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Der Überraschungssieger

Olympische Spiele haben ihre eigenen Gesetze. Das bestätigt sich alle vier Jahre aufs Neue. Für die größte Überraschung in Mailand sorgte Mikhail Shaidorov im Herrenwettbewerb, der sich das Gold griff, das der haushohe Favorit Ilia Malinin aus der Hand gab. Malinin hatte im Team Gold geholt, führte nach dem KP und obwohl er nicht ganz so souverän wirkte wie bei anderer Gelegenheit, war sich jeder sicher, dass er sich zum neuen Olympiasieger krönen würde. Stattdessen folgte ein Desaster in der Kür, das die Fans in der ausverkauften Halle und an den Bildschirmen, die Medien und andere Sportler fassungslos zurückließ. „Der junge Gott ist abgestürzt“, „Der Absturz des Ikarus“ und dergleichen lauteten die Schlagzeilen.

Mikhail Shaidorov ist kein Unbekannter. Doch obwohl der 21-Jährige bei der WM 2025 bereits Silber gewonnen hatte, hatte man ihn nicht auf der Rechnung, weil seine Saison bisher nicht so optimal lief. Er habe nach seiner Silbermedaille viel Druck verspürt, sagte der Kasache schon im Lauf der Saison und das lässt erahnen, wie viel Druck auf Malinin lastete, der viel mehr im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit steht. Für Shaidorov war es ein Segen, dass er wenig Beachtung fand.

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