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TOP OF THE OX #186

Die Rezensionen unserer Lieblingsplatten aus dem aktuellen Ox.
Diesmal mit: THE BEVIS FROND, BLUTGRUPPE WIXXXE, DEAD BOB, DEAD PIONEERS, THE FLATLINERS, GIMP FIST, NEUROSIS, DIE TOTEN HOSEN.

THE BEVIS FROND
Horrorful Heights (CD)
Fire firerecords.com (Öffnet in neuem Fenster)44:43/43:04

Auf dem THE BEVIS FROND-Album „Sprawl“ von 1994 gibt es einen Song namens „41 years“ mit der Textzeile „never get old, just older“, was immer noch das Motto des inzwischen 73-jährigen Nick Saloman zu sein scheint. Eigentlich hatte Saloman bereits vor zwei Jahren erklärt, als sein Album „Focus On Nature“ herausgekommen war, dass er in Zukunft nicht mehr auf ausgedehnte Konzertreisen im Ausland gehen wolle. Anlässlich seines neuen Albums „Horrorful Heights“ stand er nun doch wieder auf einer deutschen Bühne, im Musiktheater Piano in Lütgendortmund, und ich war froh, den 1953 geborenen Saloman noch mal live erleben zu dürfen. Ein leicht untersetzter, schrulliger Engländer, dessen immer noch schulterlanges Haar inzwischen natürlich etwas lichter geworden und ergraut ist. Der hatte immer noch viel Spaß mit seinen Songs und machte nicht den Anschein, als wolle er demnächst in Rente gehen, was er mit seinem mitreißenden Gitarrenspiel unterstrich.

Eigentlich würden Saloman und J Mascis von DINOSAUR JR. zusammen schon rein optisch ein gutes Paar abgeben, aber ihre Wege hatten sich eigenartigerweise noch nie gekreuzt. Dafür war Saloman auf dem letztjährigen LEMONHEADS-Album „Love Chant“ als Gitarrist beim Stück „Roky“ zu hören, einer Huldigung von Roky Erickson, dessen Schaffen wohl auch der THE BEVIS FROND-Frontmann viel abgewinnen kann. Ansonsten hat Saloman aber mehr mit Mascis als mit Evan Dando gemein, die ungefähr zeitgleich ihre Bands starteten, beide geprägt von epischen Gitarrensoli, bei denen man auch viel Neil Young heraushören konnte. Auch wenn THE BEVIS FROND in dieser Hinsicht immer deutlich psychedelischer geprägt waren als die im Punk und Hardcore verwurzelten DINOSAUR JR., werden beide charakterisiert durch eine perfekte Mischung aus Lärm und Melodien mit hohem Wiedererkennungswert.

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