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Friends

Freunde und Friends +++ Warum romantische Liebe nicht durch Freundschaft ersetzbar ist +++ (und Freundschaft nicht durch romantische Liebe)

Ich gucke gerade zum ersten Mal Friends. Ich bin ungefähr 30 Jahre zu spät zur Party. Ich habe keine Geschichte mit Friends. Ich habe Sex and the City geguckt, und Girls, und How I met your Mother und New Girl. Ich fand Friends immer ein bisschen zu albern, und generell bin ich nicht so der Sitcom-Typ, ich wollte immer schon Drama (haha). Ich habe nie Seinfeld geguckt, nie Big Bang Theory und nie Friends.

Allerdings geht es in all diesen Shows ja sowieso um genau das gleiche. Um Freundschaft.

Und die Serien verlieren alle ausnahmslos jeden Sinn, Witz und Biss, wenn die letzten Protagonist:innen miteinander verpartnert worden sind. (Okay, bei Seinfeld weiß ich das nicht—heiraten die am Ende auch alle und haben Babys?) Die Entwicklung in den Serien spiegelt die Entwicklung in einem typischen Lebenslauf der westlichen Welt: Auf die Ära im Leben, die man hauptsächlich mit seinen Freundinnen verbringt (üblicherweise die Zwanziger) folgt die Ära, die man hauptsächlich in irgendeiner Art von romantischer Kleinfamilien-Konstellation verbringt (die Dreißiger), abgelöst von der Ära in der man beides vernachlässigt, weil man zu viel arbeitet (die Vierziger). 

In unseren Zwanzigern romantisieren wir die Zukunft, in der wir die perfekte Beziehung/Hochzeit/Familie haben. Und wenn wir das dann alles wirklich haben, romantisieren wir die Vergangenheit: die WG-Jahre mit unseren Freundinnen. Jedenfalls wäre das eine Erklärung dafür, warum unsere ultimativen Comfortbinges keine RomComs sind, sondern Shows über Freundesgruppen.

Ich vermisse meine Zwanziger überhaupt nicht (Sucht, kein Geld, schlimme Wohnungen, schlimmere Beziehungen) aber dieses Konzept, dass man mit seinen Freundinnen lebt, statt mit einem einzelnen Menschen, mit dem man romantisch involviert ist, fand ich immer schon sehr überzeugend. Für die Überlegenheit des freundschaftszentrierten Lebens—also wenn unsere Haushalte und unsere Kernbezugsgruppe die freundschaftlichen Beziehungen wären, nicht die Kleinfamilie—fallen mir sofort eine ganze Reihe schlagender Argumente ein.

Topic Essay

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