
Icke bei Weihnachtswalk und Nieselregen. Foto: Stefan Lauterbach (Öffnet in neuem Fenster)
Normalerweise ist hier ja technikfreie Zone. Aber ich habe mir vor einiger Zeit das gekauft, was ich “den kleinen Fummelblitz” nenne, nämlich einen manuellen FlashQ, made in Hongkong, der im zweiten Anlauf (beim ersten verbummelte die Deutsche Post die Sache, es zog sich endlos, aber die netten Jungs von LightPix Labs (Öffnet in neuem Fenster) taten alles, um die Situation zu lösen) auch tatsächlich bei mir ankam. Eigentlich hatte ich ihn für die kleine Ricoh GRIIIx vorgesehen, aber irgendwie landete er dann dauernd an der M10, die im Spätsommer meine M9 nach gut 14 Jahren Dauerbetrieb abgelöst hat. Oder ergänzt, so ganz entschieden bin ich da noch nicht.
Manuelle M10 und manueller Fummelblitz klingt erstmal anstrengend, stellte sich aber als komplettes Dreamteam heraus. Besonders, wenn es schon wieder so verdammt finster draußen ist wie momentan. Der kleine FlashQ ist anscheinend gerade ein Trendprodukt, denn unabhängig von mir bestellten sich rundrum alle FlashQs, auch Stefan, der mich oben angeblitzt hat. (Weil unsere Blitze auf den gleichen Kanal geschaltet sind, löst meiner leider immer mit aus und ich wußte auf die Schnelle nicht, wie ich das umschalte. Anyway, cooler Effekt.)

Und auch sonst erlebt der Blitz gerade ein Revival in der Street Photography, wie ich mit Interesse beobachte. Sogar jemand, der so ein Echtlichtfanatiker ist wie ich, kann sich mit der Sache anfreunden. Im Gewimmel, bei Weihnachtsmarkt, auf der Dibbemess (dem Rummel, oder wie das bei Euch heißt) oder bei der Fassenacht (Karneval, oder wie das bei Euch heißt) fällt das wirklich kaum auf. Gerade wenn bei Restlicht ein bißchen angeblitzt wird, interessiert das eh keinen. Oder hier an einem sonnigen Tag bei der EM:
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Was ich am Blitzen mag, ist daß die Fotos sofort so etwas Künstliches, fast schon Trashiges bekommen. Das ist eine komplett andere Ästhetik als die gediegenen Streetphotos mit Lichtschacht, warm angeleuchteter Wand und Silhouette, oder die Softbox eines bedeckten Tages mit gleichmäßiger Ausleuchtung von Menschen.
Blitz knallt. Blitz macht knatschige Farben noch knatschiger. Blitz ist irgendwie ziemlich kompromißlos. Der nimmt nicht das große Ganze in den Blick, sondern hebt das Detail hervor oder die einzelne Person.
munich_fotastic (Öffnet in neuem Fenster)
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Was dann ja natürlich auch noch geht ist das Anblitzen von Regen oder Schnee, was Yoshinori Mizutani so phantastisch beherrscht (eine angeblitzte Landschaft mit Krähen von ihm hängt bei mir im Wohnzimmer):
yoshinori_mizutani (Öffnet in neuem Fenster)
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Und hier wirkt der Blitz plötzlich gar nicht mehr trashig, sondern sorgt für eine ganz leichte, durchscheinende Atmosphäre.
Ich hatte in den letzten Wochen leider wahnsinnig viel zu tun, weshalb die Fotospaziergänge nahezu ausfielen. Aber ich habe gerade große Lust, mehr mit dem bislang geschmähten Werkzeug herumzuprobieren. Vielleicht konnte ich den ein oder anderen ja damit anstecken, den gewohnten Pfad zu verlassen und flashy Experimente zu wagen. (Das ist übrigens auch die heimliche Mission dieses Newsletters: alle sollen mehr ausprobieren. Aber pssst!)
Links
Biopics gehören eigentlich nicht zu meinen Lieblingsfilmen, aber “Lee” mit Kate Winslet als Lee Miller habe ich sehr gerne gesehen. Hier erklärt Kate Winslet, warum sie in dem Film die ganze Zeit wirklich mit der Rolleiflex fotografiert hat. (Öffnet in neuem Fenster) Toller Fotografinnenfilm.
Die Martin Parr Foundation hat einen recht informativen Youtube-Channel mit vielen Interviews. Hier zum Beispiel spricht Parr mit Trent Parke. (Öffnet in neuem Fenster)
Terminkalender
Doppelaufschlag Martin Parr: “Early Works” im Fotografie Forum Frankfurt (Öffnet in neuem Fenster) und "Martin Parr in Colour” in der Frankfurter Leica-Galerie (Öffnet in neuem Fenster). Beide Ausstellungen laufen noch bis 5. Januar 2025.
bis 5. Januar 2025: Robert Frank – Be happy. Museum Folkwang Essen (Öffnet in neuem Fenster)
bis 26. Januar: Elliott Erwitt. Vintages. Städtische Galerie Karlsruhe (Öffnet in neuem Fenster)
bis 23. Februar 2025: Stern-Reportagen von Marie-Claude Deffarge & Gordian Troeller, Museum Folkwang, Essen (Öffnet in neuem Fenster)
bis 3. März: Deutschland 1980. Fotografien aus einem fernen Land. Altonaer Museum, Hamburg (Öffnet in neuem Fenster)
bis 27. April 2025: Sachlich neu. Fotografien von August Sander, Albert Renger-Patzsch und Robert Häusser. Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (Öffnet in neuem Fenster)
bis 4. Mai 2025: “Perception, Passion and Pain”. Fotos von Nan Goldin, David Armstrong, Mark Morrisroe und Philip-Lorca DiCorcia, aus der Sammlung F.C. Gundlach. Deichtorhallen Hamburg (Öffnet in neuem Fenster)
3. Mai bis 12. Oktober 2025: Street Photography. Lee Friedlander, Garry Winogrand, Joseph Rodríguez. Museum Ludwig Köln (Öffnet in neuem Fenster)
Die guten Bilder
la_u_le (Öffnet in neuem Fenster)
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simonesander2 (Öffnet in neuem Fenster)
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thomas_hackenberg_photo (Öffnet in neuem Fenster)
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benjaminburfitt (Öffnet in neuem Fenster)
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