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Inklusion: Nicht weniger erwarten – sondern mehr.

Liebe Freund*innen der sozialen Gerechtigkeit,

nach wie vor werde ich oft gefragt: „Herr Krauthausen, was ist eigentlich Inklusion?“ Ehrlich gesagt frage ich mich manchmal, wie es sein kann, dass ich das im Jahr 2025 immer noch ständig erkläre. Die „Barrieren in den Köpfen“ scheinen irgendwie nicht zu schrumpfen – zumindest nicht in den Köpfen, die darüber zu entscheiden haben, ob reale Barrieren fallen oder nicht. Aber anstatt Barrieren abzubauen, wird in diesen Tagen am Sozialstaat gesägt und völlig ungeniert über die mögliche Abschaffung elementarer Lebensgrundlagen diskutiert. Aktuell besorgniserregendes Beispiel: Die Abschaffung des Pflegegrads 1 (Öffnet in neuem Fenster).

Anscheinend ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem wir den Verantwortlichen klarmachen müssen (Öffnet in neuem Fenster), dass wir auch im Angesicht solch existenzieller Drohkulissen (Öffnet in neuem Fenster) unsere Erwartungen in Bezug auf gleichberechtigte Teilhabe nicht zurückschrauben werden. Was das Thema Inklusion betrifft, ist es schon lange an der Zeit, nicht weniger, sondern mehr zu erwarten. Wie kann es etwa sein, dass wir uns 2025 immer noch abfeiern, weil wir es hinbekommen haben, ein paar Stationen einigermaßen barrierefrei zu machen?

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Diese Frage habe ich in dieser Woche beim Mobilitätskongress in Bad Homburg (Öffnet in neuem Fenster) gestellt. Außerdem habe ich mir mal wieder eine neue Antwort auf die alte Frage überlegt, was Inklusion bedeutet – und was nicht: Inklusion heißt nicht „Platz machen“ für Menschen mit Behinderung, sondern Räume und Prozesse so gestalten, dass sie für alle passen. Und ja, 2025 dürfen wir mehr erwarten als eine vage, mentale Bereitschaft dazu.

Liebe Grüße
Euer Raul

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Raul Krauthausen
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