They called us the pop kids
'Cause we loved the pop hits
And quoted the best bits
So we were the pop kids
(Pet Shop Boys)
158/∞
Good evening, Europe!
Vielen Dank für die netten Rückmeldungen zur letzten Ausgabe (Öffnet in neuem Fenster)! Es stellt sich raus, dass man deutlich mehr Feedback bekommt, wenn es um enger gefasste, lokale Themen geht (hier: um die Idee, eine lokale Kulturübersicht zusammenzustellen), als wenn man abstrakt die „Renaissance der Blogs“ ausrufen möchte. Gehen wir’s also an!

Im Moment kommt auch nach jeder Newsletter-Ausgabe ein*e neue*r Bezahl-Abonnent*in hinzu. Wenn wir mit dieser Rate weiter machen, komme ich ziemlich genau zum Renteneintrittsalter an einen Punkt, wo ich von diesem Newsletter leben kann!
Wenn Ihr schon früher dazu beitragen wollt (und könnt), könnt Ihr das gerne hier tun:
Ansonsten - und ich kann das gar nicht oft genug betonen - hilft es auch sehr, wenn Ihr den Newsletter weiterleitet oder auf Social Media teilt!
Es kommt ja wirklich selten genug vor, dass ich (Öffnet in neuem Fenster) mal sage: „Hey, Deutschland, cool!“ (Wobei ich sagen muss, dass mir die aktuellen Versuche der voraussichtlichen nächsten Bundesregierung, Deutschland fit für die Zukunft zu machen, durchaus Respekt abnötigen.). Aber wenn Günther Jauch, der bekannteste und beliebteste Fernsehonkel der Republik, an einem Montagabend gegen 20.40 Uhr bei „Wer wird Millionär?“ die Frage „Ein 16-faches ‚Fuck you, I won’t do what you tell me‘ hört man im Outro des wohl bekanntesten Songs welcher Band?“ stellt, dann macht mich das schon überraschend glücklich. (Für die richtige Antwort „B: Rage Against The Machine“ (Öffnet in neuem Fenster) bekam der Kandidat dann 8.000 Euro.)
Vergangene Woche kam die ebenso überraschende wie traurige Nachricht, das AnNa R., langjährige Sängerin der Band Rosenstolz, im Alter von nur 55 Jahren gestorben ist. Ich hatte kein besonders enges Verhältnis zur Musik von Rosenstolz, aber es gab im Laufe der Zeit ein paar Berührungspunkte, die bei mir nachhaltig Eindruck hinterlassen haben, und die ich etwas wahllos im Blog (Öffnet in neuem Fenster) notiert habe.
Beeindruckend war auch die Anteilnahme auf Social Media: AnNa R. und Rosenstolz hatten offenbar in so vielen Leben eine Rolle gespielt und das sollte jetzt geteilt und gemeinsam verarbeitet werden. Und für einen kurzen Moment zeigte sich wieder, was Internet eben auch kann: Menschen zusammenbringen. Tim Bendzko, sonst eine meiner bevorzugten pop culture punching bags, postete gestern ein Cover (Öffnet in neuem Fenster) von „Liebe ist alles“, zu dem meine gute Freundin und Kollegin Selma Zoronjić alles Wesentliche gesagt hat: „Hätte niemals gedacht, dass mich Tim Bendzko, der Rosenstolz covert, so emotional machen würde, but here we are“.
Die Tage habe ich mit einem zehnjährigen, angehenden Cellisten dieses Tiny Desk Concert von Abel Selaocoe geschaut:
https://www.youtube.com/watch?v=GhY31ngpnWg (Öffnet in neuem Fenster)Wir haben mit offenen Mündern zugeschaut, weil wir beide nicht genau verstanden, was der südafrikanische Musiker da genau macht, aber beide sehr davon angetan waren.
Dafür gibt es in der Krombacher-Reklame (Öffnet in neuem Fenster) jetzt ein sehr egales Cover von „Where Is My Mind?“ von den Pixies (auch bekannt als „Der Song am Ende von ‚Fight Club‘“), das von der zuständigen „Creative Music Agency“ Imagine aus Berlin mit einem der geisteskrankesten Texte vorgestellt wird, den ich je gelesen habe.
Stellt Euch vor, man hätte eine KI an allen substanzlosen Pressemitteilungen, Werbetexten und FDP-Wahlprogrammen trainiert, dann ein Kilogramm reines kolumbianisches Kokain ins Rechenzentrum geworfen und dem Ergebnis eine leere Flasche Roederer übergezogen, dann seid Ihr immer noch nur halb vorbereitet auf diesen himmelsschreienden Unfug (Öffnet in neuem Fenster).
Es war einer dieser Tage, an denen ich dem Universum dankbar war, so etwas zur Belustigung in meiner Freizeit lesen zu können und auf keinen Fall selbst erstellen zu müssen.
Im letzten Newsletter hatte ich noch geschrieben, wie sehr ich mich auf das neue Album von Clipping freue, inzwischen ist „Dead Channel Sky“ (Sub Pop Records; Apple Music (Öffnet in neuem Fenster), Spotify (Öffnet in neuem Fenster), Amazon Music (Öffnet in neuem Fenster), Tidal (Öffnet in neuem Fenster), YouTube Music (Öffnet in neuem Fenster), Bandcamp (Öffnet in neuem Fenster)) fast zwei Wochen raus und ich hab im Blog (Öffnet in neuem Fenster) darüber geschrieben, was für ein tolles, anstrengendes Album das ist.
Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, dass Daveed Diggs, der Rapper von Clipping, den wir „Hamilton“-Fans als Marquis de Lafayette und Thomas Jefferson in der Erstaufführung des Musicals kennen, im Jahr 2014 zusammen mit dem Schauspieler/Autor/Regisseur/Musiker Rafael Casal eine achtteilige Webserie (Öffnet in neuem Fenster) produziert hat, in der Diggs Hobbes spielt und Casal Calvin.
Ja, richtig: Die beiden haben ihre liebsten „Calvin & Hobbes“-Strips Bild für Bild und Wort für Wort nachgespielt. Urheberrechtlich in einem gewissen Graubereich, aber meines Erachtens großartig:
https://www.youtube.com/watch?v=dc2ix5mzBas (Öffnet in neuem Fenster)Bei Netflix (Öffnet in neuem Fenster) habe ich endlich mal die anrührende Dokumentation „Will & Harper“ geschaut, die ich hatte sehen wollen, seit ich die beiden Protagonist*innen bei „Fresh Air“ (Öffnet in neuem Fenster) gehört hatte. Will Ferrell macht sich darin mit seiner Kollegin und Freundin Harper Steele, die erst seit kurzem als Frau lebt, auf einen Roadtrip durch die USA.
Der Film ist ein buddy movie und meinetwegen das, was man ein „niedrigschwelliges Bildungsangebot“ nennt. Es ist ein Film über unsere Zeit und über ein verwirrtes Land. Ein Statement und ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit. Aber im Grunde genommen auch und vor allem: Die Geschichte der Freundschaft zweier Menschen.
Auch darüber hab ich im Blog (Öffnet in neuem Fenster) geschrieben.
Und für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (Öffnet in neuem Fenster) hab ich über die Sendung „Lego Masters“ geschrieben, deren aktuelle Staffel letzte Woche auf Vox zu Ende gegangen ist, aber noch bei RTL+ (Öffnet in neuem Fenster) zu sehen ist. Eine harmlos-nerdige Familiensendung.
Wenn man - wie ich - nahezu ausschließlich CT das radio und BBC Radio 6 Music hört, begegnet man manchen Songs so oft, dass man völlig erstaunt ist, dass sie nicht Platz 1 der Deutschen Single-Charts belegen:
https://www.youtube.com/watch?v=a90_cjTF770 (Öffnet in neuem Fenster)Wenn Dich dieser Newsletter zum Lachen und/oder Nachdenken gebracht hat, wenn er Dir gefallen und/oder geholfen hat, leite ihn doch bitte an eine Person weiter, zu der er passen könnte.
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Habt eine schöne Restwoche und ein schönes Wochenende!
Always love, Luki