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Day of the Dead / UHD 4K

Endlich! Das war der erste Gedanke, der mir vor einigen Monaten durch den Kopf schoss, als ich auf Bluesky die Nachricht las, dass George A. Romeros drittes Kapitel seine Zombie-Reihe DAY OF THE DAD endlich in Deutschland vom Index gestrichen wurde. Dadurch war der Weg frei für eine ungekürzte Veröffentlichung auf UHD und ich freute mich wie ein Schneekönig. Dass es dann plötzlich so schnell ging, damit hatte ich nicht gerechnet.

Schon zwei Wochen später bekam ich über Umwege mit, dass Cinestrange den Film in einer Sonderedition als Mediabook veröffentlichen wollte. Also blieb ich dran und verfolgte das Geschehen im Netz und vor allem auf der Webseite des Anbieters. Die Vorbestellungen für die drei Versionen des Mediabooks - eines in einer wattierten Box mit noch mehr Krimskrams - war innerhalb weniger Stunden abgenudelt und ich hatte das Nachsehen. Trotzdem blieb ich am Ball und durchforstete weiter das Netz. Cinestrange lieferte die vorbestellten und stark limitierten Boxen Ende Mai aus und ich blickte ein wenig neidisch auf alle jene Fans, die es geschafft hatten, eine zu ergattern. Wie ich es mir gedacht hatte, gingen viele der Mediebooks an Leute, die sie einfach zu horrenden Preisen weiterverkauften. Mit ein wenig Glück fand ich über einen größeren Anbieter eine einigermaßen bezahlbare Box und ich schlug sofort zu. Fans…

Sagen wir es mal so: Das hat ein ziemliches Loch in meine spärlichen Finanzen gerissen, aber das war es mir wert. Dafür verzichte ich dann bis auf weiteres auf den Kauf weiterer Filme.

Gesternmorgen, am 11.06.2026 um 10:32 Uhr, kam die Box bei mir an und ich glaube, mein Grinsen erhellte den gesamten Hausflur. Der Paketbote lächelte jedenfalls leicht irritiert zurück, als er mir die Lieferung aushändigte. Rasch aufgerissen, nochmal kurz die sehr gediegene Umverpackung des Pakets beklatscht und schon hatte ich sie in der Hand. Was für eine schicke Box! Ich habe das Mediabook C bekommen, mit dem Cover auf dem Captn Rhodes zu sehen ist, der von den Zombies auseinandergenommen wird. Es gibt noch die Versionen B und A, wobei letztere die teuerste Version mit der wattierten Box gewesen wäre. Die war im Wiederverkauf aber unbezahlbar, deswegen freue ich mich jetzt einfach mal, dass ich meine kleine Box bekommen habe. Darin befinden sich die 4K-UHD, zwei Blue Rays, eine wunderschönes, eingefasstes Booklet und zwei kleine Poster. Da ich noch einiges zu tun hatte, musste ich die Sichtung des Films auf den späten Nachmittag verschieben, aber ich war schon ganz hibbelig.

Auf der UHD befinden sich zwei Versionen des Films. Einmal die deutsche Uncut-Fassung und eine sogenannte Open Matte Version mit ca. 30% mehr Bildinformation und einigen ausgeweiteten Gore-Seqzenzen. Um überhaupt reinzukommen, habe ich mir erstmal die Ur-Version vorgenommen und konnte feststellen, dass die Abtastung vom amerikanischen 35mm-Original durchaus gelungen ist. Das Bild ist sehr klar, auch wenn die Titeleinblendungen immer noch sehr schwammig wirken. Hier hätte man eventuell digital nachbessern können, aber egal. Auch einige Schmutzflecken in einigen Szenen stören ein wenig das Gesamtergebnis, was aber letztendlich wenig Einfluss auf das Sehvergnügen hat. In Anbetracht des Alters bin ich sehr froh, dass die 4K-Version so gut aussieht. Auch der deutsche Ton kann sich hören lassen. Bis dato hatte ich nur die DVD-Version des Films vom österreichischen Anbieter XT-Video und auf der ist der deutsche Ton richtig mies. In den wieder eingefügten Gore-Szenen ist er geradezu beschissen. Das macht die UHD wieder wett, denn hier ist der Klang der einzelnen Tonspuren sehr klar. Die Musik bewegt sich jetzt mehr im Hintergrund und ist nicht mehr so aufdringlich wie auf der DVD. Die Abmischung ist sehr gut für die Gehörgänge und man jedes Geräusch und jeden Dialog klar auseinanderhalten. Natürlich bleibt der deutsche Ton insgesamt ein wenig zurück, weil die Synchro nun mal in den 80ern aufgenommen wurde und die damaligen technischen Grenzen eindeutig herauszuhören sind. Das kann einem aber schnurz sein, denn insgesamt kann man als Fan, der bisher nur mit schrottigen DVD-, VHS- oder geschnittenen Blue Ray - Versionen Vorlieb nehmen musste, feststellen, dass die UHD einen richtigen Quantensprung vollzogen hat.

Warum in der Todesszene von Rickles eine Tonspur fehlt, weiß ich leider nicht. Das ist ein wenig bizarr, denn man sieht ihn mit aufgerissenem Mund herumrennen und man hört nur die Schlurf- und Stöhngeräusche der Zombies. Eigentlich sollte Rickles an dieser Stelle ständig wie ein angestochenes Schwein kreischen, aber irgendwie ist hier wohl in der Endfertigung etwas vom Ton verloren gegangen. Das ist aber auch das einzige echte Manko, dass mir in Sachen Ton aufgefallen ist.

Ganz wichtig sind natürlich die bisher geschnittenen Szenen der deutschen Fassung. Ich hatte schon schlimmste Befürchtungen und dank meiner Erfahrung mit der XT-Version malte ich mir aus, dass die Szenen optisch und soundtechnisch wieder richtig mies sein würden. Aber da ja das amerikanische Original abgetastet wurde, verflüchtigten sich meine Befürchtungen rasch wieder. So ganz nahtlos fügen die Szenen sich zwar nicht immer ein, aber Bild und Ton sind genauso hochwertig wie in der US-Fassung. Überhaupt kann man jetzt wirklich alles sehen und was bisher nur verschwommen oder verpixelt vor sich hin dümpelte, ist jetzt klar zu erkennen und man kann vieles entdecken, dass einem bisher entging. So viele kleine Details wie die Schilder an den Wänden, die man jetzt ganz klar lesen kann, machen aus dem Film ein vollkommen neues Seherlebnis. Das hebt die Laune und als Fan freut man sich nen Ast ab.

Ich habe keine Ahnung, ob man hier technisch noch einiges hätte verbessern können, aber für mich reicht es erstmal. Eventuell könnte man das fehlende Filmkorn bemängeln, wobei man aber auch sagen muss, dass es hier nicht so sehr ins Gewicht fällt wie bei den UHDs von ALIENS, THE ABYSS oder TRUE LIES, die James Cameron letztes Jahr veröffentlichte. Die Farb- und Kontrasttiefen der DAY OF THE DEAD UHD sind jedenfalls recht hochwertig. Ob man anhand der Vorlage noch mehr hätte herausholen können… kein Plan. Das sollen Leute beurteilen, die hier mehr Ahnung haben von den technischen Aspekten.

Nach der ersten Sichtung war ich jedenfalls happy. So gut sah mein Lieblings-Zombiefilm - nach DAWN OF THE DEAD, den ich noch ein wenig geiler finde - noch nie aus und ich bin sehr froh, dass ich mir die Box gekauft habe. Ich konnte vieles neu entdecken, habe mich an den grandiosen Splatterszenen erfreut und die herrlichen Dialogschlachten der Beteiligten genossen. Ich liebe DAY OF THE DEAD seit ich ihn das erste Mal uncut auf VHS in den 90ern gesehen hatte. In den 80ern war er so schnell aus den Videotheken verschwunden, dass ich nicht einmal auf eine schrullige Raubkopie zurückgreifen konnte.

Dass der Film damals ein kommerzieller Flop war, ist mir heute noch unverständlich. Natürlich war das Kino 1985 am Rande des totalen Zombie-Overkills, dank der zahlreichen billigen Machwerke aus Italien, Spanien oder Asien. Das Publikum hatte keinen Bock mehr auf düsteren Splatterhorror, selbst wenn er noch so hochwertig war. Weshalb DAY OF THE DEAD reichlich abstinken musste gegen die ebenfalls sehr gelungene Zombiekomödie RETURN OF THE LIVING DEAD von Dan O’Bannon. Die Kritiken waren ebenfalls vernichtend und so landete DAY OF THE DEAD sehr schnell in der Schmuddelecke und hatte den Ruf eines schlechten Zombiesplatterfilms weg, der dem eigentlich Werk nicht wirklich gerecht wurde. Natürlich war die im Film eingedröselte Sozialkritik bei weitem nicht so offensichtlich wie in seinem Vorgänger, dennoch weiß Romero die menschlichen Konflikte aufs köstlichste auszuarbeiten. Was da zwischen den einzelnen Protagonist:innen auf zwischenmenschlicher Ebene in dem unterirdischen Bunker geschieht, verursacht mir heute noch eine Gänsehaut. Auch hier hat Romero wieder einmal bewiesen, dass er genau weiß, wie er das menschliche Versagen angesichts einer niederschmetternden Katastrophe genau in Szene setzen musste und dass die Zombies eigentlich nur Beiwerk sind. Denn die wirklich Gefahr geht weiterhin von den Menschen und ihrer Geltungssucht aus.

Immerhin gelangte DAY OF THE DEAD später durch die Video-Veröffentlichung zu einem Fanliebling und inzwischen zogen auch einige Kritiker nach.

Inzwischen habe ich auch einiges an Bonusmaterial gesichtet, wobei das nicht wirklich bemerkenswert ist. Ein schlecht gefilmtes Feature von einer 30th Anneversary Convention mit der Reunion der Darsteller:innen - leider ohne den inzwischen verstorbenen Ralph Marrero - und dem göttlichen Tom Savini ist dabei, dass zwar irgendwie niedlich ist, aber wenige neue Einsichten bietet. Da fand ich das kleine Feature über einen Besuch der Stadt Fort Myers in Florida nach 40 Jahren etwas interressanter. Der Macher zeigt einige der damaligen Drehorte und vergleicht sie mit dem Zustand heute. Das ist erhellend und auch sehr nostalgisch, wenn auch eher etwas für die Youtube-Fraktion. Hinzu kommt eine alte Making of Doku “The many Days of Day of the Dead”, die man allerdings schon von anderen Veröffentlichungen kennt. Den Rest - ein paar Trailer, einige Interviews und eine Bildergalerie von Howard Berger - schaue ich mir in den nächsten Tagen an.

Die Open Matte Version gebe ich mir dann am Wochenende, mal sehen, wie die abschneidet.

Insgesamt kann ich für mich persönlich sagen, dass die UHD-Box von DAY OF THE DEAD ein absoluter Bonus ist für Fans des Films oder Filmsammler. Selbst wenn das Bonusmaterial mich nicht so richtig vom Hocker hauen kann, so bleibt immer noch der Film in einer wahrlich überwältigenden Qualität. Und selbst wenn man Bild und Ton noch besser machen könnte - meinetwegen. Fürs erste bin ich sehr zufrieden und werde die Disc mit Sicherheit noch sehr oft einlegen.