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Systemdiagnose
[ INTRO-THOUGHTS: Ich finde es praktisch, wenn Leute bloggen. Vor allem, wenn ich Reportagen über ihre Projekte schreibe (beispielsweise Mods (Öffnet in neuem Fenster)). Sollte das gegenwärtige Interview nämlich nicht genügend hergeben, kann ich mit dem Blog auch auf die Vergangenheit der Personen zugreifen – und damit auch auf Antworten und Eindrücke, die hier festgehalten wurden, ohne zu wissen, dass ich sie eines Tages brauchen werde.
Für wen auch immer du dies geschrieben hast, Danke, dass du es auch eventuell für mich getan hast. Denn selbst wenn diese Daten nicht für jeden wertvoll sein mögen, für mich sind sie es.
Und aus dem selben Grund beneide ich diese Leute auch irgendwie. Ich würde auch gerne mehr auf meine Vergangenheit zugreifen können, nicht nur in Form von Fotos, sondern vor allem in Form von Gedanken. Tatsächlich habe ich sogar früher Tagebuch geführt, im Alter von 17 bis 24, aber dann die Struktur komplett geändert. Aus Gedanken und Gefühlen wurden reine To Do-Listen.
Es ist in vielen Situationen praktisch, nicht nur die Abfahrt- und Ankunftsdaten zu kennen, sondern auch den genauen Reiseverlauf. Was ich mir bei welcher Abzweigung gedacht habe. Ohne fühlt es sich manchmal so an, als würde ich alle zwei bis drei Monate / Jahre einen neuen Playthrough starten.]
Aktuell verwende ich diese Blogposts gewissermaßen auch als eine Fingerübung. Um ehrlich zu sein: Mein letzter Artikel liegt nun Wochen zurück und damit auch meine letzte praktische Erfahrung. Und beim ersten Beitrag habe ich bereits gemerkt, wie sehr ich RAUS bin – und zugleich, wie sehr ich das VERMISST habe.
[Der Gaming-Journalismus ist gerade genauso am Arsch wie das Gaming an sich. Das trifft sich gut: Ich habe ihn genauso satt wie er Innovation. Oder Kreativität. Oder spannende Perspektiven.]
Während gleichzeitig mein Brain-Mailfach immer noch voll läuft, mit allen möglichen Ideen und Projekten. So gesehen verschaffe ich meinem Kopf hiermit auch etwas Entlastung. Ja, ich könnte das auch weiterhin privat tun, aber DAS HIER hilft mir, mich zu fokussieren.

Das Spannende dabei: Egal, was ich produziere – es sind eigentlich immer Texte. Es spielt keine Rolle, ob ich sie im Nachhinein vertone oder verfilme – es bleiben Texte. Es mag das langweiligste (oder unsexy-ste) Medium überhaupt sein, das längst von allen anderen Medien überholt worden ist, aber: An die Präzision, Effizienz und Vernetzung des Wortes kommen die anderen Formen nicht heran.
Wozu das wichtig ist: Wenn ich nicht schreibe, bleiben auch alle anderen Maschinen in dieser Fabrik stehen. Also schreib!
[Ein weiteres Learning an dieser Stelle: Komme ich bei einer Sache nicht weiter, hilft es oft, das Medium zu wechseln. Das Schriftliche aus einer bildlichen Perspektive zu betrachten, usw.]

Im Jahr 2025 habe ich drei bis vier Podcasts pro Woche produziert, ohne großen Aufwand. Das war mega, aber mich störte hierbei vor allem die Oberflächlichkeit.
Die Aufnahmen waren einerseits zu lang, um Leute bei der Stange zu halten, und andererseits zu kurz, um den Themen gerecht zu werden.
Im Jahr 2026 klaffen nun große Lücken zwischen den einzelnen Produktionen, die in den Bereich geskripteter Sendungen fallen. Klicktechnisch laufen diese viel besser als alles andere zuvor.
Ich versuche immer noch das richtige Maß zwischen Aufwand und Qualität zu finden. Gleichzeitig arbeite ich an der Priorisierung - welche Beiträge in welcher Reihenfolge kommen sollten. Oder überhaupt.
[Das beste Balance-Beispiel wäre vermutlich eine Fusionssendung, die mehrere Storys aufgreift und als Knotenpunkt dient. Ähnlich wie die Heute-Show.]
[Die Guerilla-Methode wäre, Blogposts zu schreiben und diese mit minimalen Aufwand schnell in Videobeiträge zu verwandeln.]

Über die Zeit hat sich mein Spezialgebiet immer mehr und mehr herauskristallisiert: Kontroverse Spiele, Interviews mit Expert*innen, Gespräche über Spielweisen und alternative Betrachtungen sowie Community-Geschichten.
Kurz: Gaming als Tool.
Aber eines definitiv nicht:
Marketing-Geshizzle, Schubladen-Tests,
Hate-Gemetzel und Nostalgie-PornEiner der finanziell erfolgreichsten Beiträge war der Silent Hill 2-Deep Dive. Allerdings nur dieser: Denn die anderen SH-Teile genießen nicht dieselbe Relevanz. Tatsächlich – auch wenn das naheliegend scheint – konnte ich diese Analysen nicht direkt auf andere Spiele anwenden, da hierfür überhaupt erstmal ein Zugang gefunden werden muss. Psychologie (oder eher Symbolinterpretation) funktioniert nur bei Silent Hill.
Mit einer Analyse zu TLOU wage ich einen neuen Versuch. Vielleicht zuerst in geschriebener Form.Ich suche weiter nach einer geeigneten Pay-Strategie. Doch hier hat sich bereits gezeigt: Serien-Content zu trennen, ist effektiver als optionalen Content zu erfinden.
Mein Grundproblem zurzeit ist die Motivation. Oder anders gesagt: Habe ich welche, fließt sie mir durch die Finger, bevor ich sie in eine Maschine schütten kann.
Daher: Ein Schritt nach dem anderen. Ein Beitrag nach dem anderen.