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Victoria (2015)

Die junge Spanierin Victoria wohnt erst seit drei Monaten in Berlin. Daher versucht sie in einem Club Kontakt zu anderen jungen Menschen zu finden. Sie schließt sich einer Gruppe von besoffenen Proleten an, die der Türsteher des Clubs aus Sicherheitsgründen nicht hineinließ. Während die vier Männer "Sonne", "Boxer", "Blinker" und "Fuß" sich stehlend, prügelnd und grölend durch die Berliner Nacht bewegen, flirtet Victoria heftig mit "Sonne" und setzt sich mit ihm irgendwann von der Gruppe ab, um Klavier zu spielen. Zwischen Victoria und "Sonne" könnte sich etwas entwickeln, doch “Sonnes” Clique hat etwas ganz anderes vor und verstrickt Victoria in ihren kriminellen Plan.

Die mehrfach ausgezeichnete Thriller-Drama-Romanze aus dem Jahr 2015 wurde von Schauspieler und Filmregisseur Sebastian Schipper inszeniert. Die Filmmusik stammt von Nils Frahm, DJ Koze und der Band Deichkind. In den Hauptrollen sehen wir Laia Costa als Victoria, Frederick Lau als Sonne, Franz Rogowski als Boxer, Burak Yiğit als Blinker und Max Mauff als Fuß. Des Weiteren spielen u.a. noch André Hennicke, Lena Klenke und Adolfo Assor mit.

Victoria ist in nur einer einzigen Einstellung und ohne versteckte Schnitte an 22 verschiedenen Schauplätzen in Berlin-Mitte und Kreuzberg gedreht worden. Dabei begleitete die Kamera die Schauspieler physisch und in Echtzeit von einem Ort zum nächsten. Der norwegische Kameramann Sturla Brandth Grøvlen erhielt dafür den Silbernen Bären. Die Dialoge der Schauspieler bestanden zum Großteil aus Improvisation, das Drehbuch war nur wenige Seiten lang. Die Kritik überschlug sich damals mit Lob für das ambitionierte Filmexperiment.

Von dieser interessanten Innovation einmal abgesehen, ist Victoria ein seltsamer Film. Die Story erscheint mir mehr als unplausibel. Welche Frau würde in Berlin nachts um vier Uhr mit einer Gruppe besoffener Typen freiwillig mitgehen, um deren toxischer Gockelhaftigkeit beizuwohnen?

Inhaltlich gibt es hier nicht viel zu entdecken. Die Protagonisten "altern" und "diggern" sich in schlechtem Deutsch und unverständlichem Englisch - Untertitel gibt es nur manchmal - durch die Nacht. Ich konnte keine drei Worte richtig verstehen, geschweige denn einen Sinn hinter dem Gebrabbel erkennen.

Sebastian Schippers Victoria schafft es zwar, authentisch das Berliner Nachtleben zu vermitteln, die unerträgliche Darreichungsform des Werks macht das spannende Filmexperiment für mich jedoch ungenießbar.

https://www.imdb.com/title/tt4226388/ (Opens in a new window)
Topic Film