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Meer-Montag #62 - Mein Inselabenteuer Teil 1

Moin zum heutigen Meer-Montag. Meine Zeit auf der Greifswalder Oie begann vor ziemlich genau einem Monat und trotzdem kommt es mir so vor, als stünde ich noch mit einem Fuß auf dieser Insel. Die Zeit dort fühlt sich noch so real und gleichzeitig wie ein Paralleluniversum an. Ich habe begonnen, meine Erfahrungen aufzuschreiben. Sie sollen - wie meine Recherchen zuvor - Teil meines Buches über den Naturschutz an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns werden. Als Steady-Mitglied dürft ihr heute schon den ersten Teil der Rohfassung lesen. Denn ich möchte euch alle gern mitnehmen an diesen besonderen Ort, an dem man ganz konkret dabei helfen kann, ein Stück wilde Natur mit all ihrer Artenvielfalt zu erhalten. Nehmt euch ein Getränk eurer Wahl, macht es euch gemütlich und genießt die kleine gedankliche Reise auf eine Insel mitten in der Ostsee.

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Mein Inselabenteuer - Teil 1

Kurz nach meinem Besuch im Naturschutzzentrum Karlshagen bin ich wieder auf dem Weg nach Usedom. Vom Peenemünder Hafen aus werde ich heute mit weiteren Freiwilligen auf die Insel Greifswalder Oie fahren, um dort eine Woche lang bei der Beringungssaison zu helfen. Eigentlich war geplant, dass wir mit dem Fahrgastschiff MS Seeadler fahren, welches das einzige Ausflugsschiff ist, das die Insel anfahren darf. Es befindet sich jedoch noch in der Werft, weshalb uns heute ein Fischer mit seinem Kutter abholt und zur Insel fährt. Ich bin unsicher, wo ich genau hin muss, da es hier mehrere Orte gibt, an denen ein Boot anlegen könnte. Beim Blick auf das Wasser werde ich zusätzlich nervös: Es ist sehr windig und die graugrüne Ostsee ist dunkel und aufgewühlt, die Wellen schlagen hoch an die Kaimauer. Mein Blick bleibt an einem großen Haufen Gepäck und Einkäufen hängen, die dort nahe am Wasser liegen. Daneben stehen zwei Männer, die direkt freundlich grüßen und ich bin beruhigt. Die beiden kommen mit auf die Oie und somit bin ich hier wohl richtig. Kurze Zeit später stoßen auch noch zwei weitere Personen mit großen Rucksäcken, an denen Gummistiefel baumeln, zu uns und unsere heutige Reisegruppe ist komplett. 

Ich dachte erst, dass eine wasserdichte Reisetasche, Regenhose und Gummistiefel übertrieben wären. Es stellte sich heraus, dass das genau die richtige Ausrüstung für diese Überfahrt war.


Freiwillige bleiben oft mehrere Wochen auf der Insel. Gewünscht sind mindestens zwei Wochen, um nicht all zu häufig neue Leute einweisen zu müssen und mehr Routinen in den Arbeitsabläufen zu haben. Ich darf ausnahmsweise auch eine einzelne Woche dort sein, da es mein Alltag und meine Verantwortlichkeiten zurzeit nicht länger erlauben. Ein paar Minuten nach der verabredeten Zeit hören wir den Fischkutter näher tuckern, aber er biegt ab und fährt in einen anderen Teil des Hafens. Wir sehen uns schon den Gepäckberg durch die Gegend tragen, aber nach kurzer Kommunikation kommt der Fischer zurück. Doch begeistert wirkt er nicht. Er schimpft darüber, dass er an dieser Wand nicht gut an- und ablegen kann, versucht es aber trotzdem. Es wird nicht lange dauern, bis sich herausstellt, dass dies keine gute Entscheidung war.

Topic Meer-Montag

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