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Paradies: Hoffnung (2013)

Während Melanies Tante ihre Ferien als christliche Missionarin verbringt und ihre Mutter in Kenia im Sexurlaub weilt, ist die Dreizehnjährige in ihren Sommerferien in einer Abnehmklinik für dicke Kinder und Jugendliche. Dort herrschen militärisch-strenge, von Übergriffigkeit geprägte Zustände. Doch schnell findet Melanie Freunde, mit denen sie heimlich essen, rauchen und trinken kann, sowie Flaschendrehen spielt und sich auf nächtliche Ausflüge begibt. Als sie sich in den vierzig Jahre älteren Klinikarzt verguckt und dieser nicht wirklich auf Abstand geht, keimt in ihr Hoffnung. Doch so wie zuvor schon der Glaube und die Liebe unerfüllt blieben, stirbt auch die Hoffnung - wenn auch zuletzt.

Paradies: Hoffnung ist ein österreichisches Drama von Ulrich Seidl, der zusammen mit Veronika Franz das Drehbuch schrieb. Der Film aus dem Jahr 2013 ist der dritte Teil von Seidls Paradies-Trilogie und schließt nach Paradies: Liebe (2012) und Paradies: Glaube (2012) die Reihe nun mit den Ferienerlebnissen von Teresas Tochter Melanie ab. In den wichtigsten Rollen sind Melanie Lenz als Melanie, Joseph Lorenz als Diätarzt, Michael Thomas als Sporttrainer, Vivian Bartsch als Ernährungsberaterin und Verena Lehbauer als Melanies Freundin zu sehen.

Wieder bekommen wir, mit mitleidslosem Blick, menschliches Scheitern in der Spießerhölle zu sehen. Erneut zeigt uns Seidl aufdringliche und zugleich ästhetische Bilder. Und wenn auch der dritte Film seiner Trilogie der heiterste und hellste ist, so geht es hier vor allem um Macht und Machtgefälle, das in sexuellen Übergriffen endet.

Ulrich Seidl zeigt mit seiner genialen Trilogie, dass die christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe in der Realität oft leer und unerfüllt bleiben. Das, was uns dagegen menschlich macht, sind allein unsere Abgründe.

https://www.imdb.com/de/title/tt2371834/ (Öffnet in neuem Fenster)

Kategorie Film