»Wenn du nicht dafür zahlst, bist du nicht Kunde, sondern Produkt.«, heißt es in einem geflügelten Wort über kostenlose Social-Media-Plattformen.
Vor ein paar Tagen erhielten wir die neueste Ausgabe der Monatsschrift unserer Wohngenossenschaft. Eine Gartenstadt mit immerhin 660 Wohnungen. Darin die Ankündigung, dass wir ins “Fediverse” gehen. Einem Zusammenschluss unabhängiger und wirklich sozialer Netzwerke. Ich musste jubeln, da mir das Thema schon so lange unter den Nägeln brennt. Ilona und ich haben uns für 2026 ein “No-Big-Tech-Plan” vorgenommen. Weg von den großen privaten, hin zu den freien Plattformen. Das heißt, bei Null anzufangen und braucht echt Mut.
Unser Projekt wird über einige Woche und Monate gehen und wir werden darüber berichten.
![[Ilona und Marek halten einen Aufkleber hoch. Auf dem steht "FEDIVERSE - SOCIAL MEDIA DONE WELL"]](https://assets.steadyhq.com/production/post/df036c70-9186-417a-b472-25305d7bf966/uploads/images/hpcqkapdxw/Marek-Ilona-und-das-Fediverse-02-2026-600x325px.webp?auto=compress&w=800&fit=max&dpr=2&fm=webp)
»Social Media dient nicht der Verbindung von Menschen, sondern ihrer Manipulation zum Profit.« Tristan Harris
Dieses Zitat des ehemaligen Google-Designers stammt aus der sehenswerten Doku “Das Dilemma mit den sozialen Medien”. Das heißt doch, dass wir unsere Fans und Follower dieser Manipulation aussetzen, oder? Und das wollen wir nicht. Aber um Facebook, Instagram, TikTok, YouTube & Co. herumzukommen ist enorm schwierig. Gerade dann, wenn man etwas zu sagen hat. Wir wagen den Schritt. Wir spielen nicht mehr mit!
Wir wollen uns neu vernetzen
Wie sieht es mit dir aus? Bist du schon auf Plattformen wie Mastodon, Bluesky, Pixelfed, Friendica, PeerTube und wie sie alle heißen unterwegs?
Was machst du da?
Hast du dich leicht zurecht gefunden?
Wo siehst du die Vor- und Nachteile?
Wir würden uns sehr über deine Meinung freuen. Wir verschaffen uns gerade einen Überblick, melden uns an, probieren aus. Wir werden von unseren Erfahrungen erzählen und ansehen, was hinter der Idee und den Angeboten steht, wie sie ticken, wie sie sich unterscheiden. Unser Schritt ist existenzieller als er auf den ersten Blick aussieht und viele glauben, dass es gar nicht anders ginge, als ohne Big-Tech. Wir wollen mal sehen.
Was uns dazu bewegt hat, kannst du in folgenden Beiträgen lesen.
2026 wird das Jahr der freien Vernetzung.
Sei dabei! Wir freuen uns auf dich!
Rebellische Grüße,
Marek
***
P.S. übrigens ist jeden 1. Sonntag im Monat Digital Indipendence Day. Der Chaos Computer Club lädt überall in Deutschland ein und hilft dir beim Um- und Einstieg in alternative Tools. Infos: di.day (Opens in a new window)
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Ist das Fediverse was für dich?
Die folgenden Fragen helfen dir abzuwägen, warum ein Umstieg ins Fediverse vielleicht sinnvoll sein könnte:
Wie stark beeinflussen derzeit Algorithmen mein Online-Verhalten und meine Wahrnehmung?
Überlege, in welchem Maß automatisierte Empfehlungen darüber entscheiden, was du siehst, liest oder hörst – und ob du die Kontrolle darüber zurückgewinnen möchtest.
Welche Daten meiner Online-Aktivität möchte ich wirklich teilen – und mit wem?
Im Fediverse kannst du dich bewusst für Plattformen entscheiden, die Datenauswertung minimieren und Transparenz schaffen, anstatt dein Verhalten zu monetarisieren (oder monetarisieren zu lassen).
Bin ich bereit, etwas mehr Eigenverantwortung für Datenschutz und Vernetzung zu übernehmen?
Föderierte Systeme setzen auf Selbstbestimmung, erfordern aber auch etwas mehr Mitdenken bei der Auswahl von Instanzen, Moderationsregeln und Privatsphäre-Einstellungen.
Was bedeutet für mich digitale Unabhängigkeit und welche Werte möchte ich mit meiner Online-Präsenz unterstützen?
Der Wechsel ins Fediverse ist nicht nur technischer Natur, sondern auch ein Statement für Offenheit, Datenschutz und Gemeinschaft statt kommerzieller Kontrolle.
Wie wichtig ist mir der soziale Aspekt meiner digitalen Umgebung – Qualität statt Reichweite?
Im Fediverse geht es weniger um Aufmerksamkeit maximierende Mechanismen, sondern um echte soziale Interaktionen, Vielfalt und Austausch auf Augenhöhe.
TIPP: Den Aufkleber aus dem Foto und noch viel anderes cooles Zeug zum Thema Fediverse und Datenfreiheit findest du im Online-Shop von Digitalcourage (Opens in a new window).