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Newsletter 12/2025

Gedanken…

Zum Jahreswechsel schreibe ich keinen Jahresrückblick. Davon gibt es für meinen Geschmack schon genug. Ich schreibe über das Thema, das ich im Dezember schon auf Instagram angerissen hatte. Es geht um Arbeit. Um Arbeit, die Freude bereitet. Um den Begriff “Arbeit”, der in Deutschland nach meinem Empfinden überaus negativ besetzt ist.

Stein des Anstoßes war eine E-Mail die mich Mitte Dezember erreicht hat. Ich gebe sie hier komplett (und unkorrigiert), aber natürlich anonymisiert wieder:

“Hallo,

schön, dass es deine Seite gibt - schade, dass du es dir bezahlen lassen willst...

ich hatte das gefühl, du machst das aus leidenschaft, aber nun Geld verlangen....

armes deutschland - alles ziemlich bescheiden geworden

T.”

Nun könnte man meinen, mir hätte der erste Satz zu schaffen gemacht. Aber der lässt mich nach zwei Jahren Paywall und ähnlichen Anwürfen ziemlich kalt, weil ich weiß, was ich anbiete und welchen Wert es für viele Menschen hat, dass ich genau das anbiete. Und genau das ist es ja: ein Angebot. Das kann man gut oder schlecht finden, annehmen oder ablehnen. Das ist T.s eigene Entscheidung und Meinung. Auch der dritte und letzte Satz ist eine Meinung, zu der ich meine eigene habe, aber das sind bei T. wie bei mir private Meinungen, die keine öffentliche Diskussion brauchen.

Das, was mich angefasst und nachdenklich gemacht hat, ist T.s zweiter Satz. Denn dieser Satz bringt ein gesellschaftliches Thema ziemlich genau auf den Punkt, das mich immer schon umtreibt, an dem ich mich reibe und dessen Logik ich nicht verstehe. Der Kern der Aussage ist: Wenn ich etwas mit Leidenschaft tue, dann sollte ich kein Geld dafür verlangen. Heißt das im Umkehrschluss, dass alles, wofür Geld verlangt werden darf, nicht mit Leidenschaft betrieben wird?

Kategorie Newsletter-Archiv

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