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Euer Guide zum neuen Games-Internet

Hi! Dennis von Indie Fresse hier.

Zwischen unseren Podcast-Folgen gibt’s kluge Gedanken zu schönen Spielen in eurem Postfach.

Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt:

Eine Minimap für die Games-Medien-Landschaft

Zelda: Breath of the Wilds ganze Map ist gigantisch

Selten gab es eine turbulentere Zeit für den Spielejournalismus.

Vielleicht habt ihr bemerkt, dass ich in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder neue Projekte von ehemaligen Autor*innen großer Games-Seiten vorgestellt habe. Der Grund ist ganz einfach: Weil sehr viele Kolleg*innen ihre Jobs verloren oder verlassen haben.

Und irgendwann habe ich bemerkt: Diese ganze Landschaft, das ganze Ökosystem des Games-Journalismus hat sich radikal verändert.

Das ist spannend. Es ist aber auch ziemlich unübersichtlich. Und darum will ich einen Überblick schaffen — und quasi eine Leseliste (oder “Blogroll”, wenn ihr möchtet).

Ordnen möchte ich das Ganze nach den ehemaligen publizistischen Heimaten der neuen Projekte.

Wichtig: Vielleicht übersehe ich etwas und einige der neuen Projekte habe ich nicht so gut im Blick wie andere. Ergänzt gerne indem ihr auf diese Mail antwortet!

Kotaku

Der US-Blog Kotaku war in den 2010ern stilprägend für den Spielejournalismus. Die Autor*innen haben einerseits investigative Recherchen veröffentlicht, aber auch die Berichterstattung über Games-Communities populär gemacht. Nach dem Verkauf der Seite an G/O Media begann der Niedergang der Seite.

Polygon

Polygon war das wohl größte und wichtigste neue Games-Kultur Magazin der 2010er. Ein gut finanzierter Teil von Vox Media mit einem großen Team, das über Videospiele, Brettspiele, Serien, Filme und Nerd-Kultur berichtet hat, sowie Spiele-Guides veröfffentlicht hat, die Google Rankings dominiert haben. Zumindest bis die Seite vor kurzem an ehemalige Porno-Unternehmer verschachert wurde und so gut wie alle namhaften Journalisten ihre Jobs verloren haben.

  • Rogue: (Öffnet in neuem Fenster) Das vielleicht erste Zeichen von Konsolidierung im neuen Games-Internet. Rogue ist ein Seite ehemaliger Polygon-Autor*innen, die weiterhin Spiele-Kultur-Journalismus machen wollen. Kurz nach dem Start wurde bekanntgegeben, dass ein bereits bestehendes Projekt, Big Friendly Guide, die Komplett-Lösungs-Website ehemaliger Polygon-Guide-Autoren, Teil des Angebots wird

  • Mothership: (Öffnet in neuem Fenster) Ein explizit feministischer Games-Blog, gegründet von Zoë Hannah (Polygon) und Maddy Myers (Kotaku). Wichtig, denn feministische Blogs haben Games-Diskurse geprägt, wurden in den letzten Jahren aber vielfach eingestellt. Eine Perspektive, die ich sehr vermisst habe.

  • Design Room: (Öffnet in neuem Fenster) Zu den spannendsten Artikel von Polygon gehörten die Oral Histories. Gesprächsprotokolle mit vielen, unterschiedlichen Menschen, die an legendären Spielen beteiligt waren. Matt Leone setzt diese Arbeit fort mit langen, toll illustrierten Artikeln, etwa über Mirror’s Edge (Öffnet in neuem Fenster).

  • Post Games: (Öffnet in neuem Fenster) Noch ein Wohlfühl-Podcast. Ex-Polygon-Chefredakteur Chris Plant interviewt Spiele-Entwickler*innen und versucht so eine Games-Podcast im ÖR-Style zu machen.

Rock, Paper, Shotgun und Eurogamer

Sehr britisch, sehr witzig, und sehr wichtig für PC-Spieler*innen. Rock, Paper, Shotgun war einer der ersten Blogs, die ich wirklich regelmäßig gelesen haben. Im Jahr 2024 wurde RPS zusammen mit Eurogamer (tolle Reviews, tolle Reportagen) und einer Reihe anderer Seiten vom Branchen-Giganten IGN aufgekauft. Seitdem geht es bergab. Kürzlich wurden erfahrenen Eurogamer-Kolleg*innen entlassen (Öffnet in neuem Fenster).

  • Jank.cool: (Öffnet in neuem Fenster) Eine der neuesten Blogs mit der besten URL überhaupt. Ehemalige RPS-Autoren (darunter der SEHR witzige Brendan Caldwell) versuchen sich mit einem witzigen Blog über PC Games. Selten ist etwas schneller in meinen RSS-Reader gewandert.

  • People Make Games: (Öffnet in neuem Fenster) Bei Eurogamer hat Chris Bratt die YouTube-Videos gemacht. Quintin Smith bei RPS diverse Reportagen. Zusammen berichten sie nun auf YouTube über Arbeitskämpfe in der Games-Industrie, über die Arbeitsbedingungen von Roblox-Entwicklern und über das Drama hinter Disco Elysium. Games-Journalismus mit Betonung auf Journalismus.

  • Digital Foundry: (Öffnet in neuem Fenster) Die Tech-Experten. Die Technik-Analysen von DF waren ein essentieller Teil des Angebots von Eurogamer. Jetzt ist das Team unabhängig und erklärt weiterhin ausführlich, wie Game Engines performen.

Diverse

OK, das wird langsam viel zu lang, darum jetzt noch im Schnelldurchlauf

Und auf Deutsch?

Das waren jetzt sehr viele englischsprachige Medien. Aber was ist eigentlich mit deutschsprachigen Games-Medien? Auch hier gibt es viele, unabhängige Projekte, die sich aber vor allem im Bereich Podcast und Video bewegen.

Ich weiß, ich weiß. Das war jetzt sehr, sehr viel. Aber es sind turbulente Zeiten. Der Spielejournalismus ist komplett durcheinandergewirbelt. Große Redaktionen bieten immer seltener Sicherheit. Das Geld wird an vielen Stellen knapp.

Diese unabhängigen Projekte verdienen es, gelesen und unterstützt zu werden.

Schamlose Selbstpromo und anderes Zeug

Noch mehr Links? Nagut.

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