FILM-KRITIK (Öffnet in neuem Fenster)
Wir sparen euch alles Drum und Dran zur ach so bewegten Produktionsgeschichte von Scream 7 und freuen uns einfach darüber, dass er a) am Start und b) ziemlich erfolgreich ist. Gerade einmal zwei Wochen in den Kinos hat er international bisher um die 150 Millionen US-Dollar umgesetzt (dem steht ein Budget von ca. 45-50 Millionen US-Dollar gegenüber).

So haben Mensch und Paramount Studios (die jetzt wohl Warner Bros. bekommen, die gerade mit Maggie Gyllenhaals The Bride! (Öffnet in neuem Fenster) und “Wuthering Heights” begeistern (Öffnet in neuem Fenster)) also in den Geldesel gestochen. Und vor allem nach ein bis zwei eher schwierigen Teilen (vor allem das aufgeblähte New York-Spektakel (Öffnet in neuem Fenster) irritierte) das einzig Richtige getan: Den kreativen Schöpfer der Reihe Kevin Williamson und die SCREAM-Queen Neve Campbell, die nun auch als Produzentin beteiligt ist, zurückgeholt.

Zu Beginn der Slasher-Humor-Gore-Thriller-Story kehren wir erneut nach Woodsboro und gar in das Stu-Macher-Murder-House zurück, das nun ein Airbnb für Torture-True-Crime-Junkies ist. (Lustig übrigens, wie viele Filme, Serien, Bücher und derlei es mittlerweile schon gibt, die True Crime sowie den Umgang damit und Hype darum fiktionalisieren und die Aficionadas selber zu Opfern bzw. Täter*innen werden lassen.)
Nach einem zunächst gemächlichen, dann schnell erfinderisch derben Auftakt geht es von Kalifornien nach Indiana, ins Örtchen Pine Grove. In dem es bei Tageslicht so aussieht, als kämen hier gleich Lorelai und Rory Gilmore ums Eck. Für Fans grüßt der erste Scream - Schrei! von vor dreißig (!) Jahren und für alle anderen ein Dawson’s Creek-Auftakt. Jedenfalls kommt der Killer nun in dieses Örtchen, um Sidney Prescott-Evans (Neve Campbell), Ehemann und Polizeichef Mark (Joel McHale) sowie die älteste Tochter Tatum (Isabel May) zu terrorisieren und wohl zu töten.

Doch ist der Killer dieses Mal nicht immer maskiert… nein, er gibt sich früh preis. Doch: Ist das echt oder nur einer dieser vielen verrückten KI-Auswüchse? Sidney jedenfalls schaut sehr genau auf Tatums Boyfriend Ben (Sam Rechner), creepy Nachbarsjungen Lucas (Asa Germann) und sowieso alle.
Insofern ist alles wie gehabt im Screamverse. Eine Zahl Verdächtiger und potenzieller Opfer. Diverse größere und kleinere Stars in bestechenden Nebenrollen (etwa Anna Camp, Mckenna Grace und Tim Simons), Regeln (oder?), reichlich popkulturelle Anspielungen und Meta-Humor, einige Überraschungen sowie Logiklücken und viel blutige (!) Kreativität beim Morden. Es muss gar nicht das Großstadt-Spektakel (Öffnet in neuem Fenster) wie im New Yorker Scream VI sein (auf den natürlich ständig angespielt wird), um effektiv zu schocken (Öffnet in neuem Fenster).

Angekündigt haben wir euch den siebten Scream-Film ja bereits im Oktober im Beitrag DUNKEL-HORROR (Öffnet in neuem Fenster). In welchem wir euch auch einen weiteren romantisch-blutroten Film (Öffnet in neuem Fenster) mit Mason Gooding vorstellen, der seit dem fünften Teil der Slasher-Reihe Chad Meeks-Martin verkörpert - und wie seine Film-Schwester Mindy (Jasmin Savoy Brown) mindestens angestochen werden muss. Was schon mal einen Meta-Witz-Punkt gibt!

Apropos Witze: Mit diesen treibt es Williamson, der für Scream 7 erstmals nach 27 Jahren (Tötet Mrs. Tingle ❤️) wieder auf dem Regiestuhl Platz nahm, durchaus recht weit. Doch nicht bis zum Scary Movie-Dödeldumm (sechster Teil kommt im Sommer 2026). Eher auf eine schöne Ryan Murphy- oder reduzierte Ready or Not-Art. FunFact #187: Guy Busick, der an den Drehbüchern für Scream fünf bis sieben beteiligt war, arbeitet auch an den Ready or Not-Filmen mit, die wiederum von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett inszeniert wurden. Also die Regisseure von Scream V und VI. #LetThatStabIn

Passend lustig und garstig ist jedenfalls der erste Auftritt von Gale Weathers (Courteney Cox), der nicht nur Fans auflachen und klatschen lässt. Allerdings wird sie sehr sparsam eingesetzt. Dafür wiederum ist Sidney so präsent wie seit dem dritten Teil nicht mehr. Und es gibt einen Moment, auf den nicht nur Gale seit dreißig Jahren oder sieben Filmen gewartet hat… Kürzen wir es ab: Ich bin arg happy mit Scream 7. Der begleitende Kollege war zwar nicht begeistert, aber doch zufrieden - allein schon der skilled Kills wegen.
https://www.youtube.com/watch?v=UJrghaPJ0RY (Öffnet in neuem Fenster)Unser Gastautor Alexander Schütz (Öffnet in neuem Fenster) nannte das Ende von Scream 7 das “schönste ‘Fuck you’ in Richtung der ‘Hardcore-Fans’” der Slasher-Reihe (Öffnet in neuem Fenster). Nun stellte ich im Kino fest, dass ich einer dieser Fans bin (“Uh, ‘don’t fear the reaper’ wie im ersten Teil”, “Hui, die Jacke aus dem zweiten - und besten - Scream!”, …). Allerdings hat mir das Ende ziemlich gut gefallen und im Gegensatz zu manch anderen empfanden der Kollege und ich es weder als lieb- noch belanglos.

Im Grunde stellt es einiges auf den Kopf (dieses besagte 'Fuck you’), bleibt auf der Meta-Ebene (“ohne Erklärbär”, erneut der Bär (Öffnet in neuem Fenster)) erfolgreich und ist ein feiner Kommentar zu Coaching, Self-Help und Co. Mehr sei aber nicht verraten.
AS (Mitarbeit: NS)
PS: Im Paramount-Trailer zum neuen Scary Movie-Teil (Öffnet in neuem Fenster) (dem mittlerweile sechsten) kommt wohl schon einer der besten Gags: “What would Scream be without Neve Campbell?!” - “Scream 6.”
(Der so schlimm ja auch nicht ist. Der Meinung, dass selbst ein schlechter Scream-Film, noch immer ein mindestens guter Slasher-Horror-Film ist, schließe ich mich uneingeschränkt an.)

PPS: Ready or Not 2 startet am 9. April 2026 - unsere queer review folgt. Sehen konnten wir ihn bereits und… Ach, nee… wir warten.
PPPS: Apropos Lorelai Gilmore: Darstellerin Lauren Graham ist ab diesem Donnerstag in (groß-)mütterlicher Rolle in einem sehr, sehr problematischen Film zu sehen. Mehr am Donnerstag… oder Freitag. Und sicherlich anders, als ihr es nun erwartet…
IN EIGENER SACHE: Da unser reguläres Online-Magazin noch immer nicht wieder am Start ist, veröffentlichen wir vorerst hier. Mehr dazu lest ihr in unserem Instagram-Post (Öffnet in neuem Fenster) oder auf Facebook (Öffnet in neuem Fenster). Außerdem freuen wir uns immer, wenn ihr uns einen Kaffee spendieren wollt (Öffnet in neuem Fenster), durch unseren Merch stöbert (Öffnet in neuem Fenster) oder uns direkt via PayPal (Mail: info_at_thelittlequeerreview.de) unterstützen mögt.
SCREAM 7 ist seit dem 26. Februar 2026 im Kino zu sehen.
Scream 7, USA 2025-2026; Regie: Kevin Williamson; Drehbuch: Kevin Williamson und Guy Busick, basierend auf einer Story von James Vanderbilt und Guy Busick, basierend auf Charakteren von Kevin Williamson; Musik: Marco Beltrami; Bildgestaltung: Ramsey Nickell; Schnitt: Jim Page; Darsteller*innen: Neve Campbell, Isabel May, Courteney Cox, Jasmin Savoy Brown, Mason Gooding, Joel McHale, Anna Camp, Asa Germann, Matthew Lillard, Sam Rechner, Celeste O'Connor, Mckenna Grace, Tim Simons, Mark Consuelos, Ethan Embry, Roger L. Jackson und als Gäste: Laurie Metcalf, Scott Foley, David Arquette, Michelle Randolph und Jimmy Tatro; Laufzeit ca. 114 Minuten; FSK: 16
https://steady.page/de/thelittlequeerreview/posts/e8cb32a4-087e-44b7-975c-244661e5d972 (Öffnet in neuem Fenster)