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Drei Gedanken zum Play-off-Tag (4.4.26)

von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer

Zu jedem Play-off-Tag in der DEL gibt es von uns drei kurze Gedanken.

Die Ergebnisse von Samstag, 4. April:
DEL-Viertelfinale:
Eisbären Berlin - Straubing Tigers 6:5 n.V. (Serie: 4:2)
ERC Ingolstadt - EHC RB München 3:7 (Serie: 2:4)

Daniel Pietta fand nach dem Viertelfinal-Aus gegen München klare Worte – auch in Richtung Münchens Cheftrainer Oliver David. Bild: City-Press

1. Fiese Fouls als Teil des Spiels

Die Serie zwischen dem EHC RB München und dem ERC Ingolstadt war gleich in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Sportlich gesehen war sie vor allem torreich. In keinem Spiel gab es weniger als sieben Tore, insgesamt waren es 53, das sind 8,8 pro Spiel. Nur in zwei Serien der DEL-Geschichte fielen mehr Tore – und die gingen beide über sieben Spiele: das Finale 2017/18 zwischen München und Berlin und das Achtelfinale 1994/95 zwischen Schwenningen und Rosenheim mit jeweils 55 Toren.

Wir könnten jetzt über starke Offensiven, schwache Defensiven, Torhüter und Special Teams philosophieren. Aber das war in dieser Serie alles zweitrangig. Das Foul von Fabio Wagner an Edwin Tropmann legte einen Schatten über das Sportliche. Es stand nach Spiel 4 die Frage im Raum, wie die beiden Mannschaften die Serie überhaupt noch ordentlich zu Ende spielen können. Es klappte irgendwie – aber den faden Beigeschmack wurde das Duell nicht mehr los.

Daniel Pietta hatte schon angekündigt, dass er sich nach der Serie äußern will. Und das tat er dann auch. Zunächst sprach er bei Magenta Sport über seinen ehemaligen Mitspieler Wagner und fand eher warme Worte: „Der Fabio ist ein herzensguter Mensch. […] Die Entscheidung hat er falsch getroffen, das weiß er selber.” Aber Pietta sagte auch: „Es ging München nur darum, [kurze Pause] nicht unbedingt Spieler zu verletzen, aber Spieler rauszunehmen für das nächste Spiel vielleicht.” Und dann kritisierte er die überharte Gangart: „Jeder will Meister werden, jeder will Spiele gewinnen. Aber wenn das der Preis sein muss, um sowas zu erreichen, dann kann ich da auch gerne drauf verzichten.” Das saß, aber Pietta machte noch weiter, sprach das Interview von EHC-Trainer Oliver David direkt nach Spiel 4 an: „Wenn man [kurz nachdem ein Spieler ins Krankenhaus gebracht wurde] zum Interview geht, da kann man nicht davon reden, dass das Teil des Spiels ist. Sollte das Teil des Spiels sein, dann habe ich keinen Bock mehr auf dieses Spiel.”

Piettas deutliche Worte müssen der Aufhänger für eine weitere Diskussion, Lehren und Konsequenzen aus der Szene sein. Es wirkt so, als sei das Foul mit der verhängten Sperre und dem Ende der Serie abgehakt. Weiter ungelöst ist aber das Problem, dass Eishockeyspieler regelmäßig erst die Fassung und dann den Respekt vor der Gesundheit des Gegners verlieren. In keiner anderen Sportart passiert das so oft wie im Eishockey. Denn so richtig Pietta mit vielen seiner Worte lag, mit einem lag er falsch: Genau solche Aktionen sind leider Teil des Spiels. Sie sind es seit Jahrzehnten. Das muss aufhören.

2. Die Play-offs sind Ty-Ronning-Zeit

Ty Ronning steht nach dem Viertelfinale schon wieder an der Spitze der Scorerliste.

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