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Die Erde wird dunkler – die Nordhalbkugel schneller als die südliche Hemisphäre

Jeden Mittwoch schicke ich dir einen Impuls für mehr Rhythmus im Leben. Heute: Verlust der symmetrischen Lichtreflexion der Erde und die Folgen für das Klima.

Die Erde aus dem All fotografiert, wie eine blaue Murmel. (Öffnet in neuem Fenster)
(Foto: NASA)
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Der Spiegel bezeichnete ihn (Öffnet in neuem Fenster) in einem Nachruf als den „einsamsten Menschen seit Adam“. Der US-Astronaut Michael Collins (1930 bis 2021) hatte sich während der Mondmission im Jahr 1969 jedoch selbst gar nicht verlassen gefühlt: Während seine Kollegen Neil Armstrong und Buzz Aldrin der Mondoberfläche einen ersten Besuch abstatteten, blieb Collins in der Apollo-11-Kommandokapsel zurück. Ihm blieb ausreichend Zeit, seinen Heimatplaneten aus der Ferne zu bestaunen:

„Was mich wirklich überraschte, war die Aura der Zerbrechlichkeit, die sie (die Erde) ausstrahlte. (…) Ich hatte das Gefühl, sie ist winzig, sie ist glänzend, sie ist wunderschön, sie ist ein Zuhause und sie ist zerbrechlich“, sagte Collins später.

Fachleute nennen das, was Collins und Raumfahrende vor und nach ihm beim Blick auf die Erde empfanden, den „Übersichts-/Overview-Effekt“: „Einen Zustand der Ehrfurcht mit transzendenten Qualitäten, ausgelöst durch einen besonders eindrucksvollen visuellen Reiz.“

Ein Astronaut inmitten von Geräten. (Öffnet in neuem Fenster)
Michael Collin in einem Simulator vor der Mondmission am 28. Juni 1969. (Credit: NASA)

Auch Sigmund Jähn, der die Erde im Jahr 1978 als erster Deutscher in der Raumstation Saljut 6 tagelang umkreiste, zeigte sich beeindruckt (Öffnet in neuem Fenster):

„Bereits vor meinem Flug wusste ich, dass unser Planet klein und verwundbar ist. Doch erst als ich ihn in seiner unsagbaren Schönheit und Zartheit aus dem Weltraum sah, wurde mir klar, dass die wichtigste Aufgabe ist, ihn für zukünftige Generationen zu hüten und zu bewahren.”

Würden Collins oder Jähn heute aus dem All auf die Erde blicken, wäre sie im Vergleich zu damals etwas dunkler. „Die Erde wird seit Jahrzehnten immer dunkler und reflektiert weniger Licht zurück ins All – und die von der Nordhalbkugel reflektierte Lichtmenge nimmt schneller ab als die der Südhalbkugel, wie aktuelle Forschungsergebnisse nahelegen“, schreibt Margherita Bassi (Öffnet in neuem Fenster) im Smithsonian Magazine.

Kategorie Natur + Rhythmus

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