Hallo,
auf meinem Instagram-Account, in meinem Mailpostfach und auch hier auf Steady war viel los diese Woche. Deswegen als erstes ein herzliches Willkommen an die vielen neuen AbonnentInnen. Ich freue mich sehr, dass du zu mir gefunden hast. Hier kannst du alle schon erschienen Innen- und Außenansichten (Opens in a new window) lesen, hier ist meine Website (Opens in a new window)und hier findest du alle meine Spiegel-Texte (Opens in a new window), bevor du sie nach einer Weile auch bei mir (Opens in a new window) lesen kannst.
Der aktuellste davon hat dich möglicherweise zu mir geführt. Am Sonntag veröffentlichte der Spiegel einen Text über meine Beziehung mit dem Titel “Obwohl ich nie in ihn verliebt war: Ich liebe diesen Mann.” (Opens in a new window)
(Opens in a new window)Um es mit den Worten der diensthabenden CvD zu sagen: Er brannte ein Loch in die Seite (so sagen sie beim Spiegel, wenn die Menschen irgendwas besonders fleißig lesen). Nachdem ich ein paar Auszüge davon auf Instagram teilte (Opens in a new window), flogen die Herzchen nur so. Irgendwann bekam das der Algorithmus mit und spülte den Post Ich-weiß-nicht-wem-alles in den Feed (vielleicht dir).
Ich habe gelernt: Die ersten 5000 muss man aus eigener Kraft schaffen. Danach übernimmt der Algo. Den Post hat bisher eine Viertelmillion Accounts erreicht. Ich schrieb meinem Mann die Nachricht: “Baby, wir gehen viral!”
Scherz, klar. Wenn ich es mir aussuchen hätte können, hätte ich diese Reichweite mit einem anderen Text bekommen, außerdem nenne ich meinen Mann niemals ernsthaft Baby. Ich habe in mit “Vorname Nachname” in meinem Adressbuch eingespeichert, eine Tatsache, die meine Teenagertochter höchst unromantisch und irritierend findet.
Richtig überrascht hat es mich nicht, dass ausgerechnet so ein Thema durch die Decke geht. So verpönt wie Ich-Texte in vielen Redaktionen lange waren - das Publikum liebt sie. Und ich bin der Meinung, man kann mit dieser Form guten Journalismus machen. Wie, habe ich vor einiger Zeit im “Schweizer Journalist” beschrieben. Den ganzen Essay kannst du hier lesen (Opens in a new window), der erste Absatz lautet:
Ich habe schon zahlreiche sogenannte Ich-Texte verfasst und die haben alle dieselbe Entstehungsgeschichte, dieser hier eingeschlossen: Ich wurde gefragt, ob ich das so aufschreiben möchte.
Genau so ist auch der aktuelle Text entstanden. Leben-Ressortleiterin Nike Laurenz fragte mich, ob ich eine persönliche Geschichte für den Loveletter in mir trage, ich sagte “Ne” und erzählte bisschen von meiner Partnerschaft. Sie meinte, doch, doch, das wäre schon ein Thema.
Interessanter als meine Partnerschaft finde ich, wer sich dafür interessiert und wer nicht.
Wie gesagt, mich erreichten unzählige begeisterte Rückmeldungen - fast ausschließlich von Frauen. “Ihr seid so ein Vorbild” schrieben sie und meinten damit vermutlich nicht, dass sie so werden wollen wie ich. Sondern dass ihr Freund sich gefälligst bei meinem Partner was abschauen soll.
Okay, dachte ich, das ist meine Bubble. Mein Feed, meine Leserschaft, alles zu 90 Prozent weiblich. Ich fragte deswegen meinen Mann, was bei ihm so ankommt. Doch auch bei ihm meldeten sich vor allem entzückte Frauen.
Ich denke schon eine ganze Weile (Opens in a new window) über den scheinbar stark gespaltenen Medienkonsum von Männern und Frauen nach und ob darin eine (Teil)Erklärung dafür liegt, dass Männer und Frauen politisch zunehmend unterschiedlich ticken. Dass meine Inhalte vor allem von Frauen gelesen und geliebt werden, weiß ich schon lange, und frage mich, wie ich damit umgehen soll. “Gib deiner Kolumne auf keinen Fall einen Titel mit weiblich oder female, sonst lesen Männer sie nicht”, riet mir kürzlich jemand. Und ich frage mich, ob mir das überhaupt ein Anliegen ist. Oder eines sein sollte.
Was denkst du darüber? Schreib mir gerne. (Opens in a new window)
Ein schönes Wochenende wünscht
Barbara
PS: Das “Medium Magazin” sucht gerade die Journalisten des Jahres 2025, nominieren kann jeder und jede. Vielleicht hast du Lust, jemanden vorzuschlagen? (Opens in a new window)
Obwohl ich nie in ihn verliebt war: Ich liebe diesen Mann: Ich bin mit jemandem zusammen, der mir noch nie Schmetterlinge im Bauch verschafft hat. Trotzdem behaupten viele, wir seien ein richtig gutes Paar. Darf ich Ihnen unser Geheimnis verraten? (Spiegel Plus) (Opens in a new window)
“Für eine Sexgeschichte bekomme ich die meisten Lacher”: Die Schauspielerin Tova Leigh feiert Erfolg mit feministischem Humor, auf Bühnen, in Büchern und Insta-Videos. Deshalb bekommt sie eine Menge Hass ab, für den sie sich bei den Trollen bedankt. Ehrlich. (Spiegel Plus) (Opens in a new window)
Greta. Die Geschichte einer Eskalation. Eigentlich kann ich es nicht leiden, auf die nächsten Folgen von Podcasts warten zu müssen, ich binge-höre sie deswegen in der Regel erst, nachdem sie komplett erschienen sind. Für diesen Podcast habe ich eine Ausnahme gemacht. Ich habe nicht nur die ersten Folgen gehört, sondern empfehle ihn auch jetzt schon weiter. Für alle, die vor sechs Jahren auf Klimademos standen und da jetzt irgendwie nicht mehr hingehen; für alle, die sich fragen, wann und warum Greta so “abgestürzt” ist (ist sie das überhaupt?); für alle, die immer Lastenrad fahren, manchmal fliegen und sich zwischen Klimabewusstsein und Alltag verwirrt und zerrissen fühlen: Hört mal rein. (SZ Plus) (Opens in a new window)

Diese Woche lag ich von Dienstagnachmittag bis Freitagnachmittag im Bett, diesen Newsletter gibt es nur, weil ich ihn am Montag schon geschrieben habe. Ich hasse diese Krankheit.

Damit bin ich auch vor meiner Migräneattacke fertiggeworden. Bis nächste Woche habe ich dieses Stickbild gewaschen, gebügelt und gerahmt, dann verlose ich es unter meinen UnterstützerInnen. Du willst gewinnen - oder einfach nur zeigen, dass du meine Artbeit wertvoll findest? Hier entlang:
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