Liebe Politikinteressierte
Seit das Kinderspital Zürich – im Volksmund liebevoll Kispi genannt – im November 2024 von Hottingen in einen Neubau der Stararchitekten Herzog & de Meuron im Lengg-Quartier gezogen ist, stehen die früheren Spitalgebäude leer. Das rund 20’000 Quadratmeter grosse Gelände an bester Lage am Zürichberg lädt zum Träumen ein. Doch der Kanton Zürich plant ein neues Gebäude für das Zentrum für Zahnmedizin inklusive Flächen für das Comprehensive Cancer Center Zürich, ein Kompetenzzentrum für die Krebsmedizin und Krebsforschung.
Die Quartierbevölkerung hingegen will das frühere Kispi erhalten. Sie befürchtet insbesondere, dass das Areal noch lange ungenutzt beziehungsweise leer bleibt und damit eine riesengrosse Chance für das Quartier sowie die Stadt verpasst wird.
Es verwundert nicht, dass das ehemalige Kispi-Areal Begehrlichkeiten und Hoffnungen weckt. Selbstverständlich auch bei Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohnern. Exemplarisch zeigte das die Veranstaltung, welche die AL Kreis 7 und 8 kürzlich zusammen mit der Zürcher Arbeitsgruppe für Städtebau und der Interessengemeinschaft Kispi Hottingen organisiert hat.
Die Politik wurde bereits von links bis rechts verschiedentlich mit Vorstössen aktiv. Und plötzlich kommt Bewegung in die Sache. Wenigstens ein bisschen, wie unser Artikel zeigt. (Öffnet in neuem Fenster)
Auf den Spuren von Jascha Harke
Unsere freie Autorin Daria Semenova hat vermutlich das bisher längste Stück auf Rathuus geschrieben. Es ist ein gefühlvoll verfasstes Porträt geworden, das sich trotz der Länge definitiv zu lesen lohnt. (Öffnet in neuem Fenster) Daria begleitete Jascha Harke durch die Stadt Zürich, durch Quartiere und durch Erinnerungen. Sie sprachen dabei über Wohnraumdruck, über Betreuungsschlüssel sowie über Kultur, die nicht gefallen muss, sondern herausfordern darf. Und darüber, was es bedeutet, wenn Kinder einen fragend anschauen und sagen: “Bist du eigentlich ein Mann oder eine Frau?”
Jascha Harke ist 19 Jahre alt und kandidiert im März im Kreis 10 auf der SP-Liste für den Zürcher Gemeinderat. Auf die Frage, ob es möglich sei, mal nichts zu tun, kommt ein klares “Nein”. Dann, als offenbar logische Konsequenz: “Das ist mein grösster Albtraum. Ich habe wirklich schon Angst vor der Pensionierung.” Jascha wirkt dabei bestimmt und hebt die Stimme, sodass der Eindruck einer echten, wenn auch noch weit entfernten Befürchtung entsteht.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht
Unsere Edelfeder Beni Frenkel hat wieder einmal in die Tasten gegriffen. Wenn ihr uns möglichst viel Feedback schickt – egal ob positiv oder negativ – motiviert ihr Beni bestimmt dazu, regelmässiger für Rathuus zu schreiben. Schickt eure Meinung also ungeniert an redaktion@rathuus.ch (Öffnet in neuem Fenster).
“Ich habe eine Frau aus Kasachstan kennengelernt. Bekannte Städte dieses Landes sind: Schymkent und Qaraghandy. Die Frau aus Kasachstan heisst Kostya”, schreibt unser Kolumnist in seiner Glosse (Öffnet in neuem Fenster). Sie habe noch beide Eltern und viele Onkel und Tanten. “Im Herbst letzten Jahres schrieb mich Kostya an und schickte schöne Fotos von sich und Kasachstan. Ohne zu übertreiben: Kostya sieht aus wie ein Model.”
Und zu guter Letzt möchten wir euch noch auf unsere neuste Podcast-Folge hinweisen. (Öffnet in neuem Fenster) Lorenz Steinmann und Pascal Turin sprechen über die Halbierungsinitiative – und was sie für die Schweizer Medienlandschaft bedeutet. Eine unserer besten Folgen bisher, wie wir finden.
Wir wünschen ein schönes Wochenende.
Liebe Grüsse
Lorenz Steinmann und Pascal Turin