zweite Liga von Beginn an annahm. Es kamen sogar deutlich mehr Fans als in den düsteren DEL-Jahren. Alle verstanden, dass es nicht um den direkten Wiederaufstieg mit der Brechstange geht. Stattdessen wurde der Kader immer wieder ein Stück besser, hinzu kam 2024 die Verpflichtung von Trainer Thomas Popiesch. Das Ergebnis war im zweiten Jahr eine Saison, die an Souveränität nicht zu überbieten war: überlegene Hauptrunden-Meisterschaft, dann drei Sweeps in den Play-offs. Nicht mal der Tabellenzweite aus Kassel konnte wirklich mithalten. Der KEV war die mit Abstand beste Mannschaft der Liga.
Geschafft hat er das vor allem mit erfahrenem Personal – zwölf Spieler sind 30 und älter. Da sind diverse Leute dabei, die in der ersten Liga keiner mehr haben wollte. Aber die haben alle noch etwas im Tank. Auch Philip Gogulla, der am Freitag einen Hattrick schoss und insgesamt 15 Punkte in den zwölf Play-off-Spielen machte. Jon Matsumoto (13 Punkte), Alexander Weiß (10) und Adam Payerl (8) – und natürlich die Topscorer Max Newton (18) und Mathew Santos (17) sowie Nummer-eins-Verteidiger Davis Vandane (11). Es gäbe da auch noch Marcel Müller, der in den Play-offs oft fehlte, aber am Freitag bei seiner Rückkehr ebenfalls traf.
Die Frage ist natürlich, inwieweit die „älteren Herren“ auch in der ersten Liga den Unterschied ausmachen könnten. Und ob das Tempo noch ausreicht. In der DEL2 konnten sie viel über Erfahrung, Hockey-IQ, Stellungsspiel und Technik auffangen, aber in der DEL braucht es mehr Geschwindigkeit, körperlich und gedanklich. Die Basis ist zwar gelegt, aber für die erste Liga muss sich der Kader ändern – und das kostet Geld. Wollen wir also hoffen, dass die Pinguine das zusammenbekommen. Sie gehören vom Klub her in die DEL, sie gehören von ihren Leistungen her in die DEL.
2. Eiskalte Eisbären

Das war jetzt ein langer „kurzer Gedanke“ zu den Pinguinen. Aber man steigt eben nicht jeden Tag auf. Der Rest hier zum DEL-Finale geht schneller. Ungefähr so schnell, wie die Eisbären Berlin gestern für klare Verhältnisse in Mannheim sorgten. Da stand es nämlich schon nach dem ersten Drittel 0:3, nach etwas mehr als der Hälfte gar 0:5.