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Newsletter #09 - Kirschblütenkonfetti

Moin und herzlich willkommen zu meinem Newsletter!
Die ersten richtig warmen Tage, bunte Farben, Lächeln in Gesichtern und überall Kirschblütenkonfetti. Wäre diese Newsletterausgabe eine Farbe, dann wäre sie hellrosa – ein strahlendes, aber kein Neonpink, das ins Auge sticht, ein glückliches, optimistisches, unschlagbares Rosa, das uns sagt: Der Sommer kommt und vielleicht wird ja doch noch alles, alles gut. Viel Spaß beim Lesen 🫶🏼

#1 / Lang gesagt / Intergalaktische Kriege

Das Restaurant war klein und wirkte familiär. Bedient wurden wir von einem aufgeweckten Mädchen im Teenageralter, der Koch brachte uns das Essen persönlich an den Tisch im kleinen Biergarten. Frau Moos hatte sich ein Schnitzel mit Bratkartoffeln bestellt, vor mir stand eine dampfende Portion Käsespätzle, und wir tranken beide ein Radler. „Aus Prinzip“, hatte Frau Moos gesagt.
Was wir zuvor beschlossen hatten, setzten wir nun in die Tat um: Wir lernten uns kennen. Abwechselnd fragten, erzählten und lachten wir – eine sprach, die andere kaute – und mit jedem weiteren Thema, das wir anschnitten, fühlte ich mich entspannter und redseliger. Ich erinnerte mich nicht, wann ich zuletzt eine so gute Unterhaltung geführt hatte – eine, die ohne Smalltalk und die immer gleichen Fragen über Job, Hobbys und Familie auskam. Bald stießen wir auf Themen, die uns beide fesselten und über die wir stundenlang hätten reden können. Bücher waren etwas, das uns beide begeisterte, und so diskutierten wir einen halben Liter Radler lang über den aktuellen Buchmarkt, verstaubte Literaturpreise und die wichtigen Bücher in unserem Leben. Ich war mit den Harry Potter Büchern zur Leserin geworden, bei Frau Moos war es die Hanni und Nanni Reihe gewesen.
Sie erzählte mir, dass sie vor einigen Jahren in ihrem Stadtteil einen Buchclub gegründet hatte, dem inzwischen acht Frauen im Alter zwischen 67 und 92 Jahren angehörten.
„Und was lesen Sie gemeinsam? Ältere Literatur oder auch Moderneres?“, fragte ich sie.
Frau Moos verschluckte sich beinahe an einer ihrer letzten Bratkartoffeln und musste hustend lachen.
„Wissen Sie, Marina, wir lesen alles, was man uns nicht zutraut“, erklärte sie mit einem verschmitzten Lächeln.
„Wie meinen Sie das?“
Mit einem prüfenden Blick sah sie sich nach rechts und links um. „Haben Sie schon mal etwas von Dark Romance gehört?“
Nun war ich es, die sich beinahe verschluckte und in ein gellendes Lachen ausbrach. Die Vorstellung, wie ergraute Damen im Kreis saßen und sich eloquent darüber austauschten, wie junge Erwachsene in einem Roman dreckigen Sex hatten, ließ mich nicht los. Es war so wunderbar grotesk – ich liebte es!
Mir gegenüber stimmte Frau Moos in mein Lachen ein und genoss offensichtlich meine Reaktion. Es schien, als hätte sie schon häufig Ablehnung gegenüber ihrer speziellen Themenauswahl erfahren, denn nun begann sie immer schneller zu reden und sprudelte vor Begeisterung.
„Besonders Erna, sie ist die Oma in unserer Runde, bringt immer versautere Romane mit. In der Buchhandlung sagt sie, es sei für ihre Enkelin und mir wird ganz schwindelig, wenn ich mir vorstelle, dass junge Frauen solche Bücher lesen. Eieiei, da geht es ganz schön hoch her, sage ich Ihnen!“
Ich lehnte mich zurück und genoss es, ihr zuzuhören. Sie schien förmlich zu brennen – aber nicht mit einem dunklen und gefährlichen Feuer, sondern mit einem strahlenden Licht, das flimmernd und glitzernd von ihr ausging. Vielleicht war das diese Aura, von der immer gesprochen wurde, die man bei manchen Leuten sehen konnte. Ich sah Frau Moos’ Aura und ich hatte selten etwas Schöneres gesehen.
„Persönlich lese ich aber lieber Science-Fiction“, führte sie weiter aus. „Raumfahrt, Aliens, intergalaktische Kriege – das ist meine Welt!“
Daraufhin konnte ich nur den Kopf schütteln, fassungslos und beeindruckt zugleich. Ich wartete darauf, dass sie so etwas sagen würde wie: „Sie müssten Ihr Gesicht sehen! Haben Sie mir das wirklich geglaubt?“ Aber dergleichen kam nicht, und mir wurde bewusst, was das Schicksal mir da für eine absonderlich interessante und grundsympathische Reisegefährtin an das Ufer meines Abenteuers gespült hatte.

#2 / Neues vom Pinsel / 도서관

#3 / Kurz gesagt / Gewitter

Ich mag kein Gewitter
und dann mag ich es doch.
Denn wogt in mir ein Meer,
aus Grau und aus Splittern,
scheint alles zu hoch,
unüberwindbar zu sein,
zeigt mir ein Gewitter,
wie unwichtig und klein,
mein Grübeln doch ist,
wenn der Himmel aufbricht.

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#4 / Gelesen & Geliebt

Ich habe Darm mit Charme von Giulia Enders (Öffnet in neuem Fenster) gelesen und selten so viel über den eigenen Körper gelernt! Mit erstaunlich viel Witz und Klarheit erklärt die Autorin, wie der Darm funktioniert, was er mit unserem Immunsystem, unserer Psyche und unserem Alltag zu tun hat und warum wir ihm viel mehr Beachtung schenken sollten. Dass in der Medizin lange so wenig über den Darm und seine Bedeutung gesprochen wurde, macht dieses Buch umso wichtiger, auch fernab von Fachkreisen. Ein kluges, augenöffnendes Sachbuch, das ich wirklich jeder Person empfehlen kann, die ihren eigenen Körper besser verstehen will.

#5 / Raumfahrt Fun-Fact 🚀

Kennt man es sonst nur aus Piratenfilmen, gab es tatsächlich auch im Weltall bereits eine Meuterei.
Die Crew von Skylab 4 im Jahr 1973, bestehend aus drei Astronauten, war völlig überarbeitet. Ihr Tagesplan war bis ins Kleinste durchgetaktet und vollgepackt mit Experimenten, Wartung und Funkkontakten. Schlaf? Essen? Toilettengänge? Nur, wenn es der Zeitplan erlaubte.
Nach sechs Wochen wurde es den dreien jedoch zu viel und sie brachen den Funk ab. Für einen ganzen Tag. Sie schauten aus dem Fenster, genossen die Aussicht auf die Erde, aßen in Ruhe und unterhielten sich ganz entspannt über Gott und die Galaxie.
Die NASA am Boden? Komplett panisch. So etwas hatte es noch nie gegeben.
Aber am nächsten Tag war wieder alles gut, die Astronauten meldeten sich zurück, erholter denn je. Der Tagesplan wurde daraufhin entschlackt und tatsächlich blieb dies bis heute der einzige (bekannte) Streik in der Geschichte der Raumfahrt.

#6 / Poetry Slam Termine

09.05. Frankfurt (Oder), Kleist Forum
10.05. Wolfenbüttel, Lessingtheater
19.05. Herborn, KuSch
22.05. Bielefeld, Hörsaalslam
27.05. Bielefeld, Lokschuppen
04.06. Hamburg, Deutsches Schauspielhaus

#7 / Abspann

Ihr benötigt ein Lied für ein alles umfassendes Das-Leben-ist-schön-Gefühl? Ein Lied, das nur so strahlt vor Positivität und sich besonders für sonnige Autofahrten durch schöne Landschaft eignet oder für epische Sportmomente, in denen ihr euch unschlagbar fühlt? Da habe ich was für euch! Invincible von ORKAS (Öffnet in neuem Fenster)– gern geschehen 😉

https://open.spotify.com/track/3GcXONSbSPjaHFosZjBoot?si=bWpjV0pBRISlo_c7au5lAQ (Öffnet in neuem Fenster)
Danke fürs Lesen!

Zack, ist er schon wieder vorbei, mein Newsletter! Ich hatte auf jeden Fall Spaß und freue mich schon auf die nächste Ausgabe! Solltet ihr Fragen, Rückmeldungen oder Ideen haben, immer her damit. Antwortet einfach auf diese E-Mail.

Alle lieben Grüße und bis bald ☀️

Lea

P.S. Alle bisherigen Newsletter findest du hier:

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