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Warum Vorwärts-Abwärts so viel mehr ist als „Kopf runter“

Liebe Reiterinnen, liebe Reiter,

kaum sagt man Vorwärts-Abwärts, gehen irgendwo im Internet die Laternen aus.

Die einen sehen den heiligen Gral der Losgelassenheit, die anderen ein Pferd, das mit langer Nase Richtung Erdmittelpunkt entschwindet, während oben jemand in frommer Hoffnung auf feines Reiten sitzt. Dazwischen stehen wie immer die Pferde und fragen sich vermutlich, ob der Mensch irgendwann wieder auf die Idee kommt, nicht zuerst über den Hals zu diskutieren, sondern über die Praxis.

Denn genau da beginnt die Sache. Nicht beim Kopf oder der Nase. Oder bei der Frage, ob das Pferd „tief genug“ oder „zu tief“ ist. Sondern beim Reiter, seinem Sitz, seiner Balance und der Fähigkeit, ein Pferd wirklich von hinten nach vorn zu arbeiten. Das klingt so altmodisch, dass es schon wieder revolutionär scheint.

Im neuen Podcast sprechen wir über die Diskussion um das Vorwärts-Abwärts – und darüber, warum wir diese Arbeit für unverzichtbar halten, wenn sie korrekt verstanden und geritten wird. Denn ein Pferd, das sich im Vorwärts lang macht, den Hals vertrauensvoll nach vorn-unten dehnt, die Nase vor der Senkrechten lässt, im Takt bleibt und nicht eiliger wird, zeigt nicht vorhandlastige Nasenarbeit. Es zeigt eine der wichtigsten Voraussetzungen guter Ausbildung: Es beginnt, seinen Rücken herzugeben.

Und damit wären wir beim Kern. Vorwärts-Abwärts ist kein „Kopf runter“. Es ist auch keine freundliche Wellness-Geste für Pferde, die nach zwanzig Minuten Arbeit bitte noch kurz in die Dehnung dürfen, bevor alle zufrieden das Licht ausmachen.

Richtig geritten ist es ein handwerklich anspruchsvoller Ausbildungsweg: Es hilft dem Pferd, seine natürliche horizontale Balance unter dem Reitergewicht zu finden, den Rücken als tragfähige Brücke zwischen Hinterhand und Vorhand zu benutzen, Schubkraft zu entwickeln und Vertrauen zur Hand aufzubauen. Man könnte sagen: Es ist eine Einladung an den Körper des Pferdes, sich sinnvoll mit dem Reitergewicht zu organisieren.

Die klassische Logik dahinter ist bemerkenswert klar. Erst kommt der Takt, dann die Losgelassenheit, dann die Anlehnung. Wer diese Reihenfolge umdreht, bekommt vielleicht eine nach neuester Sehgewohnheit „hübsche“ Halslinie, aber noch lange kein losgelassenes Pferd. Muskulatur wächst nicht durch Wunschziehen, sondern im Millimeterbereich, wenn sie eben wachsen darf; der Rücken wird nicht tragfähig, weil man vorne eine Form herstellt, sondern weil das Pferd gelernt hat, mit Hinterhand, Rücken, Hals und Hand in einen Zusammenhang zu kommen. Der Hals ist dabei keine Dekoration, sondern ein hochwirksames Balancierinstrument. Wenn er sich richtig nach vorn-unten dehnen darf, kann das Pferd über Rücken und Oberlinie in eine funktionale Länge kommen. Wenn er dagegen nur irgendwo heruntermanipuliert wird, haben wir kein Vorwärts-Abwärts, sondern bestenfalls Halsgymnastik mit schlechtem Ausgang.

Das Pferd soll sich die Zügel aus der Hand kauen, ohne dass der Reiter die treibenden Hilfen aufgibt. Es soll den Hals nach vorn dehnen, die Nase vorwärts-abwärts tragen, völlig entspannt bleiben und dabei nicht schlurfen oder eiliger treten.

Natürlich ist das leichter gesagt als geritten.

Im Podcast “Vorwärts-Abwärts beginnt von hinten” sortieren wir deshalb:

·       Was echtes Langmachen mit Takt, Losgelassenheit und Anlehnung zu tun hat

·       Warum die Nase vor der Senkrechten kein Detail, sondern ein Schlüssel ist

·       Weshalb der Hals kein Deko-Element, sondern ein Balancierinstrument ist

·       Wie das Pferd lernt, seinen Rücken herzugeben und Vertrauen zur Hand aufzubauen

·       Warum gute Länge nicht gezogen, sondern ermöglicht wird

·       Weshalb man Vorwärts-Abwärts nicht am Foto erkennt, sondern an der Qualität der Bewegung. Warum versagen wir uns eigentlich manchmal freiwillig einen so wertvollen Ausbildungsweg – nur weil im Netz gerade wieder jemand mit sehr viel Meinung und sehr wenig Rückenverständnis durchs Netz strampelt?

Die Folge findet ihr überall, wo es Podcasts gibt. Und wer solche Fragen gern weiter vertiefen möchte: In der Takt & Talk Reitakademie nehmen wir die klassischen Zusammenhänge regelmäßig genauer auseinander – mit Bonusfolgen, Hintergrundwissen und konkreter Umsetzung für die Praxis.

👉 https://steady.page/de/podcast-mit-dem-pferd/posts (Öffnet in neuem Fenster)

Kurz gesagt: Irgendwie Kopf runter kann jeder.
Vorwärts-Abwärts muss man reiten.

Herzliche Grüße
Dido & Christoph

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