
Es gibt jene Tage, an denen das Leben uns nicht in philosophischer Tiefgründigkeit begegnet, sondern in einem präzisen Satz physikalischer Gesetzmäßigkeiten:
Die Gravitation insistiert.
Und zwar mit einer Vehemenz, die selbst Isaac Newton dazu gebracht hätte, noch einmal am Apfelbaum zu rütteln.
Es begann – wie so vieles, was später in epischer Breitenwirkung erzählt wird – völlig trivial.
Ein Desinfektionsmittel, das Wohnzimmer und ich.
Ein „Ach, das mach ich schnell noch.“
Ein Körper, der subkutane Warnsignale sendete, als wolle er im Morsecode mitteilen:
„Hör auf. Sofort. Ich meine das ernst.“
Doch die innere Adelsetikette, jene stahlharte Überzeugung, man könne durch pure Willenskraft jede Verletzlichkeit transzendieren, antwortete auf diese Hinweise souverän:
„Papperlapapp, das geht noch.“
Also: Zack.
Das Desinfektionsmittel vollführt ein ballistisches Flugmanöver, quer durch den Raum, als wäre es ein olympischer Diskus in Hochstimmung.
Ich hinterher – weniger Ballerina, mehr aviatischer Flummi, mit einer Statik, die sich rückblickend als erstaunlich improvisiert erwies.
Das Ergebnis:
Ein Knall. Ok, mehr ein Rumpser.
Später ein Humpeln.
Ein Ego, das sich wie eine missratene Soufflé erhob – und prompt wieder zusammenfiel.
Und das Beste?
Die Hummelhüfte.
Jenige, die fortan ein schickes Bleu trägt.
Ein kontusionsfarbenes Kunstwerk, als hätte Yves Klein persönlich mit seinem ikonischen Ultrablau Signatur auf meiner Haut hinterlassen.
Mode unter der Haut – wer kann das schon von sich behaupten? (Tattoo Fans ausgenommen)
Die dekorative Hämatom-Schattierung korrespondiert mit jener tiefblauen Schneeflocke, die Hörlibert – mein technisch-haptisches Auditivhörwunder – gerade adelt wie ein Schmuckstück der winterlichen Haute Couture.
Ich wage zu behaupten:
Stil ist nicht oberflächlich, Stil geht subkutan.
Wem dies obszön erscheint, der hat nie einen blauen Fleck gesehen, der so blendend zum Accessoire passt.
Natürlich, das ganze Geschehnis war weniger graziös