
Ich mache mir immer mal wieder Gedanken über Social Media Müdigkeit. Ich höre inzwischen häufiger von meinen Kund*Innen, dass sie bewusste Auszeiten von Social Media nehmen bzw. ihre Konten komplett löschen. Und ich selbst merke auch, dass es mir nicht gut tut. Öffne ich Instagram fühle ich mich innerhalb weniger Sekunden nicht mehr schön genug oder glaube, mein Hund sei falsch. Ähnlich bei LinkedIn: Innerhalb kurzer Zeit bleibe ich an einem Erfolgspost hängen und schon finde ich mein Business sch****.
Hinzu kommt: Fast alle Texte sind AI generiert und langweilig zu lesen. Reine Zeitverschwendung. Auch Videos sind oft nicht mehr echt. Ich sitze also zusätzlich noch einer völlig falschen Realität auf.
Aber genau das ist es, was ich ja meinen Kund*Innen vermitteln möchte: Bleib bei dir, mach dein eigenes Ding. Sei ehrlich und authentisch. Denn sonst funktioniert es nicht. Weil es keine Resonanz aufbaut.
Zwei Fragen tauchen auf
Aus dieser Situation heraus sind zwei Dinge für mich wesentlich: Zum einen passt Social Media mit seiner Wirkung nicht zu meinem Business. Und zum anderen: Wenn ich mein Business auf Resonanz und Wirkkraft aufbaue, welche Alternativen habe ich dann zum Social Media Marketing?
Ich habe ein wenig nachgeforscht und folgendes erkannt: Die Basis von Algorithmen bzw. deren Logik operiert ganz anders, als Resonanz:
Taktung statt Tiefe
Reichweite statt Beziehung
Sichtbarkeit statt Wahrheit
Vergleich statt Wirkkraft
Und vor allem: Social Media bringt dich raus aus dir, während mein Business Menschen einlädt, bei sich zu bleiben. Wenn du dich schon nach Sekunden klein, falsch oder „nicht genug“ fühlst - wie soll dort ein Raum entstehen, der Menschen in ihre Wahrhaftigkeit führt?
Alternativen zu Social Media
Und gleichzeitig sehe ich, dass es einfach nicht so richtig viele Alternativen gibt. Und es genug Menschen gibt, die Social Media gerne nutzen. Deshalb habe ich die Frage umgedreht:
Die wichtigere Frage ist nicht: „Was statt Social Media?“
sondern: Wie entsteht Resonanz wirklich?
Resonanz entsteht eben nicht durch Sichtbarkeit. Ja, es braucht Sichtbarkeit, um gefunden zu werden. Aber Resonanz arbeitet viel im Verborgenen und entsteht auf Ebenen, von den wir keine oder kaum Ahnung haben (ich jedenfalls nicht 😊).
Menschen buchen bei mir nicht unbedingt, weil sie mich oft sehen. Sondern weil sie sich gesehen fühlen, wenn sie mir begegnen.
Und ich glaube: Wenn Menschen Social Media verlassen, verlassen sie nicht das Bedürfnis nach Resonanz. Sie verlassen nur den Lärm. Das heißt: Sie sind erreichbar.
Aber anders.
Sie sind nicht weg. Sie suchen nur anders. Möglicherweise selbstbestimmter. Denn ich glaube, wir finden diese Menschen dort, wo
gelesen wird statt gescrollt
zugehört wird statt konsumiert
Beziehungen gepflegt werden
Empfehlungen zählen
Zeit eine Rolle spielt
Die Sichtbarkeit über Suchräume ist langsamer. Aber es ist viel schöner, gefunden zu werden. Statt Menschen zu haben, die dich so oft gesehen haben, dass sie irgendwann doch ja sagen.
Oder – was meinst du?
Nachdenkliche Grüße
Simone
P.S. Steady ist für mich ein solcher Raum der Resonanz. Und ein Raum, der Geben und Nehmen ermöglicht. Ich finde es so wichtig, dass keine Einseitigkeit entsteht. Und die gibt es im klassischen Content Marketing IMMER. Aber: Muss es so sein?
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