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Language Snack #11: Sprachidentität in 1000xResist

Im Spiel 1000xResist geht es um eine Science Fiction-Dystopie, in der die gesamte Menschheit durch ein außerirdisches Virus der Occupants ausgestorben ist. Alle bis auf eine Person: Iris. Diese klont sich und gründet eine Art Kult, die sie als Allmother anbeten. Innerhalb dieses Szenarios reist man durch ihre früheren Erinnerungen, einige davon noch vor der großen Katastrophe. Diese beinhalten ganz normale Interaktionen mit ihren Eltern, die noch vor Iris Geburt von Hongkong nach Kanada ausgewandert sind, oder Mitschüler*innen. In den Erinnerungen werden einige Probleme klar, die das Leben im neuen Land mit sich bringt. Sehr deutlich wird dies in einer Unterhaltung mit ihrer neuen Mitschülerin Jiao aus Hongkong wirft ihr in einer Szene an den Kopf: “Aren’t you Hongkonger?” und “Oh right, I keep forgetting you don’t speak Mandarin!”

Für ein Kind von Eltern mit Migrationserfahrung ist dies oft eine schmerzhafte Anmerkung. Immer versucht Iris, den Spagat zwischen der Sprache und Kultur ihrer Familie und der ihrer englischsprachigen Mitschüler*innen zu schaffen und gehört deswegen oft zu keiner “Seite” wirklich dazu. Sie spricht zum Beispiel kein Mandarin, was ich zunächst darauf geschoben habe, dass auch ihre Eltern sich besonders anpassen wollten und sich um Englisch zuhause bemüht haben. Mit Iris streuen sie nur einige spezielle kantonesische Begriffe ein. Später wurde mir aber noch etwas anderes klar: Ihre Eltern haben sich i bei Demonstrationen der “Regenschirm-Revolution” in Hongkong kennengelernt. Während Mandarin zwar damals auch schon eine der Amtssprachen war, sprachen doch deutlich mehr Menschen Kantonesisch (Öffnet in neuem Fenster). Im Jahr der Occupants, also 2047, scheint es sich allerdings umgekehrt zu haben, so dass Jiao sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass jemand aus Hongkong sie nicht verstehen könnte. Deswegen spricht sie Iris immer wieder in Mandarin an, obwohl diese von ihren Eltern nur Kantonesisch gelernt hat. Ohne diese Kenntnisse ist sie für sie keine “richtige” Hongkongerin. Durch die mentale Verknüpfung von Herkunft und Sprachkompetenz wird ihre Identität infrage gestellt.

Ich möchte an dieser Stelle jedoch nicht diese Verhältnisse im Details analysieren (Mehr zur Darstellung von Diaspora-Erfahrungen in 1000xResist könnt ihr bei Alexis Ong nachlesen: 1000xResist review - a deeply personal exploration of diaspora politics and psychology. Sister act. (Öffnet in neuem Fenster)) Jedoch finde ich es spannend, wie wenige Worte es braucht, um diesen Hintergrund hineinzulesen, so dass diese trotz ihrer Einfachheit zu einem Vorwurf oder Ausdruck der Enttäuschung werden können. - Jenni

Neueste Beiträge auf Language at Play

Mario Donick hat für einen Gastbeitrag sein Interview mit Fanübersetzer Popfan zur 1987er-Übersetzung des Hittitels Phantasy Star (Öffnet in neuem Fenster) zur Verfügung gestellt.

Aurelia war beim Podcast Kritische Controller zu Gast (Öffnet in neuem Fenster) und hat dort Recherchen im Rahmen ihrer Dissertation zum Thema Geschlechtergeschichte deutscher Spielemagazine bis 2000 vorgestellt. In der Folge spricht sie über die BRAVO Screenfun.

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  • Gerade Sandbox-Spiele wie RollerCoaster Tycoon bieten viele Möglichkeiten für kreative Verwendung. Tube Cody hat bei Youtube ein Video veröffentlicht, in dem die Wagen auf ihren Achterbahnen zum Lied Defying Gravity aus dem Wicked-Musical “tanzen” (Öffnet in neuem Fenster) 

  • Im Spiel Tiny Bookshop empfiehlt und verkauft man gebrauchte Bücher. Eines davon ist “Games, Game Design und Game Studies” von Gundolf S. Freyermuth. So überraschend und random diese Buchnennung zunächst erscheint, so viel logischer wird sie, wenn man bedenkt, dass sowohl der Kölner Developer Neuludic Games als auch Freyermuth über das Cologne Game Lab miteinander verbunden sind und hier wohl ein Gruß rausgeht.

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