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Warum sich Eltern von BO-Erziehung abwenden & wie wir sie zurückholen

… wenn ich mich so durch die Headlines der vergangenen vier Wochen bei Zeit-Online scrolle, dann wird mir mulmig. Die aktuellste stammt von Star-Kolumnistin Caroline Rosales und lautet so: “Wohlfühlpädagogik? Nur für Kinder bis zwei Jahre”. Darin beschreibt die Mutter von vier Kindern, dass sie ihre dreijährige Tochter kurzerhand vom Abendessen aufs Zimmer verweist, wenn sie mit dem Essen spielt. Und als ihr Teenager-Sohn in den Ferien trotz Ermahnungen die Spielekonsole nicht weglegen wollte, warf sie das Gerät in den Gartenpool.

Rosales setze in ihrer Erziehung auf struwwlpeterische Abschreckung: “Wenn du A nicht machst, dann folgt B. Wenn du nicht gerade sitzt und rumhampelst, fällst du vom Stuhl. Und ich werde dich nicht fangen”, schreibt sie, ihre Erziehungsmethoden damit rechtfertigend, dass sie ihre Kinder auf das echte, harte Leben - vor allem den Arbeitsmarkt - vorbereiten, also stark machen würden: “Ich bin in meiner Jugend am meisten über mich hinausgewachsen, wenn meine Eltern mich hängen gelassen haben.”

Kurzum: Mir hat es beim Lesen ihrer Kolumne das Herz gebrochen. Und gleichzeitig wundere ich mich: Wie kommt es, dass selbst Eltern, die sich als feministisch labeln und beruflich über Erziehung schreiben, derart rückständige Erziehungsmethoden bewerben? Ich glaube nicht, dass Eltern wie Journalistin Caroline Rosales oder Influencerin Marlies Johanna Heckner - die in ihrem Zeit-Online-Artikel Kinder als kleine Monster bezeichnet hat - zurück zur schwarzen Pädagogik wollen. Also warum lehnen sie und scheinbar immer mehr junge Eltern moderne Ansätze wie die bedürfnisorientierte Erziehung nun doch wieder ab? Was hat man mit dem politischen Rechtsruck in Deutschland zutun? Und was spricht gegen Wohlfühlpädagogik?

Bedürfnisorientiert: Eltern scheitern an ihren Ansprüchen

Es ist so leicht dahingesagt: Mit dem gesellschaftlichen Rechtsruck, einem Erstarken der AfD, der Militarisierung Deutschlands, dem Wiederaufleben eines alten, kampftüchtigen Männerbildes, werden eben auch überholte Erziehungsmethoden wieder aus der Schublade geholt. Es klingt so, als würde Militärwerbung uns brainwashen und uns zu Eltern machen, die Jungen nicht weinen lassen, Mädchen in Kleidchen stecken und darauf bestehen, dass die Kinder aufessen, weil morgen sonst die Sonne nicht scheint. So richtig logisch fühlt sich das nicht an, oder? Also wie genau passiert dieser pädagogische Rechtsruck?

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