Am 12. Dezember findet mit “Los: Schreiben - eine Frage der Stimmung” mein letzter Schreibworkshop in diesem Jahr statt.
Ich sollte dafür Werbung machen, denke ich immer mal halbherzig, weil mir nichts schwerer fällt als das. Für meine Bücher mit 0,0 Plan zu lustigen Sounds auf Social Media herumhampeln? Kein Ding! Mich als ausgebildete Schreibpädagogin präsentieren, die womöglich sogar weiß, was sie da tut? Hör mir auf …

Tatsächlich treibt es mich aber um, nicht nur weil ich dieses zweite Standbein, das man derzeit kaum als solches bezeichnen kann, künftig brauchen werde, sondern vor allem, weil ich es gern mache: über das Schreiben reden, andere dafür begeistern, Mut machen, hier und da einen Schubs geben. Mit freiem Schreiben fing für mich alles an, und vielleicht ist das das Problem, vielleicht ist es für mich zu intuitiv, vielleicht müsste ich erstmal erklären, statt einfach hinzuwerfen: “Hier, guck, kannste mitmachen.”
Also alles auf Anfang. Hej, ich bin Karla. Darf ich deine Kreativität an die Hand nehmen?
Die Grundlagen
Wikipedia (Öffnet in neuem Fenster) behauptet, freies Schreiben sei assoziativ, improvisierend und spontan. Dann folgt eine Abhandlung über Einkaufszettel … Nun gut.
Im Grunde ist das eine wunderbare Definition. Freies Schreiben (Freewriting) ist nämlich eine Form des automatischen Schreibens. Dabei lässt du deine Gedanken aufs Papier fließen, ohne auf die Form oder sprachliche Schönheit zu achten. Die einzige Regel lautet: nicht absetzen! Was auch immer dir in den Sinn kommt, ist richtig. Alles darf sein. Und wenn’s am Ende eben ein Einkaufszettel ist.

Die Praxis
In meinen Kursen betreiben wir eine Mischung aus freiem Schreiben und Techniken, um dir Zugang zum vorgegebenen Thema zu verschaffen. “Schreib mal zu diesem Bild” kann nämlich, wenn der Kopf noch voll im Alltagsmodus steckt, fast schon zu komplex für unsere Kreativität sein. Und mein Versprechen als Kursleiterin lautet schließlich, dass du auf jeden Fall schreiben wirst.
Damit du nicht in Versuchung kommst, einen perfekten Text schreiben zu wollen, setze ich einen Timer, sodass du es dir gar nicht leisten kannst, zwischendurch lange nachzudenken, zu korrigieren oder nach der perfekten Fomulierung zu suchen. Es ist also trotzdem freies Schreiben - aber mit Hilfsmitteln.
Fun Fact: Auf diese Art habe ich einen Großteil meines Debütromans geschrieben und auch in meinen aktuellen Manuskripten nutze ich die Methode, wenn ich gar nicht weiterkomme.

Das Kleingedruckte
Texte, die durch freies Schreiben entstehen, sind meist sehr roh und können persönlich bzw. mitunter auch schmerzhaft werden, je nachdem, was dich gerade beschäftigt. Das kann immer passieren, selbst wenn der Impuls darin besteht, Gedichte zu bunten Bildern zu verfassen oder ein Strichmännchen zu malen.
Fürs Vorlesen gilt deshalb folgendes Prinzip:
Niemand muss vorlesen. Es besteht auch immer die Option, lediglich einen besonderen Satz zu teilen oder darüber zu sprechen, wie es dir beim Schreiben ergangen ist.
Rohfassungen werden nicht bewertet. Auch nicht positiv. Denn wenn ich einen Text lobe und den anderen nicht, kann das ebenfalls als Kritik aufgenommen werden. Deshalb bedanke ich mich in der Regel einfach fürs Vorlesen.
Auch wenn man schwer vorhersehen kann, was beim Freewriting an die Oberfläche kommt, sind meine Kurse grundsätzlich nicht als therapeutisches Schreiben konzipiert. Sollte es mal einen Workshop geben, bei dem wir autobiografisch bzw. viel aus dem Inneren schreiben, werde ich das vorher entsprechend kommunizieren.

Das Angebot
Wenn du bis hierher gelesen hast und jetzt denkst: Mensch, klingt eigentlich schön, aber ich schreibe einfach lieber für mich allein, dann habe ich gute Neuigkeiten. Ab sofort besteht die Möglichkeit, meine Arbeit als Schreibpädagogin auf Steady zu unterstützen. Wenn du die “Zeit zum Schreiben” abonnierst, bekommst du jeden Monat einen Impuls von mir direkt ins Postfach, der deine Kreativität anstupst. Den ersten gibt es im Dezember.
Dieses Angebot ist unabhängig von meinen Schreibworkshops. Wenn du also beides magst, wirst du dich trotzdem nicht langweilen. Die nächste Gelegenheit, über Zoom gemeinsam zu schreiben, gibt es am 12.12. um 19 Uhr. Informationen zu meinen Kursen findest du auch auf meiner Website (Öffnet in neuem Fenster).

Wie ist dein Gefühl bis hierher? Gut? Neugierig? Unentschlossen?Falls du diesen Beitrag als Newsletter erhältst, darfst du gern auf die Mail antworten und deine Fragen, Zweifel oder Anregungen mit mir teilen. Ein (kostenloses) Abonnement lohnt sich, wenn du mein monatliches Logbuch lesen möchtest, das versende ich nämlich ab sofort ausschließlich per Mail.
Ein Teil von mir fragt sich schon wieder, was ich hier tue - wie immer, wenn ich über meine Workshops spreche, dafür werbe, Zeitpläne aufstelle, bis hin zur Durchführung des jeweiligen Kurses. Dabei ist es jedes Mal so schön! Und genau darum geht es, weißt du? Schreiben ist wie Magie ohne Zauberspruch. Es darf leicht sein. Es wird dich überraschen. Und es gibt nichts Besseres, als die Kreativität gemeinsam zum Funkeln zu bringen.

Danke, dass du bis hierher gelesen hast. Ich freue mich über dein Interesse - und vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Schreibkurs? Bis dahin!