Im Jahr 2035 lebt die Menschheit nach einer verheerenden Virus-Pandemie im Untergrund. Die Erdoberfläche ist für Menschen komplett verseucht (aber nicht für Tiere). Der Sträfling James Cole wird per Zeitreise zurück in die 1990er-Jahre geschickt, um Informationen über den Ursprung der Seuche zu sammeln. Dort stößt er auf Hinweise, die von einer mysteriösen Armee der “12 Monkeys” künden. Als er versucht, die Katastrophe zu verhindern, landet er in einer Klinik bei der Psychiaterin Kathryn Railly, weil ihm natürlich niemand seine Geschichte glaubt. James beginnt zunehmend an seinem eigenen Verstand zu zweifeln bis Kathryn langsam dahinterkommt, dass er wirklich aus der Zukunft kommen könnte.
12 Monkeys ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von Terry Gilliam und erschien 1995. Der geniale Regisseur und Monty Python-Mitbegründer schuf bisher drei wegweisende dystopische Science-Fiction-Werke: Brazil (1985), The Zero Theorem (2013) und 12 Monkeys, das für mich eindrucksvollste in dieser Reihe. Die Hauptrollen werden von Bruce Willis, Madeleine Stowe und Brad Pitt übernommen. Für Willis und Pitt markierte der Film einen wichtigen Schritt, um auch als Charakterdarsteller in anspruchsvolleren Filmen wahrgenommen zu werden. Was die beiden hier zeigen, gehört zu den besten Darbietungen von Schauspielkunst, die ich je sah. Das Sounddesign und die Filmmusik stammen von Paul Buckmaster, dem hier mit seinen drei Musikebenen aus "Mood"-Musik, "Source"-Musik und Titelmusik etwas ganz besonderes gelang. Als Vorlage für das Drehbuch von David Webb Peoples diente der französische Kurzfilm Am Rande des Rollfelds (1962) von Chris Marker, der wiederum durch Alfred Hitchcocks Vertigo (1958) inspiriert ist.
12 Monkeys war lange Zeit mein absoluter Lieblingsfilm. Als ich ihn Ende der 90er-Jahre zum ersten Mal sah, war der apokalyptische Fiebertraum mit der psychiatrisch-labyrinthischen Story wie eine Offenbarung für mich. Die Bilder wussten zu fesseln und das verrückte Spiel von Brad Pitt galt als ikonisch - vergleichbar mit seinem Tyler Durden in Fight Club (1999).
Doch dieses filmische Meisterwerk ist nicht nur Zeitreise-Science-Fiction, sondern auch ein gesellschaftskritischer Ökothriller, der die mutige Frage stellt, ob die Spezies Mensch es verdient hätte, von der Erde getilgt zu werden. Die Story um eine verlorene Menschheit, die aufgrund einer Pandemie im Untergrund haust und einem faschistoiden System ausgeliefert ist, könnte nicht aktueller sein. Der mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Zeitreise-Ökothriller ist aufgrund dieser Story gut gealtert und konnte mich mit seinem hypnotischen Stil erneut verzaubern. Ein Film, wie er nicht besser in die Stimmung dieser Zeit passen könnte. "Es gibt kein richtig, es gibt kein falsch, es gibt bloß die öffentliche Meinung."
https://www.imdb.com/de/title/tt0114746/ (Öffnet in neuem Fenster)