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Mann beißt Hund (1992)

Ein Reporterteam begleitet den Auftragskiller und Dieb Ben ein paar Wochen bei seiner Arbeit. Ben erläutert den Reportern wortreich und praxisorientiert die technischen und psychologischen Hintergründe seines Berufs. Außerdem ist er ein wahrer Philosoph, der so ziemlich zu jedem Bereich der westlichen Zivilisation etwas zu sagen hat. Das Filmteam, das für eine gute Reportage buchstäblich über Leichen geht, verliert immer mehr seine Distanz zu dem Mörder und lässt sich schließlich als Mordhelfer einspannen. Doch das ist erst der Anfang.

Die belgische Mockumentary aus dem Jahr 1992 ist eine beißende Medienkritik. Sie konfrontiert die Zuschauer mit obszönen, gewaltvollen Bildern und bricht mit anarchistischem Humor so manches Tabus. Wir erleben hier Rassismus, politisch unkorrekte Sprache, Gewalt gegen Kinder, Vergewaltigung und eine Menge mehr. Die Pseudodokumentation stammt vom Regie-Trio Rémy Belvaux, André Bonzel und Benoît Poelvoorde und heimste ordentlich Preise ein.

Mann beißt Hund kritisiert eine von Ethik und Verantwortung losgelöste Medienwelt. Der deutsche Titel geht auf eine Regel im Journalismus zurück, die erklären soll, was in den Medien eine Nachricht wert ist und was nicht: Wenn ein Hund einen Mann beißt, ist das keine Nachricht, denn das passiert sehr häufig. Wenn aber ein Mann einen Hund beißt, dann ist das eine Nachricht.

Mir hat der in Schwarz-Weiß gedrehte Low-Budget-Film ästhetisch sehr gut gefallen. Bens mal charismatischer, mal dümmlicher Redeschwall, seine zynisch-kaltblütige Art und die skurrile Story wissen gut zu unterhalten. Benoît Poelvoorde als Ben trägt den Film maßgeblich. Mann beißt Hund ist ein unterhaltsamer und kluger Arthouse-Film.

https://www.imdb.com/de/title/tt0103905/ (Öffnet in neuem Fenster)
Kategorie Film