Das junge Ehepaar Henry und Joan Stein zieht in ein kleines Küstendorf in Spanien, wo Henry die Stelle als Dorfarzt antreten will. Schnell merken die beiden, dass die Dorfbewohner recht feindselig gegenüber Fremden sind. Das Ehepaar ist daher nicht sonderlich angetan von diesem unheimlichen Ort, wo die Leute einem seltsamen Brauch frönen. Einmal im Jahr opfern sie sieben ihrer schönsten Mädchen einem untoten Templerorden, der in der Nähe haust. Henry stört das Ritual und rettet sein Dienstmädchen Lucy aus den knöchrigen Händen der reitenden Leichen. Jetzt fallen die blinden und stillen Skelettreiter über das Dorf her und fordern ein, was ihnen zusteht. Henry und Joan müssen um ihr Leben kämpfen, haben die reitenden Leichen doch Joan als ihr siebentes Opfer auserwählt. Die Skelettritter wollen Joan ihrem steinernen Götzen opfern, der ihnen die Unsterblichkeit schenkte.
Das Blutgericht der reitenden Leichen aus dem Jahr 1975 ist der vierte und letzte Teil der Filmreihe, die mit Die Nacht der reitenden Leichen (1971) begann und mit Die Rückkehr der reitenden Leichen (1973) und Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen (1974) fortgesetzt wurde. Wieder führte Amando de Ossorio Regie und schrieb das Drehbuch. Auch zum insgesamt vierten Mal war Antón García Abril für die Filmmusik zuständig. Die Hauptrollen sind mit Víctor Petit als Dr. Henry Stein, María Kosty als Joan Stein, Sandra Mozarowsky als Dienstmädchen Lucy und José Antonio Calvo als Teddy besetzt.
Auch wenn der spanische Horrorfilm als der schwächste Teil der Reihe gilt, weil er nicht mehr den Grad an Originalität wie die Vorgängerfilme aufbringen kann und ebenso mit seinem teils zähen Spannungsbogen dramaturgisch nachhinkt, ist das für mich Meckern auf hohem Niveau. Auch der vierte Reitende-Leichen-Film ist ein wunderschön anzusehendes Werk mit stimmungsvoller Tonspur und Musik sowie fantastischen Masken, Kulissen und Special Effects. Das weichgezeichnete Kamerabild in den Außenaufnahmen, das knallige Himbeersirupblut, viele unnötig nackte Brüste, die pathetischen Zeitlupenszenen der Templer und die einzigartige Atmosphäre machen auch diesen Film zu einem gelungenen Grusel- und Exploitation-Spaß.
Das Blutgericht der reitenden Leichen ist ein relativ leiser, langsamer und mit etwas Sex angereicherter Abschluss der Reihe. Alle vier Filme mit den reitenden, laufenden und schwimmenden Knochenmännern in ihren schimmligen Kutten gehören zu meinen absoluten Lieblingsfilmen - auch weil sie bestens geeignet sind, um sich von den hektischen und hässlichen Laberfilmen und -serien von heute zu erholen.
https://www.imdb.com/de/title/tt0073461/ (Opens in a new window)