Zum Hauptinhalt springen

FAMILIE UND ANDERE TOTE

FILM-KRITIK (Öffnet in neuem Fenster)

Ähnlich dem Horst Schlämmer und seiner irritierenden Glückssuche (Öffnet in neuem Fenster) wollen uns auch heute nicht allzu lange mit inhaltlichen Details befassen. Also: Fertig oder nicht, es geht ums Töten (Öffnet in neuem Fenster). Dies sowohl in READY OR NOT 2 als auch in HOW TO MAKE A KILLING. (Nicht zu verwechseln mit der französischen Weihnachts-Mord-Komödie Un ours dans le Jura, die unter How to… in Deutschland veröffentlicht wurde (Öffnet in neuem Fenster) und seit kurzem fürs Home Entertainment erhältlich ist.)

li.: Samara Weaving als Grace MacCaulley in READY OR NOT 2; re.: Glen Powell als Becket Redfellow in HOW TO MAKE A KILLING - TODISCHERES ERBE
li.: Samara Weaving als Grace MacCaulley in READY OR NOT 2; re.: Glen Powell als Becket Redfellow in HOW TO MAKE A KILLING - TODISCHERES ERBE

Zu tun haben wir es mit zwei recht unterhaltsamen Filmen ähnlicher Laufzeit, die beide eine gute Viertelstunde zu lang sind (die magische 90-Minuten-Grenze). In beiden geht es irgendwie (anti-)familiär zu (Öffnet in neuem Fenster) und beide gerieren sich gewiefter als sie es sind (Öffnet in neuem Fenster). Was vor allem bei How to Make a Killing von John Patton Ford wieder passt, geht es da im Herzen um eine Wer-Haut-Wen-Übers-Ohr-Geschichte (Öffnet in neuem Fenster). Angeführt wird diese von Glen Powell (angespannter aber langsamer als in Running Man (Öffnet in neuem Fenster)) und Margaret Qualley (wie ausgebuffter in Honey Don’t (Öffnet in neuem Fenster)!), die doch irgendwie hinter ihrem Können zurückbleiben.

Femme Fatale? Margaret Qualley als Julia Steinway in HOW TO MAKE A KILLING - TODSICHERES ERBE // © Studiocanal / Ilze Kitshoff
Femme Fatale? Margaret Qualley als Julia Steinway in HOW TO MAKE A KILLING - TODSICHERES ERBE // © Studiocanal / Ilze Kitshoff

Überhaupt wirkt diese ganze Familien-Erb-Fehde halbgar. Succession meets … uhm … Ready or Not, I guess. Leider ist der Film als Satire nicht garstig genug, als Gangstergeschichte nicht beflissen genug und als Fun-Kill-Movie nicht hart genug. So gibt es eine Prise von allem, inklusive durchaus guter Besetzung auch in Nebenrollen, und am Ende – das noch über die Maßen erklärt wird (Öffnet in neuem Fenster) – bleibt’s bedauerlicherweise recht fad. Dennoch ein seichter Film für diese Frühlingstage, die ja irgendwie auch nichts Halbes und nichts Ganzes sind.

https://www.youtube.com/watch?v=LpEqmf7_L-U (Öffnet in neuem Fenster)

Dass READY OR NOT 2 nicht hart genug sei, kann nun wahrlich nicht gesagt werden (Öffnet in neuem Fenster). In Sachen kreativem Sterben, Blut und Gore (Öffnet in neuem Fenster) steht der Film dem Erstling in nichts nach. Allerdings dürften Zuschauer*innen, die den ersten Teil mit Samara Weaving als Grace MacCaulley nicht gesehen haben, so ihre Schwierigkeiten haben in den Spaß reinzukommen. Wenn mit der Figur ihrer entfremdeten Schwester Faith (Kathryn Newton) auch ein Charakter kreiert wurde, dem sie das alles einmal erläutern darf und auch die Jagdgruppe immer mal wieder Input gibt.

Gruppenfoto fürs READY OR NOT 2-Blutalbum // © 2026 Searchlight Pictures All Rights Reserved.
Gruppenfoto fürs READY OR NOT 2-Blutalbum // © 2026 Searchlight Pictures All Rights Reserved.

Kurzum: Es wird wieder spritzig-witzig gesplattert und wenn die Zeit rum ist, steht der*die neue Clan-Chefin aufm Plan. Für alle anderen Beteiligten gilt erneut: Spontaneous human combustion. Blood Boom (Öffnet in neuem Fenster). Wir freuen uns über fein besetzte Jäger*innen, einige Aperçus, erneut einen Elijah Wood, der sichtlich Freude daran zu haben scheint, gegen den Strich besetzt zu werden (Öffnet in neuem Fenster). Allerdings darf er viel Wert auf einen Ring legen.

Whoopise Doopsie: Kathryn Newton noch ganz erschrocken als Faith MacCaulley in READY OR NOT 2 // © 2026 Searchlight Pictures All Rights Reserved.
Whoopise Doopsie: Kathryn Newton noch ganz erschrocken als Faith MacCaulley in READY OR NOT 2 // © 2026 Searchlight Pictures All Rights Reserved.

David Cronenberg als Horror-Patriarch Chester Danforth, Shawn Hatosy als dezent sadistischer Depp Titus und Sarah Michelle Gellar als Ursula Danforth bringen viel Freude. Wenn hier auch vonseiten des Drehbuchs (Guy Busick, R. Christopher Murphy) sicherlich mehr launige Female-Power drin gewesen wäre.

https://www.youtube.com/watch?v=yuVcHeE_VZ8 (Öffnet in neuem Fenster)

Die Regie von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett sitzt, dass sie Weaving in Szene setzen können wissen wir durch den Vorgänger sowie Scream VI (Öffnet in neuem Fenster). Von unseren beiden Killer-Filmen ist Ready Or Not 2 in jedem Fall die spaßigere Geschichte, allein schon, weil sie ihren eigenen Charme und die vermeintliche Cleverness nicht so selbstverliebt ernst nimmt wie es das Todsichere Erbe Powells tut.

Zudem gibt es reichlich Easter Eggs zu diversen Filmen und Serien aller Beteiligter, was natürlich ein kleines Fan-Fest ist. Der Score von Sven Faulconer ist ebenfalls besser als jener Emile Mosseris, dafür sitzt die Songauswahl bei How to Make a Killing solider.

Run, Buffy, uh, Ursula, Run. Sarah Michelle Gellar in READY OR NOT 2 // © 2026 Searchlight Pictures All Rights Reserved.
Run, Buffy, uh, Ursula, Run. Sarah Michelle Gellar in READY OR NOT 2 // © 2026 Searchlight Pictures All Rights Reserved.

AS/Mitarbeit: HMS

PS: Jemand meinte, dass Sarah Michelle Gellar in Ready or Not 2 ein wenig aussähe wie Melanie Amann. Ok then.

PPS: Apropos Fan und Fest und Horror und Blut und Spaß: Vom 16. bis 19.04.2026 (Berlin, Hamburg, Köln) bzw. vom 23. bis 26.04.2026 (Frankfurt am Main, München, Stuttgart) finden die Fantasy Filmfest Nights 2026 statt. Mehr zum Programm lest ihr bei uns Anfang kommender Woche. 😱🩸

IN EIGENER SACHE: Da unser reguläres Online-Magazin noch immer nicht wieder am Start ist, veröffentlichen wir vorerst hier. Mehr dazu lest ihr in unserem Instagram-Post (Öffnet in neuem Fenster) oder auf Facebook (Öffnet in neuem Fenster). Außerdem freuen wir uns immer, wenn ihr uns einen Kaffee spendieren wollt (Öffnet in neuem Fenster), durch unseren Merch stöbert (Öffnet in neuem Fenster) oder uns direkt via PayPal (Mail: info_at_thelittlequeerreview.de) unterstützen mögt.

READY OR NOT 2 startet am 9. April 2026 im Kino.

Ready or Not 2; USA 2026; Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett; Drehbuch: Guy Busick, R. Christopher Murphy; Musik: Sven Faulconer; Bildgestaltung: Brett Jutkiewicz; Schnitt: Jay Prychidny; Darsteller*innen: Samara Weaving, Kathryn Newton, Sarah Michelle Gellar, Shawn Hatosy, Elijah Wood, David Cronenberg, Kevin Durand, Nestor Carbonell, Olivia Cheng, Varun Saranga, u. v. m.; Laufzeit ca. 104 Minuten; FSK: 16

HOW TO MAKE A KILLING - TODSICHERES ERBE startet am 9. April 2026 im Kino.

How to Make a Killing; UK, USA, Frankreich, 2026; Regie & Drehbuch:
John Patton Ford, basierend auf Israel Rank: The Autobiography of a Criminal von Roy Horniman; Musik: Emile Mosseri; Bildgestaltung: Todd Banhazl; Schnitt: Harrison Atkins; Darsteller*innen: Glen Powell, Margaret Qualley, Ed Harris, Jessica Henwick, Topher Grace, Bill Camp, Zach Woods, Adrian Lukis, Nell Williams, James Frecheville, Sean Cameron Michael, Raff Law, Bianca Amato, u. a.; Laufzeit ca. 105 Minuten; FSK: 12

https://steady.page/de/thelittlequeerreview/posts/291115c5-d35d-4dbf-b332-31a6282fa8a9 (Öffnet in neuem Fenster)
Kategorie Film & Serie

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von the little queer review und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden