Oberösterreich im Jahr 1750. Agnes ist des Leidens müde, die schwer depressive und autoaggressive Fischersfrau und Bäuerin möchte dieses Dasein verlassen, das geprägt ist von barbarischen Riten, Armut, Gewalt, Misogynie und christlicher Theologie. Selbstbefreiung durch Suizid ist streng verboten, denn der christliche Gott und seine Vertreter auf Erden verlangen von den Menschen, dass sie leiden. Und so muss Agnes sich etwas einfallen lassen, denn "Des Teufels Bad", wie der Volksmund damals Depressionen und Todessehnsucht nannte, ist für sie nicht mehr auszuhalten. Also tötet sie ein Kind und stellt sich freiwillig der Gerichtsbarkeit. Als Strafe wünscht Agnes sich, hingerichtet zu werden.
Des Teufels Bad ist der neue Film von Veronika Franz und Severin Fiala, die mit Ich seh ich seh (2014) und The Lodge (2019) eindrucksvoll bewiesen haben, dass sie großartige und intelligente Horrorfilme machen können. Ihr neuer Film aus dem Jahre 2024 fällt ein wenig aus der Reihe und erinnert an Werke wie Hagazussa - Der Hexenfluch (2017) und The Witch (2015), in denen sich Frauen ebenfalls von Leid, Armut und Christentum befreien.
Die Musikerin Anja Plaschg spielt die an Depressionen leidende Agnes wirklich gut, es gibt ein paar krasse Bilder zu sehen, die Story ist wieder einmal super originell und die Atmosphäre richtig schön gruselig. Doch es gibt auch ein paar Kritikpunkte an dem österreichisch-deutschen Spielfilm, auf die ich eingehen möchte. Es ist ein stiller Film, eine Reise in düstere Zeiten, Horror pur, dramaturgisch aber auch sehr zähflüssig. Es wird viel geschwiegen, gebetet und Wäsche und Geschirr gewaschen. Hier hätte man die 120 Minuten ruhig etwas kürzen können. Des Weiteren wird zwar nicht gerade viel gesprochen, aber die wenigen bräsigen Laute hätte man synchronisieren müssen, die sind nicht nur extrem leise, sondern auch komplett unverständlich. Das macht Des Teufels Bad neben seinen Stärken leider auch zu einem sehr anstrengenden Film mit vielen langatmigen Strecken.
https://www.imdb.com/title/tt29141112/ (Opens in a new window)