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BLACK VEIL BRIDES - aus FUZE.118

RÜCKKEHR DER RÄCHER. Sie haben sich fünf Jahre Zeit gelassen, bis nun endlich ihr neues Album erscheint. Aber das Warten hat sich gelohnt, denn „Vindicate“ wirkt größer als alles, was die Band aus L.A. bisher gemacht hat. Besonders spannend sind diesmal die vielen biblischen Anspielungen. Im Interview erklärt Sänger Andy Biersack, warum die katholische Kirche ihn seit seiner Kindheit und auch Jahrzehnte später noch prägt.

Credit: Jonathan Weiner

Ihr seid gerade auf Tour. Also hattet ihr schon die Gelegenheit, einige eurer neuen Songs vor einem Publikum zu spielen. Wie waren so die Reaktionen der Crowd?
Ziemlich verrückt, ehrlich gesagt. Ich denke, ich wusste es irgendwie, weil unsere Fanbase schon immer ziemlich engagiert war und die neuen Songs meist längst kennt. Aber wir haben fünf neue Titel auf der Setlist – das ist recht viel, damit verlangt man dem Publikum wiederholt ab, bei Sachen dranzubleiben, die sie vielleicht noch nie gehört haben oder die ihnen nicht so vertraut sind. Wir spielen natürlich auch immer die Hits, wie „Knives and pens“, „Rebel love song“ und „In the end“ und all das, aber es ist eine kleine Herausforderung an ein Publikum, zu sagen: Hey, 30% der Show werden komplett neues Material sein. Ich ertappe mich tatsächlich fast dabei, auf der Bühne vor Freude aufzulachen, weil das Feedback so toll ist, dass es mich irgendwie ein bisschen umhaut.

Fairerweise mussten die Fans ja fünf Jahre auf das neue Album warten, also sind sie vielleicht einfach wirklich gehypet, neue Songs zu bekommen, und lassen sich super schnell drauf ein.
Das stimmt, ja. Es ist lustig, nachdem es fünf Jahre gedauert hat, dieses Album zu machen, arbeiten Jake und ich jetzt schon wieder am nächsten, wir sind jetzt gewissermaßen im Schwung. Es muss also nicht unbedingt wieder fünf Jahre dauern, bis sie etwas Neues bekommen. Möglicherweise kennen sie die Songs dann nicht so gut. Weißt du, vielleicht sollte ich doch ein halbes Jahrzehnt warten, bevor ich wieder was rausbringe.

Mir kommt es so vor, als würdet ihr irgendwie schon seit immer Musik machen. Wie fühlt es sich an, immer noch so erfolgreich mit BLACK VEIL BRIDES zu sein nach all den Jahren und irgendwie auch immer so konstant zu bleiben?
Ich habe die Band gegründet, als ich 15 war, und bin jetzt 35. Also hast du recht, es ist im Grunde mein ganzes verdammtes Leben. Ich denke, wenn man jung ist, liegt alles vor einem. Wenn du 15 bist, kannst du dir keine Welt vorstellen, in der nicht alles, was du dir ausdenken kannst, auch passieren wird. Da ist so viel Ehrgeiz, wenn du anfängst, und es gibt eine Zeit in deiner Karriere, in der alles möglich erscheint. Du könntest der Größte sein, du könntest größer sein als Taylor Swift, wenn du 17 bist und dir vorstellst, was du erreichen willst. Also die Tatsache, dass ich mich jetzt in dem Alter, in dem ich bin, und an dem Punkt in meinem Leben wiederfinde, an dem wir besser dastehen, als wir es seit ziemlich langer Zeit getan haben, und in manchen Fällen überhaupt jemals ... Zum Beispiel bei der US-Tour ist es der höchste Vorverkauf für Headliner-Tickets, den wir je hatten, also mehr als in der „Wretched And Divine“-Ära, mehr als je zuvor. Das ist ziemlich verrückt, denn wenn ich mich bei vielen meiner Zeitgenossen umschaue – so ist ihre Karriere nicht verlaufen. Und ich prahle nicht, ich bin einfach sehr dankbar dafür, dass wir in dieser Position sind und neue Zielgruppen uns entdecken. Es ist ein ziemlich großartiges Gefühl.

https://youtu.be/O2yixU7XjGU?si=Uc7yrKFfYzeAQzyx (Öffnet in neuem Fenster)

Euer neues Album „Vindicate hat irgendwie etwas Besonderes. Ich bin mit eurer Band aufgewachsen. Ich habe „Rebel love song“ entdeckt, als ich vielleicht 13 war. Also nach all diesen Jahren und viele Alben später fühlt sich das neue Album klanglich vertraut an, aber man kann definitiv auch hören, wie ihr euch weiterentwickelt habt. Und es ist irgendwie beeindruckend, wie ihr es geschafft habt, euch selbst über all diese Zeit so treu zu bleiben. Ich meine, du hast die Band mit 15 gegründet hast, aber es fühlt sich sehr beständig an, sogar 20 Jahre später.
Ja, ich denke, wir sind eine Band, die früh in ihrer Karriere in viele verschiedene Richtungen hätte gehen können, weil wir alle an vielen verschiedenen Arten von Musik und Stilen interessiert waren. Und ich denke, unser Debüt ist viel mehr das, was man vielleicht ein Metalcore-Album nennen würde. Als wir zum zweiten Album kamen, haben wir viel mehr so eine Art von Großartigkeit und Glam-Elemente in diesen sehr schweren Metalcore eingebracht. Und dann wurde es immer dramatischer und immer größer und größer. Und ich denke, was das ermöglicht hat, ist, dass wir nie wirklich zurückgeblickt und Alben gemacht haben, die Fortsetzungen der ersten Veröffentlichungen waren. Wir sind irgendwie für ein paar Jahre diesen anderen Weg gegangen und haben diese sehr großen Rockopern produziert. Und es hat sich immer so angefühlt wie: Mann, ich würde gerne sehen, wie diese Band mit all unserem in den Jahren erworbenem Wissen klingen würde, wenn wir zurückgehen und etwas machen würden, das unseren Anfängen entspricht. Und das war in gewisser Weise der Punkt, an dem wir angefangen haben nachzudenken. Ich denke nicht, dass dieses Album ein Throwback ist, sondern es umfasst einfach alles, was wir durch die ganzen Songs und Produzenten und Erfahrungen gelernt haben, und jetzt, da wir sozusagen die Schlüssel zu unserem eigenen Königreich übernommen haben, ist „Vindicate“ das, wo wir gelandet sind.

Kategorie Interviews

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