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Breitblättriger Thymian: Schutz der Götter inclusive

Mit gemeinem Thymian, gewöhnlichem Thymian, Quendel-, Arznei- und Feld-Thymian hat der breitblättrige Thymian, botanisch Thymus pulegioides, fast unzählige Namen. Er gilt als Halbstrauch für den sonnigen bis halbschattigen Bereich, winterhart ist er nur bis -17°C, damit dürfte er allerdings durch die meisten Winter kommen. Er breitet sich vor allem dann aus, wenn er auf frischen und kalkarmen Böden steht. Er verholzt nur schwach am Stengel, der einen rechteckigen Querschnitt aufweist. Die Pflanze ist mittlerweile fast in ganz Europa etabliert, lediglich in Island um im europäischen Teil der Türkei findet man ihn nicht. Wild wächst er gerne in Trockenrasen, auf Böschungen, in Kiesgruben oder in Felsen.

Er erreicht Wuchshöhen bis zu 20cm, in der Breite ist er doppelt so ausladend. Er eignet sich nicht nur für Sonnenbeete, sondern auch für die Dachbegrünung. Immer häufiger findet man den Thymian auch im Stadt- und Straßengrün.

Die rosafarbene Blüte zeigt sich von Juni bis in den Oktober und harmoniert mit den elliptisch hellgrünen Blättern, die gleichzeitig den bekannten Duft verströmen. Die Blätter sind für uns essbar, werden von Schnecken allerdings verschmäht. Insekten fahren dafür voll auf die Blüten ab. Es sind nicht nur 38 Wildbienenarten, sondern gleichzeitig über 30 Schmetterlingsarten, 21 Raupenarten und immerhin vier Schwebfliegen und zwei Käferarten. Darunter sind einige bedrohte und vom Aussterben bedrohte Arten. Die kleine Holzbiene, die den Thymian auf der Speisekarte hatte, ist mittlerweile leider ausgestorben. Das gleiche Schicksal gilt für den Rotbindigen Sandfalter.

Seine blühenden, getrockneten Zweige zählten früher zu den Heildrogen, da dieser Teil der Pflanze einen hohen Carvacrol-Gehalt aufwies. Der Begriff Heildroge bezieht sich auf eine Pflanze, die in der traditionellen Medizin als Heilmittel eingesetzt wurde. Der Thymian soll krampflösende und antimikrobielle Wirkung haben. Beim echten Thymian ist die Wirksamkeit allerdings höher. In der Volksmedizin wurde er bei Entzündungen der Atemwege, sowie bei Magen-Darm-Störungen verwendet.

In der Küche nimmt man den Thymian um die Verdauung von fetten Speisen anzuregen. Eine mythische Bedeutung hat er vor allem für die Wikinger, die ihn nicht nur als Heilpflanze nutzten. Man glaubte damals, dass der breitblättrige Thymian zur Reinigung und Stärkung des Geistes verwendet werden sollte. Er war Symbol für Schutz und Fürsorge. Auch Freya, Göttin der Heilkunst und Beschützerin von Kriegern, soll den Thymian bei ihren Segnungen der Soldaten verwendet haben. Thymian soll den Schutz der Götter herbeirufen können.

Quellen:

Breitblättriger Thymian – Wikipedia (Opens in a new window)

Breitblättriger Thymian / Thymus pulegioides (Opens in a new window)

 

 

 

Topic Botanik