Skip to main content

Gartenprojekte

Ein mit bunten Sonnenblumen bepflanztes Hochbeet wirkt anregend und vertraut. Die Arbeit und der Aufenthalt im Garten steigern nachweislich die Lebensqualität, das Wohlbefinden und die Mobilität von älteren Menschen. Gärtnerische Aktivitäten fördern Ausgeglichenheit und Kreativität: Das Beobachten von Pflanzenwachstum weckt Erinnerungen und weckt die Sinne. Studien belegen, dass Menschen im Grünen im Schnitt weniger Schmerzmittel benötigen und besser schlafen. Insbesondere für Menschen mit Demenz bietet der Garten Rückzug und Orientierung: Vertraute Düfte und Farben können Erinnerungen hervorrufen, und einfache gärtnerische Routinen wirken beruhigend. Insgesamt eröffnen Gärten vielfältige Kommunikations- und Handlungsmöglichkeiten, die in allen Betreuungsformen aktiviert werden können. (Hinweis: Das Lexikon - Inhaltsverzeichnis (Opens in a new window))

Zielsetzung von Gartenprojekten

Gartenprojekte verfolgen mehrere Ziele: Sie sollen Bewegung und körperliche Aktivität fördern, kognitive Fähigkeiten stimulieren und soziale Kontakte stärken. Dabei geht es nicht nur um Beschäftigung, sondern um eine gezielte Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden. Gärtnerische Tätigkeiten stärken Muskeln, Ausdauer und Koordination und dienen damit der Gesundheitsförderung. Zugleich fordern sie Gedächtnis und Konzentration, etwa beim Planen der Beete oder Pflegen von Pflanzen. Die Teilnehmenden übernehmen Verantwortung für „ihre“ Pflanzen, was das Selbstwertgefühl steigert. Gartenprojekte zielen zudem darauf ab, Entspannung zu ermöglichen: Der Naturkontakt wirkt beruhigend und reduziert Stress. Ein wichtiges Ziel ist auch die soziale Teilhabe: Gemeinsames Gärtnern fördert Kommunikation und das Gemeinschaftsgefühl zwischen den Bewohnern. Für Menschen mit Demenz kann ein gezielt gestalteter Garten wichtige Orientierungspunkte und Sinneserlebnisse bieten. Demenzgerechte Gärten sprechen alle Sinne an – sie enthalten etwa Hochbeete mit essbaren Beeren und aromatischen Kräutern, Duftwiesen oder Wasserläufe – und ermöglichen Barrierefreiheit. Insgesamt sollen Gartenprojekte also Gesundheit, Aktivität und Lebensfreude im Alter fördern.

Vorteile und mögliche Nachteile von Gartenprojekten

  • Körperliche Gesundheit: Gartenarbeit ist ein leichtes Fitnessprogramm. Regelmäßiges Graben, Pflanzen, Gießen und Jäten stärkt Muskulatur, Ausdauer und Beweglichkeit. Senioren verbrennen dabei viele Kalorien und erhalten ein schonendes Ausdauertraining (z. B. durch Gießkannen tragen oder Wege im Garten zurücklegen).

  • Psychisches Wohlbefinden: Die Natur beruhigt Geist und Seele. Die Arbeit im Grün reduziert nachweislich Stresshormone und depressive Symptome. Zahlreiche Senioren berichten von vermehrter Gelassenheit und Zufriedenheit, wenn sie Zeit im Garten verbringen. Auch die kreative Gestaltung eines Gartens (etwa durch Blumenarrangements) hebt die Stimmung und gibt Erfolgserlebnisse.

  • Kognitive Stimulierung: Pflanz- und Pflegeaufgaben erfordern Planung, Konzentration und Gedächtnis. Senioren wählen Pflanzen aus, überlegen Pflanzabstände oder Jahreszeiten, was geistig fordert. Studien zeigen sogar, dass regelmäßiges Gärtnern das Demenzrisiko senken kann – eine US-Studie fand eine um bis zu 36 % geringere Wahrscheinlichkeit für Demenzerkrankungen bei rüstigen Hobbygärtnern.

  • Soziale Kontakte: Gemeinsame Gartenarbeit bringt Menschen zusammen. Ob im Pflegeheim oder in der Tagespflege – beim Säen, Ernten oder Feiern im Garten entsteht Austausch. Gartenprojekte schaffen Gesprächsanlässe und fördern Teamarbeit. Eine gemeinschaftliche Gartengruppe kann Isolation entgegenwirken und trägt zur sozialen Integration bei.

  • Selbstwirksamkeit und Alltagskompetenz: Wenn Senior*innen „ihren“ Garten anlegen und pflegen, erleben sie Selbstwirksamkeit. Ein hochgezogenes Beet oder selbst angebautes Gemüse sind greifbare Erfolgserlebnisse. Dies stärkt das Selbstwertgefühl und fördert Alltagskompetenzen wie Geduld und Verantwortung.

  • Nachteile und Risiken: Bei mangelnder Planung und Betreuung können Risiken entstehen. Durch nachlassende Kraft und Balance steigt im Alter die Sturz- und Verletzungsgefahr bei der Gartenarbeit. Unbedachte Handhabung von Werkzeugen oder unsichere Wege führen zu Unfällen. Wetterbedingungen (Hitze, Regen) können die Aktivitäten einschränken oder gesundheitliche Belastungen mit sich bringen. Blütenpollen oder Insektenstiche können Allergien auslösen. Zudem erfordert ein Garten Pflege und Zeit – die Arbeit muss langfristig von Mitarbeitenden oder Ehrenamtlichen begleitet werden. Ohne Erfolgserlebnisse (z. B. vertrocknete Pflanzen) kann auch Frustration bei den Beteiligten auftreten. Daher ist eine gute Anleitung und angemessene Betreuung essenziell, um diese Nachteile zu minimieren.

Planung, Umsetzung und Betreuung von Gartenprojekten

Planung und barrierefreie Gestaltung

Bei der Planung stehen die Bedürfnisse der Senioren im Mittelpunkt. Bewohner sollten – soweit möglich – aktiv einbezogen werden: Man fragt nach Lieblingspflanzen oder Farben, um den Garten persönlich zu gestalten. Zugleich müssen Zugänge und Arbeitsflächen barrierefrei sein. Wege sollten geradlinig und mindestens 1,50 m breit angelegt werden, damit Rollstuhlfahrer oder Rollatoren sicher passieren können. Unebenheiten, steile Treppen oder enge Pflasterabsätze werden vermieden. Stabil befestigte Handläufe an eventuellen Stufen erhöhen die Sicherheit. Hochbeete oder Pflanzkästen in Hüfthöhe ermöglichen das Gärtnern im Sitzen; auch rollbare Pflanztische sind hilfreich. Beläge wie rutschfestes Pflaster und geländegerechte Gartenmöbel (z. B. Tische mit genügend Beinfreiheit) fördern Komfort. Generell gilt: Ein barrierefreier Garten ist so zu gestalten, dass alle Menschen – jung oder alt, mobil oder in der Rollstuhl – gleichberechtigt und selbstbestimmt teilhaben können.

Die fachliche Planung kann durch Gartentherapeutinnen oder Landschaftsarchitektinnen unterstützt werden. Dabei werden Aspekte wie Bodenbeschaffenheit, Sonne/Schatten, Wasseranschluss und Pflegeaufwand berücksichtigt. Schon bei der Neuanlage sollte man an Bewässerung (z. B. automatische Tropfbewässerung), windgeschützte Plätze und schattige Sitzbereiche denken. Belohnende Akzente wie aromatische Kräuterecken, blühende Stauden oder Vogeltränken sorgen dafür, dass zu jeder Jahreszeit etwas Interessantes blüht. Fördermöglichkeiten (z. B. Zuschüsse für barrierefreie Umgestaltung) können finanziell entlasten.

Umsetzung und Praxis

Die eigentliche Umsetzung erfolgt oft in Zusammenarbeit verschiedener Partner. Man beauftragt Gärtner oder soziale Träger und bindet Freiwillige ein. Grobarbeiten (Boden umgraben, Wege anlegen) werden idealerweise gemeinsam mit Bewohnern vorbereitet, um frühzeitig Einbindung zu schaffen. Wenn nötig, können Ehrenamtliche oder Angehörige unterstützend tätig sein. Das Pflanzen selbst lässt sich meist in Gruppen durchführen: Unter Anleitung graben die Senioren Löcher, legen Pflanzlöcher oder säen Samen aus. Pflegekräfte oder Gartenhilfen unterstützen bei schwierigen Handgriffen. Wichtig ist, dass jede Aktivität klar angeleitet wird – kurze, verständliche Schritte, geordnet von einfachen Tätigkeiten (z. B. Erde umgraben) zu anspruchsvolleren (Pflanzen einsetzen) führen zum Erfolg.

Für die praktische Umsetzung bietet sich eine Jahresplanung an: Im Frühjahr Blumenzwiebeln stecken und erste Gemüsebeete anlegen, im Sommer Blumenpflege und Ernte, im Herbst Laub arbeiten oder Saatgut sammeln. Bei schlechtem Wetter können Arbeiten vorbereitet oder drinnen erledigt werden. Werkzeuge sollten seniorengerecht sein (leichte Gießkannen, ergonomische Handschuhe, kleine Schaufeln). Die Arbeit im Garten kann mit anderen Feste verbinden: Ein gemeinsames „Einpflanz-Fest“ im Frühling oder eine Ernte-Dank-Feier im Herbst motiviert Teilnehmer zusätzlich.

Betreuung und Nachhaltigkeit

Nach der Anlage muss der Garten regelmäßig gepflegt werden: gießen, Unkraut jäten, Pflanzenschutz. Pflegepersonal sollte diese Aufgaben in den Alltag einbinden. Ein fester Gartenrundgang (z. B. zwei Mal pro Woche) stellt sicher, dass die Pflanzen gedeihen. Bei der Betreuung ist Geduld wichtig – gerade bei Demenz sollten Tätigkeiten langsam, mit viel Lob und in gewohnter Routine stattfinden. Schulungen für Pflegekräfte in gartentherapeutischen Methoden verbessern die Betreuungskompetenz: Studien empfehlen, Personal über hochbeete, Nutzung von Naturmaterial und Unfallprävention zu schulen.

Durch regelmäßige Evaluation (z. B. gemeinsames Feedback mit den Senioren) kann die Praxis optimiert werden. Ein Wohlfühl-Garten steigert nicht nur die Zufriedenheit der Bewohner, sondern kann auch die Attraktivität der Einrichtung erhöhen und positive Außendarstellung schaffen. Manche Häuser nutzen den Garten zusätzlich für Feste, Angehörigenbesuche oder intergenerationelle Begegnungen. Damit das Projekt nachhaltig ist, sollte die Gartenpflege Teil des Pflegeplans werden und nicht von einzelnen Aktionswochen abhängen.

Gartenprojekte im Außen- und Innenbereich

Im Freien: Gartenarbeiten finden meist direkt im Außengelände der Einrichtung statt. Dabei ist auf Sicherheit zu achten: Rutschfester Untergrund, Schattenplätze (z. B. durch Sonnenschirme oder Pergolen) und ausreichende Beleuchtung für Dämmerung sind notwendig. Hochbeete, Hochstämme und Terrassenbeete ermöglichen das Arbeiten ohne aufwändiges Bücken. Sitzgelegenheiten am Wegesrand laden zum Verweilen ein. Bei Gruppenaktivitäten im Freien bewegen sich die Senioren an der frischen Luft, was den Kreislauf anregt und Vitamin-D-Bildung durch Sonneneinstrahlung unterstützt. Trinkpausen und witterungsgerechte Kleidung (Hüte gegen die Sonne, Jacken bei Kälte) müssen eingeplant werden.

Im Innenbereich: Ist kein Garten vorhanden oder das Wetter ungünstig, können gärtnerische Aktivitäten ins Haus verlegt werden – ganz nach dem Motto: „Wenn der Bewohner nicht zum Garten kann, kommt der Garten zum Bewohner“. Beispiele sind Fensterbank-Gärten (Kräuter- oder Gewürzregal in der Wohnküche), Zimmerpflanzenpflege oder die Anlage eines mobilen Hochbeets in einem Wintergarten. Auch kreative „Mini-Gärten“ im Topf, Lichtgarten-Projekte oder Sinnes-Mobiles aus Naturmaterial können drinnen durchgeführt werden. Im Demenzbereich etwa kann ein „Sinneskorb“ mit duftenden Kräutern, Tasten-Exponaten (verschiedene Rinden oder Gräser) und Vogelstimmenaufnahmen versehen werden. Der Vorteil des Innenbereichs ist Schutz vor Wetter und eine bessere Zugänglichkeit (keine Gefahr durch Hitze oder Regen). Die zubereiteten Erzeugnisse wie Kräutersalz oder Blütensud können gleich in der Küche weiterverarbeitet werden. Insgesamt gilt: Gartenthemen lassen sich kreativ an jede Räumlichkeit anpassen.

Aktivierungen zum Thema Garten

Blumenzwiebeln setzen:

Material: Blumenzwiebeln (z.B. Tulpen, Narzissen), Blumentief, Pflanzschaufel, Eimer.

Umsetzung: Senioren legen mit einer kleinen Schaufel Löcher in das vorbereitete Beet oder Pflanzgefäß. Unter Anleitung des Personals pflanzen sie Blumenzwiebeln ein (Spitze nach oben, ca. 10 cm tief) und bedecken sie mit Erde. Dabei kann einzeln oder in kleinen Gruppen gearbeitet werden. Zum Abschluss werden die Flächen leicht angegossen.

Beispiel: Frau M. (Rollstuhlfahrerin) kann an einem Hochbeet im Sitzen mithelfen, indem sie die Zwiebeln in vorgebohrte Löcher steckt. Ein Helfer gibt ihr dabei die Schaufel und hält die Gießkanne so, dass sie ohne Kraftaufwand gießen kann.

Hochbeet bepflanzen:

Material: Blumentöpfe oder eine Hochbeet-Kiste, Pflanzerde, verschiedene Blumen- oder Gemüsepflanzen, Handschuhe.

Umsetzung: Bei einem Hochbeet in Hüfthöhe können alle gemeinsam Erde einfüllen. Anschließend wählt jeder Senior ein kleines Pflänzchen (z.B. Salbei, Basilikum, Ringelblumen) aus. Unter Anleitung wird ein Loch gegraben und das Pflänzchen eingesetzt. Zum Schluss werden die Pflanzen gut angegossen.

Beispiel: Herr S. (mit Demenz) kann ein Stück Minze in die Erde drücken. Dabei riecht er an den Blättern und erinnert sich an den Geruch aus früheren Zeiten. Die Pflegekraft lobt ihn für jeden gesetzten Keimling.

Kräutergarten anlegen:

Material: Töpfe oder Pflanzkasten, Erde, verschiedene Kräutersetzlinge (z.B. Petersilie, Thymian, Minze), Wasser.

Umsetzung: Auf einer sonnigen Fensterbank oder Terrasse pflanzen die Senioren gemeinsam Küchenkräuter. Jeder Topf bekommt ein Schild mit dem Namen der Pflanze. Schritt für Schritt füllen sie Erde ein, setzen die Kräuter ein und drücken sie leicht an. Am Ende wird gegossen.

Beispiel: Für einen Rollstuhlfahrer steht ein rollbarer Tisch bereit. Er hält unter Anleitung den Rosmarinzweig fest, während die Pflegekraft vorsichtig Erde um die Wurzeln schaufelt. Die Patienten können anschließend an den unterschiedlichen Düften riechen.

Samenbomben herstellen:

Material: Blumensamen (z.B. Wildblumenmischung), Tonpulver oder Blumenerde, Wasser, Schüssel, Handschuh.

Umsetzung: Samen und Erde/Tonpulver werden im Verhältnis etwa 1:5 gemischt und mit wenig Wasser zu einer formbaren Masse geknetet. Aus dieser werden kleine Kugeln geformt und zum Trocknen ausgelegt.

Beispiel: In der Tagespflege drückt ein Senior die Samen-Erde-Masse zwischen den Fingern zusammen, während andere sie formen. Anschließend können die getrockneten „Bomben“ im Frühling in eine Wiese geworfen werden, und im Sommer blühen bunte Blumen.

Blumensträuße binden:

Material: Frisch geschnittene Blumen (gerne robuste Arten wie Sonnenblumen oder Chrysanthemen), Blumendraht, Band, Schere, Vase.

Umsetzung: Die Senioren erhalten frische Schnittblumen. Zusammen sortieren sie diese nach Größe und Farbe. Unter Anleitung wird ein kleiner Strauß gebunden: Man hält Blumen zusammen, umwickelt den Stielansatz mit Draht und bindet ein Band darum. Zum Abschluss kommt der Strauß in eine Vase.

Beispiel: Zwei Bewohnerinnen arbeiten zusammen: Die eine hält die Blumenbündel in der Hand, die andere bindet mit dem Band. Durch gemeinsame Gespräche über Lieblingsblumen entsteht eine angenehme Atmosphäre.

Insektenhotel bauen:

Material: Holzrahmen (fertiges Regal), Drahtgitter, Naturmaterialien (Hölzer mit Löchern, Schilfhalme, Tannenzapfen), Hammer, Nägel.

Umsetzung: Ein einfaches Insektenhotel (Holzplatte mit Fächern) wird von den Senioren zusammengebaut. Sie füllen einzelne Fächer mit verschiedenen Materialien (Schilfrohre, gebohrte Holzstücke) und sichern die Fächer mit Drahtgitter.

Beispiel: Auch mobil eingeschränkte Senioren können mitmachen: Herr K. hält ein Schilfrohr, während Frau B. es in ein Fach steckt. So lernen sie, dass sie mit ihrem Werk Bienen und Schmetterlingen ein Zuhause bieten.

Vogelhaus aufstellen:

Material: Fertiges Vogelhäuschen, wetterfeste Farbe/Pinsel, Vogelfutter (Getreide).

Umsetzung: Die Senioren gestalten zunächst ein Vogelhaus mit wetterfester Farbe. Nach dem Trocknen wird es an einem Pfahl oder unter einem Dach über dem Garten angebracht. Anschließend füllen sie Vogelfutter ein.

Beispiel: Beim Bemalen erzählt Frau L. von ihrem früheren Garten, in dem sie oft Vögel beobachtet hat. Anschließend hilft Herr G. beim Befüllen mit Getreide. Beide beobachten später gemeinsam die ersten Gäste am Futterhaus.

Gießen im Garten:

Material: Gießkannen, Wasserschlauch, ggf. Pflanzendünger.

Umsetzung: Als regelmäßige Aktivität gießen die Senioren die Beete und Töpfe. Dazu fahren sie mit dem Rollstuhl an das Beet heran oder betreten den Garten mit dem Rollator. Sie füllen Wasser in die Gießkanne, verteilen es gleichmäßig über die Erde und achten darauf, die Blätter nicht zu überfluten.

Beispiel: Frau H. kontrolliert mit einem Messbecher, ob der Boden feucht ist. Sie kann nach Anleitung selbstständig gießen. Durch diese kleine Aufgabe fühlt sie sich gebraucht und beteiligt.

Beerensträucher pflegen:

Material: Gartenschere, kleine Astschere, Eimer, Handschuhe.

Umsetzung: Kleine Sträucher wie Johannisbeere oder Himbeere werden von verblühten Blüten und vertrockneten Trieben befreit. Die Senioren schneiden gemeinsam abgestorbene Äste ab und lockern die Erde um die Wurzeln. Dabei entsteht auch Gesprächsstoff über andere Obstsorten.

Beispiel: Herr F. (leicht eingeschränkt in der Mobilität) bringt vorsichtig den Rollstuhl vor den Strauch. Er hält die Gartenschere, während eine Betreuungskraft helfend eingreift. Später legt er stolz die abgeschnittenen Zweige in den Kompost.

Blumen pressen:

Material: Blüten (z. B. Löwenzahn, Klee), Löschpapier, schwere Bücher oder Pflanzenpresse.

Umsetzung: Frisch gesammelte Blumen werden zwischen Löschpapier gelegt und unter einem schweren Buch gepresst. Nach einigen Tagen Trockenzeit entstehen erhaltene Blütenblätter.

Beispiel: Bei gemeinsamen Spaziergängen sammelt die Gruppe zarte Blüten. Zurück in der Gruppe legen die Teilnehmenden die Blüten vorsichtig zwischen Papier, so lernen sie Achtsamkeit im Umgang mit den Pflanzen. Später können die getrockneten Blumen in Bastelprojekten verwendet werden.

Naturbilder malen:

Material: Motivvorlagen (Fotos aus dem Garten), Leinwand oder dickes Papier, ungiftige Acryl- oder Wasserfarben, Pinsel.

Umsetzung: Die Senioren wählen ein Foto aus, z. B. von einem blühenden Feld oder einem Gartenmotiv. Mit Pinsel und Farbe versuchen sie, das Bild nachzumalen oder ihre eigene Version zu gestalten.

Beispiel: Herr K. malt große rote Mohnblumen auf Leinwand. Er kann sitzend mit farbenfrohen Pinselstrichen arbeiten. Das Ergebnis hängt später im Flur und erinnert alle an die gemeinsame Aktivität.

Kräuter-Riechdosen:

Material: Kleine Metalldosen mit Löchern im Deckel, getrocknete Kräuter (Lavendel, Minze, Rosmarin).

Umsetzung: In jede Dose werden verschiedene Kräuter gefüllt. Die Deckel haben kleine Löcher, damit man daran riechen kann. Die Senioren verschließen die Dosen unter Anleitung und beschriften sie.

Beispiel: Auch Menschen mit Demenz können hier mitmachen: Sie öffnen und schließen die Dosen, riechen an den Öffnungen und berichten, welche Gerüche sie kennen. Dabei schärfen sie ihre Sinne und Erinnerungen.

Liegestuhl gärtnern (Mobiler Garten):

Material: Großer Pflanztopf oder fahrbarer Pflanzbehälter, Balkonpflanzen, Erde, Schraubendreher.

Umsetzung: Ein Pflanzbehälter auf Rollen wird mit Erde befüllt. Darin pflanzen die Senioren Balkonblumen oder Salat. Der mobile Garten kann an jeden sonnigen Ort geschoben werden.

Beispiel: Frau R. im Rollstuhl kann direkt neben dem Topf sitzen und mithelfen: Sie hält einen Topf, während die Pflegekraft Erde nachfüllt. Später rollt eine Pflegerin den Behälter dahin, wo Frau R. am meisten Licht hat.

Samen pflanzen im Frühbeet:

Material: Mini-Gewächshaus (Frühbeetkasten), Anzuchterde, Samen (Radieschen, Kräuter), Wassersprüher.

Umsetzung: In kleinen Reihen säen die Senioren radieschensamen oder Kräutersamen in ein Frühbeet. Jeder gräbt mit dem Finger ein kleines Loch, legt 1–2 Samen hinein und bedeckt sie mit Erde. Mit dem Wassersprüher befeuchten sie anschließend die Fläche. Das Frühbeet wird geschlossen und an einen sonnigen Platz gestellt.

Beispiel: Ein Bewohner sprüht vorsichtig Wasser aus einer kleinen Flasche, während ein anderer die Abdeckung aufmacht. Die einfache Handhabung ist auch im Rollstuhl möglich. Gemeinsam warten sie dann auf das erste Keimen.

Gartenspiel „Dosen werfen“:

Material: Leere, saubere Dosen, Kegel oder Plastikflaschen, weiche Bälle.

Umsetzung: Im Garten bauen die Senioren einen Dosenstapel oder stellen Flaschen auf. Mit Bällen (weich gefüllt) versuchen sie, die Ziele umzuwerfen. Werfend stärken sie Koordination und Kraft. Das Spiel kann auch als Team aufgeteilt werden.

Beispiel: Rollstuhlfahrer können aus dem Sitzen teilnehmen: Ihnen wird ein etwas näher stehendes Ziel angeboten. Frau S. lacht über jeden Treffer, und auch bei Verfehlen genießen alle die Bewegung an der frischen Luft.

Natur-Memory-Spiel:

Material: Fotos von Gartenmotiven (Blumen, Bäume, Insekten) doppelt ausdrucken, laminieren.

Umsetzung: Auf einem Tisch liegen verdeckte Bildpaare. Die Senioren decken abwechselnd zwei Karten auf und suchen Paare. Wer ein Paar findet, darf noch einmal ziehen. Das Spiel trainiert das Gedächtnis und weckt Erinnerungen an die Naturmotive.

Beispiel: Personen mit Demenz profitieren von den vertrauten Bildern: Herr D. erkennt eine Tulpe und sagt den Namen, bevor er die Karte aufdeckt. Das gemeinsame Spielen fördert Aufmerksamkeit und Gespräch.

Vogelstimmen erraten:

Material: MP3-Player oder Smartphone mit Lautsprechern, Aufnahme von Vogelstimmen, vorbereitete Bilder von Vogelarten.

Umsetzung: Im Sitzkreis hören alle eine kurze Vogelstimme (z. B. Spatz oder Amsel). Die Senioren raten, welcher Vogel es sein könnte, und sehen sich die dazu passenden Bilder an. Anschließend kann im Garten ein tatsächlicher Vogel gefüttert oder beobachtet werden.

Beispiel: Auch mobil Eingeschränkte hören interessiert zu. Die Übung macht sowohl Spaß als auch Sinn: Die Teilnehmenden öffnen ihre Sinne für die Naturklänge.

Blumen pflücken und Strauß zusammenstellen:

Material: Schnittblumen aus dem Garten (z.B. Dahlien, Rosen), kleines Blumenglas, Band.

Umsetzung: Im Garten werden von bestimmten Beeten ein paar Blumen abgeschnitten (je nach Saison). Zurück drinnen stecken die Senioren die Schnittblumen in ein Glas und binden einen kleinen Strauß.

Beispiel: Durch diese Aktivität erleben die Senioren den Kreislauf: Säen, Pflegen, Ernten. Frau K. fühlt sich gebraucht, als sie ein Band um den Strauß bindet. Der fertige Strauß verschönert das Gemeinschaftszimmer.

Sitzgymnastik mit Blumenbildern:

Material: Große Bilder oder Illustrationen von Blumen und Bäumen, eventuell als Stuhlgymnastik-Vorlage.

Umsetzung: Im Stuhlkreis werden die Bilder gezeigt. Zu jedem Motiv macht die Gruppe gemeinsam eine einfache Bewegung (z. B. „Erde lockern“ – Bewegung der Arme nach vorne).

Beispiel: Auch Patienten, die lange sitzen müssen, spüren so frische Luft. Sie atmen tief ein, wenn zum Lavendelbild die Arme gehoben werden, und entspannen beim Ausatmen.

Moosbilder legen:

Material: Moosplatten, Dekoration (Steine, Äste, Blätter), Klebstoff oder Stecknadeln, Pappe als Unterlage.

Umsetzung: Aus gesammeltem Moos gestalten die Senioren in kleinen Gruppen ein Bild oder Muster auf einer Pappe. Mit Steinen und Rindenstücken werden Wege oder Formen gelegt.

Beispiel: Diese kreative Arbeit erfordert Feinmotorik. Rollstuhlfahrer sitzen nah am Tisch. Jeder klebt sein Stück Moos an – gemeinsam ergibt sich ein kleines Garten-Panorama, das an der Wand hängen bleibt.

Kräutersalz ansetzen:

Material: Frische Kräuter (Rosmarin, Thymian, Salbei), Meersalz, Mörser oder Küchenmaschine, kleine Gläser mit Deckel.

Umsetzung: Die Kräuter werden gewaschen und getrocknet. Dann hacken die Senioren sie grob oder zerreiben sie mit Salz im Mörser. Die Mischung füllen sie in kleine Gläser.

Beispiel: Herr B. fühlt den Duft von Thymian und riecht tief ein, bevor er die Blätter zerreibt. Das fertige Kräutersalz kann später beim Essenverkosten probiert werden – eine schöne Verbindung zwischen Garten und Gaumen.

Spaziergang im „Duftgarten“:

Material: Kleine Karten mit Düften (Lavendel, Rose, Minze, Zitrone), Duftproben (getrocknete Kräuter, Zitronenschale).

Umsetzung: Im Garten verteilt man Duftproben. Die Senioren gehen eine Runde und riechen an jeder Station. Dabei ordnen sie den Geruch einer Karte oder beschreiben ihn.

Beispiel: Dies ist besonders demenzgerecht: Frau N. kann sich an Lavendel entspannen und sagt: „Das kenne ich vom Kissen.“ Solche Aktivitäten regen Erinnerungen an.

Gartendekoration basteln:

Material: Dekosteine, kleine Terrakotta-Gießkannen, bunte Kiesel, Filzstifte.

Umsetzung: Die Senioren bemalen Steine mit einfachen Mustern (Blumen, Herzen) oder dekorieren kleine Gießkännchen mit bunten Mustern.

Beispiel: Gerade bei kognitiven Einschränkungen ist das Malen auf großen Flächen wie Steinen entspannend. Mit Filzstift kann Frau O. muster aufmalen – ein Erfolgserlebnis trotz leichter Handbeschwerden.

Ernte- und Verkostungsrunde:

Material: Selbst angebautes Gemüse (z.B. Gurken, Tomaten) oder Beeren, Messer und Teller.

Umsetzung: Geerntetes aus dem Garten wird geputzt und mundgerecht geschnitten. Die Senioren probieren die Früchte selbst und geben Rückmeldung (süß, würzig). Dabei wird über Rezepte gesprochen.

Beispiel: Ein Bewohner probiert stolz die eigene Erdbeere und nickt: „Sehr süß!“ Das gemeinsame Kosten motiviert zum weitermachen und schafft Gespräch.

Pflanzenschilder basteln:

Material: Holz- oder Plastikschildchen, wasserfeste Stifte, ggf. Laminiergerät.

Umsetzung: Bei einem Pflanzschild tragen die Senioren den deutschen und botanischen Namen der Pflanze ein. Mit Bildern oder Symbolen (z.B. Gießkanne für durstige Pflanzen) wird das Schild illustriert und fest am Beet befestigt.

Beispiel: Die Tätigkeit fördert Lesen und Schreiben. Ein demenzkranker Bewohner klebt ein kleines Bildchen der Pflanze daneben. So erkennen alle besser, welche Pflanze gerade wächst.

Vogel- und Nistkasten streichen:

Material: Weißer Holz-Vogel- oder Nistkasten, Acrylfarbe, Pinsel, Verschluss.

Umsetzung: Kasten abschleifen (leicht) und dann bunt bemalen. Nach dem Trocknen wird er draußen angebracht.

Beispiel: Herr H. rollt mit einer breiten Farbwalze die Grundierung auf. Daneben schneidet Frau E. kleine Äste ab, die sie für die Füllung eines Insektenhotels aufheben will. Jeder leistet einen Beitrag zum gemeinsamen Werk.

Samen sammeln:

Material: Kleine Säckchen oder Umschläge, verschiedene Samen (z.B. Sonnenblumenkerne, Zinnien).

Umsetzung: Im Herbst sammeln die Senioren reife Samenkapseln und befüllen Tütchen. Die Säckchen werden beschriftet und aufbewahrt.

Beispiel: Dieser Vorgang aktiviert das Gedächtnis: „Hier waren letztes Jahr gelbe Blumen“, erinnert sich ein Bewohner. Später können die Samen wiederum ausgesät werden – so schließt sich der Kreislauf.

Beeteinfassung gestalten:

Material: Steine oder Holzstücke, Hammer, Eimer.

Umsetzung: Ein kleiner Rand aus Natursteinen oder Holzstöcken wird um ein Beet gelegt. Die Senioren hämmern die Stücke in den Boden oder legen sie Stein für Stein.

Beispiel: Für Herrn K. in Rollstuhl sind die größeren Steine gut greifbar. Unter fachlicher Anleitung legt er sie nebeneinander. Dabei spricht die Gruppe über Steinarten („Wie hart!“) – der einfache Bezug zu Naturmaterialien fördert die Sinne.

Töpfern mit Naturfarben:

Material: Lufttrocknende Modelliermasse, Muscheln, Blätter, Beeren (als Abdruck oder Farbe).

Umsetzung: Aus der Masse formen die Senioren kleine Schalen oder Figuren. Anschließend drücken sie Blätter oder Muscheln hinein, um Muster zu erzeugen. Mit Beeren oder Roter Bete kann man die Tonmasse einfärben.

Beispiel: Die weiche Masse ist gut greifbar. Ein Bewohner mit Demenz drückt ein Farnblatt in die Masse; seine Hände spüren Textur. So nehmen die Teilnehmenden Natur auch mit den Händen wahr.

Windspiele bauen:

Material: Glockenspiel aus Metall oder Holz, Schnüre, bunte Perlen aus Holz oder Kunststoff.

Umsetzung: An einer stabilen Stange werden Perlen und kleine Glöckchen aufgefädelt und befestigt. Im Garten aufgehängt erzeugen sie Klang bei Wind.

Beispiel: In der Demenzgruppe reiben Bewohnerin M. neugierig mit den Fingern eine Perle – der Klang fasziniert alle. Eine andere Bewohnerin hält die Stange und lacht, als das Windspiel leise klingelt. Die Klänge wirken beruhigend.

Blütenbutter herstellen:

Material: Frische essbare Blüten (Löwenzahn, Veilchen), weiche Butter, Ausstechformen, Schälchen.

Umsetzung: Blüten von Insekten fern halten und reinigen. Anschließend die Blüten vorsichtig in geschlagene weiche Butter mischen. Mit Förmchen kleine Butterhäufchen formen und kühlen.

Beispiel: Teilnehmer staunen, wie sich die Farbe der Butter verfärbt. Das duftige Ergebnis wird später mit Brot ausprobiert – eine schöne Verbindung von Garten und Gaumen.

Windmühlen basteln:

Material: Bunte Papierquadrate, Strohhalme oder Holzstäbchen, Pinn-Nadeln.

Umsetzung: Die Senioren falten einfache Windmühlen aus Papier. Mithilfe einer Pinn-Nadel wird die Windmühle am Strohhalm fixiert. Anschließend kann die Bewegung im Wind getestet werden.

Beispiel: Dieses leichte Basteln auch bei stark bewegungseingeschränkten Bewohnern beliebt: Sie halten das Papier fest, während das Personal anleitet. Der Dreh-Effekt bringt allen Spaß.

Gießkannen-Staffel:

Material: Zwei Gießkannen, Plastikeimer, Hütchen oder Zielmarken.

Umsetzung: Im Freien wird ein kleines Wasserspiel vorbereitet: Auf einer Strecke von wenigen Metern tragen zwei Gruppen nacheinander Wasser mit Gießkannen. Ziel ist es, möglichst viel Wasser in einen Eimer zu bringen, ohne die Gießkanne zu lange ruhen zu lassen.

Beispiel: Jeder setzt in seinem Tempo Wasser um und muss kein Rennen laufen. Herr B. (mit Gehstock) stellt das Gießkannen schwer in Gang und hilft seinem Team, das Ziel zu füllen. Solche Bewegungsspiele fördern Koordination spielerisch.

Natur-Bingo:

Material: Große Spielfeld-Karten mit Bildern von Gartenmotiven (Blume, Schmetterling, Vogel etc.), Chips oder Marker.

Umsetzung: Ähnlich wie Bingo: Die Leitung nennt ein Naturmotiv, und wer es auf seiner Karte hat, markiert es. Wer eine Reihe voll hat, ruft „Bingo“.

Beispiel: Diese Aktivierung ist einfach und motivierend. Durch die bekannten Motive beteiligen sich auch Menschen mit Demenz gern. Sie können außerdem während eines Gartenrundgangs danach suchen.

Laubbilder gestalten:

Material: Herbstblätter in verschiedenen Formen und Farben, Papier, Klebstoff.

Umsetzung: Frisch gefallene Blätter sammeln und auf Papier zu fantasievollen Bildern anordnen und festkleben. Entweder allein oder in Teamarbeit können daraus Gartenmotive oder Tiere gebildet werden.

Beispiel: Im Rollstuhl kann Frau G. die farbenprächtigen Blätter betrachten und entscheiden, wo sie platziert werden. So erlebt sie den Herbstprozess kreativ nach.

Wasserschale anlegen:

Material: Große Schale oder flache Wanne, Steine, Wasser, schwimmende Pflanzen (z.B. Seerosenblätter).

Umsetzung: Im Garten wird eine flache Schale mit Wasser gefüllt. Große Steine werden als Inseln hereingelegt. Schwimmende Wasserpflanzen dazugeben. Bei warmem Wetter kann man beobachten, welche Tiere (z.B. Insekten) sich an der Schale sammeln.

Beispiel: Ein Bewohner stellt fest, dass Libellen um die Schale schwirren. Durch das Beobachten der Wasseroberfläche können Klienten mit visuellen Einschränkungen trotzdem an der Natur teilhaben.

Fühlbox mit Gartenmaterial:

Material: Kartons mit Deckel, verschiedene Füllungen (Erde, Sand, Laub, Moos).

Umsetzung: Die Senioren stecken ihre Hände (mit Schutzhandschuh oder erkundet mit einem Ast) in die Öffnungen der Fühlbox und ertasten das Material. Sie beschreiben Geruch und Gefühl (rau, weich, kalt).

Beispiel: Vor allem Menschen mit Demenz genießen dieses taktile Erlebnis. Die vertrauten Materialien wecken Erinnerungen: „Das fühlt sich an wie der Kompost aus meinem Garten.“

Kompost umrühren:

Material: Gartenkompostbehälter, Spaten oder Rechen.

Umsetzung: Unter Anleitung rühren die Senioren den Komposthaufen um, um ihn zu belüften. Dabei geben sie zerkleinertes Schnittgut oder Küchenabfälle hinzu.

Beispiel: Diese Aktivität fördert Muskelkraft. Herr J. (im Rollstuhl kann sich das Behältnis in Griffhöhe in sein Sichtfeld ziehen lassen und kleine Äste herausbrechen. So kann er, wenn auch in vereinfachter Form, mithelfen.

Blumenfotos schauen:

Material: Fotobücher oder Kalender mit Garten- und Blumenbildern.

Umsetzung: In einer Runde betrachten die Senioren Fotos von Blumen und Gärten. Es wird über Farben, Jahreszeiten und Blütendüfte gesprochen.

Beispiel: Dieses Erzählen fördert das Gedächtnis: Frau W. erinnert sich an ihre Lieblingsblume und unterhält sich mit anderen. Die ruhige Beschäftigung im Sitzen stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

Händewaschung mit Kräuterseife:

Material: Flüssigseife mit Kräuterzusatz, Schalen mit Wasser, Handtücher.

Umsetzung: Vor oder nach Gartenarbeiten waschen sich die Senioren behutsam die Hände. Dabei wird erkundet, welche Düfte die Seife hat.

Beispiel: Nach dem Gießen mit echter Erde genießt ein Bewohner das frische Gefühl, das von der Lavendelseife ausgeht. Er beschreibt „das riecht wie bei Oma“ und entspannt sichtlich.

Blumenkränze flechten:

Material: Frische biegsame Äste (z.B. Weide), bunte Bänder, Plastikblumen.

Umsetzung: Unter Anleitung flechten die Senioren aus Ästen einen Kranz. Anschließend schmücken sie ihn mit Papier- oder Plastikblumen und Bändern.

Beispiel: Diese feinmotorische Aufgabe fördert die Geschicklichkeit. Ein Teilnehmer setzt sich mit Weidensprossen auf eine Bank, während andere die Dekoration anbringen. Das Ergebnis ziert später die Wand als Gruppenarbeit.

Fensterbankgarten:

Material: Kleine Töpfe, Fensterbank Erde, Kressesamen.

Umsetzung: In vielen Zimmern oder Aufenthaltsräumen werden auf Fensterbänken kleine Töpfe mit Kresse ausgesät. Die Senioren gießen täglich und sehen das Wachstum.

Beispiel: Gerade für Bettlägerige oder Rollstuhlfahrer an den Fenstern ist dies ideal. Sie können oft und einfach die jungen Pflanzen sehen und fühlen. Das grüne Resultat bringt die Außenwelt ins Haus.

Küchenduftkissen basteln:

Material: Stoffreste, Kräuter (Lavendel, Minze), Reis oder Dinkelspelzen, Nadel, Faden.

Umsetzung: Kleine Kissen werden genäht und mit getrockneten Kräutern und Getreide gefüllt. Beim Zusammennähen ertasten die Senioren die Füllung.

Beispiel: Diese Aktivität spricht besonders Menschen mit Demenz an: Frau D. schließt die Augen und riecht den Lavendel, was beruhigend wirkt. Die Kissen dürfen später als Duftsäckchen verwendet werden.

Vögel beobachten:

Material: Vogelhaus oder Futterstelle, Vogelbuch oder Bestimmungs-App.

Umsetzung: Gemeinsam geht man in den Garten und schaut sich Vögel an. Man versucht sie zu bestimmen oder zählt, wie oft welche Art kommt.

Beispiel: Eine Lupe kann brücken, wenn jemand unscharf sieht. Oft reicht die Erinnerung an den Geruch von Walderdbeeren, die beim Brunftanblick erwähnt werden, um das Gespräch lebendig zu halten.

Steinmosaik legen:

Material: Flache Kiesel oder Bruchsteine, großen Holzrahmen mit Spalt dazwischen, Mörtelersatz (Fugenlehm).

Umsetzung: In einem Holzrahmen legen die Senioren in Absprache mit dem Gruppenleiter ein Mosaik aus Steinen. Die Steine werden in den Lehm gedrückt.

Beispiel: Jeder bringt sich nach seinen Fähigkeiten ein: Herr U. sortiert Steine nach Größe, Frau V. drückt sie fest. Das Muster kann ein Symbol (Herz, Sonne) darstellen, das alle gemeinsam aushandeln.

Blattdruck:

Material: Dicke Papierbögen, Blätter von Pflanzen (Herbstlaub), ungiftige Farbe, Schwamm oder Walze.

Umsetzung: Farbe wird dünn auf die Unterseite eines Blattes aufgetragen. Das Blatt wird dann mit der bemalten Seite auf Papier gelegt und mit einem Lappen festgedrückt. Beim Abheben sieht man den Abdruck.

Beispiel: Diese Anleitungskomponenten fördern Konzentration: Schritt für Schritt tragen die Senioren mit dem Schwamm Farbe auf, legen das Blatt, drücken. Durch das Sehen der Abdrucke sind Erfolgserlebnisse garantiert.

Gemüse waschen und schneiden:

Material: Frisches geerntetes Gemüse (z.B. Gurken, Karotten), Schälchen, kleines Schneidebrett, Kindermesser.

Umsetzung: Die Senioren reinigen das Gemüse unter Wasser. Mit sicheren Kindermessern schneiden sie es in kleine Stücke und geben es in Schälchen.

Beispiel: Auch Rollstuhlfahrer können dies am Küchen- oder Wohnzimmertisch machen. Das Zubereiten eines kleinen Salates oder Snacks fördert die Alltagsfertigkeit und den Genuss des Selbst Geleisteten.

Gartenmusik (Naturklänge):

Material: Blechschalen oder Wasser, Stäbchen, Klangspiel.

Umsetzung: Die Senioren erzeugen mit Holzstäben sanfte Geräusche, die an Natur erinnern (Wasser ratschen lassen, Windspiel anklingen lassen). Dies kann im Freien oder drinnen zur Entspannung dienen.

Beispiel: Ein Klavierspieler in der Gruppe begleitet leise das Wassergeräusch mit Harmonien. Die Kombination aus Garten- und Musikklang entspannt und verknüpft Sinneseindrücke.

Mini-Gewächshaus aus recyceltem Material:

Material: Leere Getränkeflaschen oder Plastikschalen, Erde, Kräutersamen, Messer.

Umsetzung: Eine Flasche wird halbiert und als Mini-Gewächshaus genutzt. Im unteren Teil wird Erde gefüllt, Samen gesät. Die obere Hälfte (Deckel mit Aufschraubverschluss) wird aufgelegt. Unter der Führung eines Betreuers schneiden die Senioren die Flasche.

Beispiel: Dies ist praktisch für regnerische Tage. Die Bewohner sehen, wie die Samen keimen. Rollstuhlfahrer bekommen eine kleinere Flasche, die leicht handhabbar ist.

Sommerfest im Garten organisieren:

Material: Einfaches Festbesteck, Dekoration (Luftballons, Tischdecke), saisonale Speisen (z.B. Obstsalat).

Umsetzung: Als Gruppenaktivierung richten die Senioren gemeinsam mit dem Personal ein kleines Fest unter freiem Himmel aus. Jeder übernimmt eine Rolle: Ein paar Pflanzen stellen, Getränke ausschenken, mit Liedern oder Geschichten unterhalten.

Beispiel: Während des Sommerfests lassen sich alle gemeinsam feiern. Ein Bewohner jongliert festlich geschmückte Papierblumen und erntet Lachen von seinen Mitmenschen – ein Höhepunkt, der zeigt, wie Gartenprojekte Freude ins Leben bringen.

Topic Ausflüge, Garten & Natur

0 comments

Would you like to be the first to write a comment?
Become a member of Lexikon der sozialen Betreuung and start the conversation.
Become a member