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Wie das Ferkelkraut Rasenmäher überlistet

Gewönliches Ferkelkraut (Hypochaeris radicata)

Das Gewöhnliche Ferkelkraut ist perfekt an das Überleben in Wiesen und auf Grünflächen angepasst, die regelmäßig gemäht werden. Es wirkt, als hätte die Natur es genau für diese Habitate vorgesehen.

Das Ferkelkraut direkt nach einer Mahd.

Seine Blattrosetten schmiegen sich so dicht an den Boden, dass sie beim Mähen meist nicht vollständig zerstört werden. Nur die bis zu 70 Zentimeter hohen Blütenstände erwischt es. Oft zeigen sich schon zwei Tage nach der Mahd neue Blütentriebe.

Schon wenige Tag nach der Mahr zeigen sich neue Blätter und Blütentriebe.

Außerdem sind die Rosetten erstaunlich trittfest. Deshalb gedeiht das Ferkelkraut selbst an stark frequentierten Wegrändern problemlos. Sogar in Pflasterfugen kann es sich ansiedeln.

Und das ist auch gut so, denn seine Blüten werden von Wildbienen, Schwebfliegen, Käfern und anderen urban lebenden Insekten angeflogen. Von Mai bis in den Herbst bietet ihnen das Ferkelkraut Pollen und Nektar. Blühende Exemplare können bis in den Oktober hinein zu sehen sein.

Auch Käfer sind auf den Blüten des Ferkelkrauts zu finden.

Das Ferkelkraut ist eine mehrjährige Pflanze und behält seine Grundblätter auch im Winter.

Sowohl der deutsche als auch der botanische Name sollen auf die Nutzung als Viehfutter zurückgehen. Die Blätter gelten als essbar, was mich nicht wundert, denn nah verwandt ist Hypochaeris radicata mit Radicchio und Chicoree.

Nicht zur Verwandtschaft gehören dagegen die der ähnlich trittfeste Breitwegerich (Plantago major) sowie der Mittlere Wegerich (Plantago media). Ihre Blätter liegen ebenfalls so flach auf dem Boden, dass der Rasenmäher oft einfach darüber hinwegzieht.

Gute Ideen behält die Natur selten für sich. Funktionierende Lösungen verteilt sie quer über Arten und Ökosysteme, ein Prinzip, das menschlichen Gesellschaften ebenfalls guttun würde.

Mittlerer Wegerich in einer Wiese.

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