Schön, dass du bei dieser Ausgabe des Social Media Best-Practice Newsletters dabei bist. Heute geht es weniger um Social Media im eigentlichen Sinne, sondern um das Thema Beziehungen.
Ich möchte euch an diese Stelle schildern, wie ich das Thema in den vergangenen Monaten für meine Medienmarke Verliebt in Köln (Opens in a new window) gedacht habe.
„Wir müssen die Beziehungen zu unseren Nutzern stärken“ ist seit 15 Jahren das schönste Sonntagsreden-Thema von Medienhäusern.
Meine These dazu: Wenn ich 2-3 Jahre in die Zukunft schaue, wird es nicht der USP von Verliebt in Köln sein, dass ich möglichst alles mit KI erstellen kann.
Was mich unterscheiden wird, sind belastbare Beziehungen und Absenderkompetenz.
Um das im unternehmerischen Alltag auch umzusetzen, habe ich im Mai jemanden eingestellt, der mich dabei unterstützt und vornehmlich für Beziehungspflege mit Leserinnen und Lesern zuständig ist.
Jemand hat ein Produkt von mir gut bewertet? Er bekommt eine persönliche Wertschätzung.
Jemand hat Trinkgeld im Verliebt in Köln-Shop gegeben? Er bekommt ein persönliches Dankeschön.
Jemand unterstützt mich finanziell? Er bekommt - selbstverständlich - Wertschätzung.
Alles Dinge, die man vielleicht auch mit automatisierten E-Mails und KI-Assistenten lösen könnte.
In Zeiten, wo ich bei jedem Unternehmen aber erstmal mit einem Chatbot sprechen muss, ehe ein echter Mensch in Reichweite ist, macht das meiner Meinung nach einen riesigen Unterschied.
Was mich mit Blick auf Medienhäuser wundert: In Redaktionen gibt es meist keine Rollen, um Beziehungen zu pflegen und zu stärken.
Irgendwo moderiert jemand Social Media-Kommentare, und manchmal kommen E-Mails oder Leserbriefe. Aber strategisch gedacht wird das Thema fast nie. Dabei ist (abnehmendes) Vertrauen eines der wichtigsten Themen im Journalismus.
Auf der Webseite von Verliebt in Köln habe ich außerdem sämtliche programmatische Werbung zwischen den Artikelzeilen rausgeworfen.
Meine These hier lautet: Wenn sich Leute auf einer Webseite nicht wohlfühlen und mit selbststartenden Videos usw. überschüttet werden, hat die Seite langfristig keine Chance gegen Google Snippets und KI-Konkurrenz.
Es geht mir dabei nicht darum, für oder gegen KI zu argumentieren – sondern um kluge Prioritäten.
Das eine (KI) ist die Pflicht. Wichtiger ist die Kür. Und das sind Beziehungen.
Ich hoffe, diese Ausgabe konnte dir einige Inspirationen liefern.
Bis bald
Andreas 👋🏻
Über mich
Ich bin gelernter Journalist und berate Unternehmen und Medienhäuser zu Social Media und digitaler Kommunikation.
Außerdem bin ich Gründer von Verliebt in Köln (Opens in a new window), einem der größten Kölner Lokalportale. Zusätzlich betreibe ich die hyperlokale „Niederschönhausen App (Opens in a new window)”.
Zuvor war ich unter anderem Direktor für Digitales Wachstum und Social Media bei BILD.
Einladung: Vernetze dich mit mir auf Instagram (@anrickman (Opens in a new window)) oder bei Linkedin (Opens in a new window). Dort teile ich regelmäßig Meinungen, Gedanken und Entdeckungen aus dem Social-Media-Kontext.
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