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Podcast #30: Sex, Intimität und fragile Männlichkeit: Wie finden wir zueinander? - mit Lisa Hoffmann & Madita Oeming

Fotos © Annkristin Beier; © Paula Winkler

In der 30. Ausgabe meines Politik-Podcasts wird’s intim! Mit Sozialpsychologin Lisa Hoffmann und Kulturwissenschaftlerin und Sexualpädagogin Madita Oeming (Öffnet in neuem Fenster) spreche ich über Intimität, Sexualität und Geschlechterrollen. Schnell stellen wir fest, dass es trotz der allgemein verbreiteten Meinung, die Gesellschaft sei aufgeklärt, noch viele Tabus und Schamgefühle bezüglich Intimität und Sexualität gibt. Scham, Vorurteile und Diskriminierung sind keine Seltenheit, sowohl im akademischen als auch im öffentlichen Raum. Nicht nur ist die weibliche Lust und die „weibliche Wirklichkeit“ von der Forschung chronisch untererforscht und mitunter zum vermeintlichen Nischenthema verstoßen, auch sonst haben es Frauen nicht leicht zwischen Slutshaming (Öffnet in neuem Fenster), „mentalen Brillen“ voller Vorurteilen (die passive, quasi heilige Frau; der stets starke, erobernde Mann) und einer zusehends krisenhaften Männlichkeit. Wir reden über Disney-Filme, Geschlechterrollen und Orgasm Gaps; über die Beharrungskräfte männlicher und weiblicher Mindsets, toxische Dating-Tipps (Öffnet in neuem Fenster), über gesellschaftliche Gleichberechtigung und die fortschreitende Radikalisierung einer jungen Generation, bei der die Sozialen Netzwerke ganze Arbeit leisten (Stichwort: Manosphere (Öffnet in neuem Fenster)). Gemeinsam erörtern wir, wie wichtig Empathie ist, ebenso Medienkompetenz – und dass sich in Erziehung, Schule und Politik wohl noch einiges ändern muss, damit die Lage nicht vollends eskaliert. Was wir aus dem Fall Ulmen-Fernandes hinsichtlich Digitaler Gewalt konstruktiv lernen können, ist ebenfalls unser Thema wie #notallmen (Öffnet in neuem Fenster); und warum es weniger um Schuld geht als um Verantwortung.

Wie üblich geben euch meine Gäste viele gute, kluge, praktische Tipps – vom medialen Umgang mit Sexualthemen über die Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen bis hin zu weiterführenden Studien und Lektüren. Am Ende steht die Erkenntnis, das nicht bloß „die Scham die Seiten wechseln“ muss, sondern wir alle – die Gesellschaft insgesamt – sensibler werden sollte für die Themen Sexualität, Einvernehmlichkeit, Respekt und Geschlechterkommunikation. Ganz nach dem Motto: Aufgeklärt statt aufgeregt (Öffnet in neuem Fenster). Unser Fazit: Die Lage ist verzwickt, aber keineswegs ausweglos. Danke Lisa, danke Madita; für eure Offenheit, für eure Expertisen, für die Enttabuisierung wichtiger Themen!        

Zur Feier der 30. Folge meines Podcasts erhaltet ihr das Gespräch direkt, ohne Paywall – wie immer wäre es hilfreich, wenn ihr die Podcastfolge in den Sozialen Netzwerken teilt, weiterverschickt und/oder euren Freunden davon erzählt. „Nicht noch ein Politik-Podcast” ist ein Crowdfunding-Projekt; wer sicherstellen will, dass ich auch zukünftig weitererarbeiten kann, wirft ein paar Euro in die Kaffeekasse (Öffnet in neuem Fenster) oder schließt ein Steady-Abo (Öffnet in neuem Fenster) ab. An alle, die schon supporten (auf welche Weise auch immer): Danke <3

https://janskudlarek.podigee.io/30-neue-episode (Öffnet in neuem Fenster)

Auf Spotify:

https://open.spotify.com/episode/1nOi1JKKfyM8HP0kWxDqsI?si=b4f3950161974425 (Öffnet in neuem Fenster)

Auf Apple Podcasts:

https://podcasts.apple.com/us/podcast/30-sex-intimit%C3%A4t-und-fragile-m%C3%A4nnlichkeit-wie-finden/id1732913415?i=1000761775277 (Öffnet in neuem Fenster)

Foto: © Paula Winkler

Madita Oeming

Madita Oeming (Öffnet in neuem Fenster) ist Kulturwissenschaftlerin, ausgebildete Sexualpädagogin und anerkannte Expertin für digitale Sexualität. Sie bildet deutschlandweit Fach- und Lehrkräfte im Umgang mit sexuellen Medien weiter und ist eine gefragte Speakerin für Themen wie Mediensucht, Jugendmedienschutz oder digitale Gewaltprävention. An der Uni Gießen koordiniert sie derzeit ein Forschungsprojekt zu Pornokompetenzen. Wissenschaftlich hat sie international publiziert und zuletzt im Jahrbuch für Pädagogik. 2023 erschien ihr Sachbuch «Porno. Eine unverschämte Analyse». Auf dem Instagram-Kanal @wissenstattscham (Öffnet in neuem Fenster) vermittelt sie sexuelle Medienkompetenz. Ebenso erreicht ihr sie unter @maditaoeming (Öffnet in neuem Fenster).

Madita Oeming (2026) (Öffnet in neuem Fenster) (Öffnet in neuem Fenster) Aufgeklärt statt aufgeregt (Öffnet in neuem Fenster): Was Eltern heute brauchen, um ihre Kinder durch die digitale Pubertät zu begleiten (Rowohlt polaris)

(Öffnet in neuem Fenster)

Foto: © Annkristin Beier

Lisa Hoffmann

Dr. Lisa Hoffmann ist Dipl.-Psychologin und Wissenschaftlerin. Von 2012-2024 forschte und lehrte sie am psychologischen Institut der Universität Bonn in der Abteilung Sozial- und Rechtspsychologie. Seit August 2024 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lernbereichsleitung (Gesundheits-, Sozialwissenschaften und Psychologie) am Institut für Hebammenwissenschaft (Öffnet in neuem Fenster) der Universität Bonn. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen v.a. im Bereich Geburt, Übergang zur Elternschaft, Mindsets, Emotionen, Genderstereotype und Sexualität. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit setzt sie sich in den sozialen Medien, v.a. Instagram (unter dem Handle @einanfang (Öffnet in neuem Fenster)), für Wissenschaftskommunikation ein.

Female Mindsets (2025) – Wie Denkmuster Weiblichkeit formen (Öffnet in neuem Fenster) – über Geburt, Sexualität und die Macht der Erwartungen (Kohlhammer)

https://www.instagram.com/p/DXwGJ9qMutB/ (Öffnet in neuem Fenster) (Öffnet in neuem Fenster)

Lisa weist im Podcast auf mehrere spannende Studien hin. So zeigt „The Role of Gendered Entitlement in Understanding Inequality in the Bedroom (Öffnet in neuem Fenster)”, dass sowohl Männer als auch Frauen (!) zum männlichen Anspruchsdenken auf einen Orgasmus beim Sex beitragen.

tipps & weiteres

„Niemand ist den Frauen gegenüber arroganter, aggressiver oder verächtlicher als ein in seiner Männlichkeit verunsicherter Mann.” - Simone de Beauvoir

https://www.instagram.com/p/DXEw8guiMw4/ (Öffnet in neuem Fenster)

Dokutipp:

https://www.zdf.de/video/dokus/zdf-info-100/looksmaxxing-junge-maenner-im-schoenheitswahn-100 (Öffnet in neuem Fenster)

Dass sie neben ihrem Aussehen eher wenig zu sagen haben und mit Kritik null umgehen können, beweisen Manfluencer regelmäßig. Der Looksmaxxer Clavicular (Öffnet in neuem Fenster) – übrigens zieht sich in mir alles zusammen, weil ich ernsthaft aus Wörtern wie „Looksmaxxer” und „Manfluencer” Sätze bilden muss – floh vor kurzem aus einem Interview, als es nicht mehr um sein angeblich sagenhaftes Äußeres ging, sondern um seine Beziehung zu gewaltbereiten Incels und weltbekannten Sexisten wie Andrew Tate:

https://www.complex.com/pop-culture/a/cmplxtara-mahadevan/clavicular-exits-60-minutes-australia-interview (Öffnet in neuem Fenster)

Lektüre:

Laurie Penny hat einen lesenswerten Artikel zum Thema im Guardian, der darauf hinweist, dass die jetzige toxisch-männliche Misere keineswegs neu ist, sondern über Jahre hinweg entstand und feministische Kritik daran im Wesentlichen ignoriert wurde („Feminists began raising the alarm about the manosphere decades ago – and we were ignored (Öffnet in neuem Fenster)”):

https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/apr/13/gamergate-andrew-tate-manosphere-feminists (Öffnet in neuem Fenster)

Einige weitere Gedanken und Verweise zum Thema problematische Männlichkeit findet ihr in diesem Artikel von mir zum Fall Ulmen (habt ihr vielleicht schon gelesen):

https://steady.page/de/janskudlarek/posts/0a0efe97-06b8-4a38-b8f1-ed4ddf01a65e (Öffnet in neuem Fenster)

Im Fall Ulmen wiederum kommen immer mehr verstörende Details ans Licht, u.a. berichtet die ZEIT (Öffnet in neuem Fenster), es gebe erstaunliche Ähnlichkeiten zu den realen Vorwürfen gegen ihn – in einer unveröffentlichten Comedyserie, deren Autor Ulmen ist:

„Der 18-jährige Lasse gesteht seiner Freundin ein Geheimnis. Er habe Bilder von ihr in Sex-Chatforen gepostet, und es habe ihn angemacht, wie andere Männer (Öffnet in neuem Fenster) über ihren Körper schrieben und über ihre erotischen Fantasien mit ihr. Er sei in sie verliebt, beteuert er immer wieder, dann beginnt er zu weinen: Er sei wie auf einem Trip gewesen, die Kommentare der anderen Männer hätten ihn so angemacht.

Lasse ist eine Figur aus Christian Ulmens letzter Comedyserie, die der Schauspieler und Regisseur im Herbst vergangenen Jahres auf Mallorca gedreht hat. Ulmen selbst spielt darin die männliche Hauptrolle, Lasses Vater.”

https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2026-04/christian-ulmen-serie-drehbuch-the-au-pair?freebie=d13af6db (Öffnet in neuem Fenster)

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